Schweizer Gemeinden locken mit günstigen Sportangeboten

Fitness in der Öffentlichkeit Schweizer Gemeinden überbieten sich mit günstigen Sportangeboten

Mit immer vielfältigeren Angeboten versuchen Gemeinden besonders in der Westschweiz, die Bevölkerung zur Bewegung zu animieren.

03.08.2026, 08:18

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Die Sportangebote der Gemeinden tragen Namen wie Fri Activ, En Mouv'Nyon, Laus'Active. Auf dem Programm stehen Tanz, Laufen, Yoga, Aquagym oder Urban Training. Die Kurse werden von Fachleuten geleitet, zu einem reduzierten Preis oder sogar gratis.

Jedes Jahr investieren diverse Gemeinden mehr in solche Angebote. Als sie vor rund zehn Jahren entstanden, gab es sie nur an den schönen Tagen im Sommer.

Inzwischen erstrecken sich manche über das ganze Jahr, und sie richten sich an unterschiedliche Zielgruppen, wie Schwangere oder Rentner.

Gruppe von Menschen im Schwimmbecken bei Wassergymnastik.
Legende:

Ein Renner unter den öffentlichen Bewegungsangeboten in Lausanne: der Aquagym-Kurs im Schwimmbad Boisy.

RTS

Lausanne zum Beispiel bietet mehr als 300 Kurse an, von Mai bis Ende Oktober, mit einem Budget von 20'000 Franken, Infrastruktur- oder Personalkosten nicht eingerechnet. Biel stellt im Sommer Fitnessräume und städtische Sportanlagen kostenlos zur Verfügung und organisiert ein kostenpflichtiges Angebot an Aquagym. Ein spezifisches Budget hat die Stadt dafür nicht.

Zum Vergleich: Genf gibt 130'000 Franken pro Jahr aus, Freiburg 85'000 Franken, Yverdon 17'000 und Sitten 8000.

«Schlüsselfertige Angebote»

Die Angebote variieren von Gemeinde zu Gemeinde teils erheblich. Aber insgesamt nimmt das Angebot stetig zu. Neue Akteure wie Urban Training in der Westschweiz oder Active City in der Deutschschweiz bieten «schlüsselfertige Angebote für Gemeinwesen» an. Der Verein Urban Training ist in 15 Jahren von drei auf fünfzig Partnergemeinden gewachsen. Sportangebote des Projekts Active City gibt es gemäss Webseite in 25 Deutschschweizer Gemeinden.

Das sagen Beteiligte zu den Sportangeboten der Gemeinden:

Nach Ansicht von Grégory Quin, Historiker an der Universität Lausanne, zahlen sich solche Sportangebote für die politisch Verantwortlichen aus. «Ob sie einen Spitzensportler unterstützen oder einen Aktivitätsparcours mitten in der Stadt einrichten, es wird gut aufgenommen», sagt er dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Egal welches politische Lager sie vertreten, in Sport zu investieren, kann ihnen nur guttun.»

Sport inklusiver machen

Die Gemeinden versuchen mit ihren Angeboten, den Sport inklusiver zu machen und gegen das ständige Sitzen anzukämpfen. Der Kanton Waadt investiert nach eigenen Angaben mehr als 70 Millionen Franken pro Jahr, um die Gemeinden in diesem Bestreben zu unterstützen.

In Blonay-St-Légier (VD) sind jeden Dienstag die Coaches des Vereins Urban Training im Einsatz. Beauftragt hat sie Laura Ferrili, Gemeinderätin für Sport. «Was sich damit ändert, ist diese nicht-kompetitive, offenere Seite, es geht weniger um eine langjährige Zugehörigkeit zu einem Verein», erklärt sie. «Und das ist ziemlich wichtig, besonders für neue Einwohner oder Leute, die es sich nicht gewohnt sind, sich in eine Gemeinschaft einzufügen.»

Diese Angebote sollen die Sportvereine nicht ersetzen, sondern sie ergänzen. «Wir wollen, dass die Leute die Möglichkeit haben, mehr körperliche Aktivität zu betreiben», erklärt Quentin Tonnerre vom Sportamt in Yverdon-les-Bains (VD). Ebenso wolle man dafür sorgen, dass die Vereine über die Infrastruktur verfügen, die sie benötigen, und es regelmässig Sportveranstaltungen gebe.

RTS, La Matinale, 27.7.2026, 6:19 Uhr; wyss