Flugplatzfest Eschwege: mit dem UL-Helikopter über die Gegend
Stand: 19.08.2026, 08:13 Uhr

Beim Tag der offenen Tür des Luftsportvereins Eschwege am Wochenende (15./16. August) konnten Besucher Rundflüge unternehmen. Ein Passagier beschreibt seinen Flug im Ultraleicht-Hubschrauber als überraschend ruhig.
Eschwege – Der Traum vom Fliegen benötigt erstaunlich viel Bodenpersonal. Beim Tag der offenen Tür auf dem Eschweger Flugplatz wurde das schnell sichtbar. Über dem Werratal herrschte reger Flugbetrieb, am Boden machten die Mitglieder mit Präzision und Leidenschaft jeden Start möglich. So wurde am Wochenende aus einer alten Sehnsucht einmal mehr ein Gemeinschaftswerk mit Flügeln.
Großes Interesse an den Rundflügen
Am Samstag bremste die extreme Hitze das Event zunächst aus. Auch der Ultraleicht-Hubschrauber konnte wegen der hohen Temperaturen nicht eingesetzt werden. Am etwas kühleren Sonntag war er dann da und das Interesse an den Rundflügen, die natürlich auch mit Segelflugzeug und Motorsegler unternommen werden konnten, groß. Zahlreiche Besucher strömten auf das sorgfältig vorbereitete Gelände. Damit zahlte sich die Entscheidung aus, nach der eintägigen Veranstaltung im vergangenen Jahr diesmal wieder ein ganzes Wochenende anzusetzen.

Die jüngsten Gäste erprobten auf der Hüpfburg ihre eigene Form des Abhebens, malten oder lernten bei der Eschweger Feuerwehr spielerisch etwas über Brandschutz. So leicht fiel allerdings eines nicht: am vielfältigen Kuchen- und Tortenbuffet vorbeizugehen. Die Vereinsmitglieder hatten selbst gebacken und eine ebenso üppige wie köstliche Auswahl zusammengestellt. Metzger Stefan Happel sorgte für Herzhaftes.
Historischer Flugleiter, Modelle und UL-Helikopter
Jannik Engel verfolgte einen persönlichen Flugplan. Der Eschweger wollte das thüringische Volkerode im Eichsfeld von oben sehen, die Heimat seiner Freundin – und wählte dafür den Ultraleicht-Hubschrauber. Dieser habe ihn kräftig in den Sitz gedrückt, erzählte er nach der Landung. Ansonsten sei der Flug erstaunlich ruhig gewesen: „Ein bisschen wie Zugfahren.“ Mehr Bodenhaftung lässt sich kaum in einen Höhenflug packen. Die Modellfluggruppe Eschwege widersprach diesem Eindruck umgehend. Ihre Flugzeuge und Hubschrauber jagten durch die Luft, drehten rasante Figuren und ließen die Blicke des Publikums mitwandern. Roland Christoph und Alwin Degenhardt präsentierten gemeinsam mit ihren Mitstreitern historische und moderne Modelle.
Pilot Reinhold Münch führte kenntnisreich durch die Ausstellung und erklärte, was historische Holzkonstruktionen von modernen Hochleistungsmaschinen unterscheidet. Besonderes Interesse weckte der offene Schulgleiter SG 38, eine Konstruktion aus den 1930er-Jahren. Der Pilot sitzt ohne Kabine auf einem einfachen Sitz unter den Tragflächen. Für den traditionellen Start ziehen zwei Gruppen ein v-förmiges Gummiseil auseinander, während die Maschine zunächst festgehalten wird. Nach der Freigabe beschleunigt das gespannte Seil den Gleiter. Rund 20 bis 30 Helfer werden dafür gebraucht. Teamarbeit war hier schon Teil des Antriebs, als Fliegen technisch noch Handarbeit bedeutete.
Zusammenarbeit als Zukunft des Segelfliegens
Auch für die Zukunft setzt der Verein auf Zusammenarbeit. Die Luftsportvereine aus Eschwege, Hessisch Lichtenau und Sontra unterstützen sich seit Jahren mit Piloten und Maschinen. Neu ist der Ausbildungsverbund. Fluglehrer, Flugzeuge und Ausbildungsmöglichkeiten können dadurch flexibler gemeinsam genutzt werden. An Nachwuchs fehlt es nicht. Die Jugendgruppe schaute beim Fest nicht nur nach oben, sondern verkaufte Lose, besetzte Stände und packte überall mit an. Das Autohaus Glinicke unterstützte zudem den Pendelverkehr zwischen Festgelände und Startplatz.
Pressewart Thomas Schirmer sprach von einer Gemeinschaftsleistung, die den Zusammenhalt im Verein stärke. Der Vorsitzende Andreas Wagner dankte allen Helferinnen und Helfern, Unterstützern und Partnern sowie den Besuchern, die das Fest mit Leben füllten.
Der Eschweger Luftsportverein gewinnt seinen Auftrieb eben nicht nur aus der Luft, sondern vor allem aus Teamgeist.