Fisch-Bäda Wiesnstadl: Hierher kommt der kultige Spitzname des Wirts – eine Spurensuche
Stand: 29.09.2026, 07:00 Uhr
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Kleine Wiesn-Wirte ganz groß: Der Fisch-Bäda ist eine Institution auf dem Oktoberfest. Woher der Spitzname kommt, ist eine kuriose Geschichte.
Das Reindl in der Hand, ein breites Lächeln im Gesicht: Der Fisch-Bäda ist der geborene Gastgeber. Auf der Wiesn nennt Peter Lingnau jeder nur bei seinem Spitznamen – und der liebt den maritimen Flair mitten in Oberbayern. Lingnau hat eine hölzerne Wäscheklammer am Gilet stecken: „Hai-Society“ steht da drauf.

Ab 1991 war Lingnau schon mit seinem Imbiss „Peter‘s Meeresfrüchte“ auf der Wiesn und zahlreichen anderen Volksfesten vertreten: Bis heute bietet er von Lindau bis Straubing Fisch und Krabben an. „Damals gab‘s noch nicht so viel Fisch-Angebot auf der Wiesn, zumindest war kein Standl in bayerischer Hand“, erzählt der 61‑Jährige. 2013 erfüllte er sich mit dem „Fisch-Bäda Wiesnstadl“ seinen größten Traum und wurde kleiner Wiesn-Wirt.
240 Gäste haben im Stadl Platz, Surf&Turf ist sein Markenzeichen. Sohn Louis (30) kümmert sich um den Imbiss – sechs Euro kostet die Auster, sonst die klassische Fisch-Semmel mit Bismarkhering, Matjes & Co. noch immer der Renner.
Fisch-Bäda: Peter Lingnau stammt aus einer Schausteller-Dynastie
Der Fisch-Bäda lebt die Wiesn mit jeder Faser, auf dem Gelände stehen auch seine Mama und Schwester mit ihrem „Schützenhaus“. Lingnau entstammt einer alten Münchner Schaustellerfamilie: „Wir sind seit 1907 auf der Wiesn vertreten: Angefangen hat alles mit dampfbetriebenen Karussells, später hat mein Großvater Willi Gast den ersten Autoscooter auf die Wiesn gebracht.“ Als Kind freilich ein Highlight für den kleinen Bäda, wie ein Foto beweist.


Wann aus Peter Lingnau der „Fisch-Bäda“ wurde ist übrigens überliefert: „Getauft hat mich in den 1990er-Jahren tatsächlich die Monika Gruber“, erzählt Lingnau. „Sie arbeitete damals auf dem Erdinger Herbstfest als Bedienung – und brachte ihre Erlebnisse dort in ihr erstes Bühnenstück „Kellnerin Monique“ ein.“ Die Kabarettistin verlor damals lobende Worte über „die, die wirklich arbeiten“ – unter anderem eben den „Fisch-Bäda“. Der Rest ist Geschichte. (sco)