Wirtschaftspodcast: Wie gefährlich wird der Erfolg der AfD für die Wirtschaft?
Ist das eine Blase? / Folgen der AfD-Pläne: Wie gefährlich wird der Erfolg der AfD für die Wirtschaft?
Ihr Browser unterstützt die Wiedergabe von Audio Dateien nicht. Download der Datei als mp3: https://zeitonline.simplecastaudio.com/eb2ffd85-a3fa-4f33-950e-1e87016f5f42/episodes/7bfe5019-a120-4f49-933d-351dc2c99892/audio/128/default.mp3?awCollectionId=eb2ffd85-a3fa-4f33-950e-1e87016f5f42&awEpisodeId=7bfe5019-a120-4f49-933d-351dc2c99892
Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern kriselt. Auch deshalb wählen viele AfD – ohne zu fragen, wofür sie steht. Das könnte die Probleme verstärken.
Aus der Serie: Ist das eine Blase?
Aktualisiert am 14. September 2026, 9:41 Uhr
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD 43,8 Prozent der Stimmen geholt, obwohl der dortige Verfassungsschutz sie als »gesichert rechtsextremistisch« einstuft. Und auch in Mecklenburg-Vorpommern, wo am Wochenende gewählt wird, rechnet sich die Partei gute Chancen aus. Für die Wirtschaft sind das keine guten Nachrichten – etwa weil künftig noch mehr Fachkräfte fehlen, wenn Zugewanderte das Land verlassen sollen, wie es die Partei fordert. »Wenn die AfD das so umsetzen würde, würde das dem Land wirtschaftlich und auch in anderen Bereichen schaden«, sagt der Ökonom Joachim Ragnitz.
Der stellvertretende Leiter der Dresdner Niederlassung des ifo Instituts ist zu Gast in der neuen Folge von Ist das eine Blase?, dem Wirtschaftspodcast der ZEIT über Geld, Macht und Gerechtigkeit. Joachim Ragnitz forscht nicht nur seit Jahren zur Wirtschaft in Ostdeutschland, er lebt auch selbst schon lange in Sachsen-Anhalt. Dass die AfD dort ebenso wie in Mecklenburg-Vorpommern so viel Zuspruch erfährt, erklärt er sich so: »Die Leute sind unzufrieden mit der allgemeinen politischen, wirtschaftlichen Situation.« Ihre Wahlentscheidung sei da vor allem Protest gegen die etablierten Parteien. Das AfD-Programm hätten wahrscheinlich die wenigsten gelesen, meint Ragnitz.
In beiden Bundesländern schwächelt die Wirtschaft. In Sachsen-Anhalt ist zwar über die letzten Jahrzehnte viel passiert, sagt Ragnitz. Doch mit der Chemie steckt die wichtigste Branche des Landes in der Krise. Der einzige Sektor, der boomt, sei die Gesundheitswirtschaft – getrieben durch den demografischen Wandel. Ein nennenswertes Wachstum generiert die Branche allerdings nicht. Hinzu kommen Fehler der Vergangenheit, sagt Ragnitz. In den Neunzigern habe das Bundesland stark über seine Verhältnisse gelebt und hohe Schulden gemacht – mit der Folge, dass bis heute das Geld für wichtige Investitionen fehlt, etwa in eine bessere Infrastruktur.
In Mecklenburg-Vorpommern wiederum hängt vieles an den Werften und dem Tourismus, was sich beides aber an der Küste konzentriert. Auch da ist die Unzufriedenheit der Menschen in vielen Landesteilen groß. Zu tun habe der Erfolg der AfD aber auch mit der Bundespolitik, meint Joachim Ragnitz. Was aber heißt das für die Diskussion über das laufende Reformpaket? Und was muss passieren, damit die Wirtschaft wieder stärker wächst? Auch darum geht es in dieser Folge.
Zu Gast bei den beiden Hosts Carla Neuhaus und Jens Tönnesmann ist neben dem ifo-Forscher Ragnitz der ZEIT-Kollege Marc Widmann, der über seine Recherchen in Sachsen-Anhalt berichtet. Sein Stück, in dem er erklärt, wie Unternehmer dort auf die AfD blicken, können Sie hier nachlesen.
Ist das eine Blase? ist der Wirtschaftspodcast der ZEIT. Alle zwei Wochen montags diskutieren die Hosts Carla Neuhaus, Jens Tönnesmann und Zacharias Zacharakis über das, was die Welt im Innersten zusammenhält: Geld, Macht und Gerechtigkeit.