Sprengstoffdrohne Leipzig: Antonow-Frachter war mit Munition beladen

Publiziert6. August 2026, 13:41

Geheimer PolizeiberichtFlugzeug bei Sprengstoffdrohne hatte Munition geladen

Die Gefahr einer Katastrophe am Flughafen Leipzig/Halle war noch grösser als angenommen: Die Antonow-Maschine, neben der die Sprengstoffdrohne entdeckt wurde, war mit militärischer Munition beladen.

Fee Anabelle Riebeling

Darum gehts

  • Die am Flughafen Leipzig/Halle entdeckte Sprengstoffdrohne hätte laut neuen Erkenntnissen eine noch grössere Katastrophe auslösen können als bisher angenommen.
  • Ein vertraulicher Polizeibericht zeigt, dass neben der Drohne ein Antonow-Frachtflugzeug mit militärischer Munition stand.
  • Die Drohne schwebte offenbar schon mehrere Stunden im Bereich des Flughafens, bevor sie kurz vor Mitternacht schwebend zwischen zwei Flugzeugen entdeckt wurde.

Laut dem Sicherheits- und Terrorexperten Peter Neumann war es «ein Angriff auf Deutschland»: Ohne defekten Zünder hätte die Sprengstoffdrohne, die in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch am Flughafen Leipzig/Halle gefunden wurde, eine Katastrophe ausgelöst. Laut Recherchen von WDR, NDR und «Süddeutscher Zeitung» wäre diese noch grösser ausgefallen als bis anhin gedacht.

Noch grösser als gedacht: Warum?

Wie die deutschen Medien unter Berufung auf einen vertraulichen Polizeibericht schreiben, war eines der Antonow-Frachtflugzeuge, neben denen die Sprengstoffdrohne gefunden wurde, mit militärischer Munition beladen. Die fragliche Maschine soll erst kurz vor dem Vorfall auf dem ostdeutschen Flughafen gelandet sein. Sie soll aus Frankreich gekommen und für den Weitertransport vorbereitet worden sein.

Wieso passiert militärische Munition den deutschen Flughafen?

Das ist wenig überraschend. Der Flughafen Leipzig/Halle spielt eine Schlüsselrolle beim Transport von Militärgütern, unter anderem durch die Bundeswehr und Nato-Verbündete, und dient zudem als Stützpunkt für die ukrainische Fluggesellschaft Antonov Airlines.

Drohne wurde «schwebend» entdeckt

Hiess es zunächst noch, die Drohne sei zwischen den Maschinen platziert worden, ist nun davon die Rede, dass sie «schwebend» entdeckt wurde, als sie kurz vor Mitternacht zwischen zwei Antonow-Flugzeugen über dem Boden flog. Daraufhin sei es laut dem Behördenbericht zu «einem Kontakt zwischen der Drohne und einem Mitarbeiter» gekommen, schreibt Tagesschau.de.

Drohne war offenbar stundenlang unbemerkt am Flughafen

Laut Bildern von Überwachungskameras am Flughafen befand sich die Sprengstoffdrohne zu diesem Zeitpunkt offenbar schon eine ganze Weile am Flughafen. Demnach sei sie bereits «um 19.28 Uhr aus dem südlichen Bereich in den Flughafen eingeflogen und anschliessend auf dem Vorfeld gelandet», schreibt Tagesschau. Ein erneuter Aufstieg sei nicht dokumentiert.

Laut dem deutschen Innenminister Alexander Dobrindt sei die Sprengstoffdrohne so modifiziert gewesen, dass Abwehrsysteme gezielt umgangen werden konnten.

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Fee Anabelle Riebeling

Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.

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