Neuer Food-Trend flutet plötzlich Bäckereien in Italien: „Wir produzieren jeden Tag“

Stand: 28.07.2026, 20:02 Uhr

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In Italien greift ein neuer Food-Trend um sich. Ein Meisterkonditor erzählt, von welchem Vorbild er inspiriert ist. Und wie der Boom vonstatten ging.

Die realistische Frucht. Ein Trend, der dank der sozialen Netzwerke explodiert und viral geworden ist. „Wir haben angefangen, sie im Juni vergangenen Jahres anzubieten, aber ohne diesen Erfolg: Im Gegenteil, am Anfang hat sich niemand dafür interessiert“, erzählt Marcello Salvatori, Meisterkonditor von Ziva in Mailand. „Dann, im September 2025, nach einem Video eines Influencers, kam der Boom. Von 15 Stück am Tag sind wir dazu übergegangen, 2000 Früchte pro Woche zu produzieren. Kurz darauf kamen verschiedene Foodblogger, die den Trend weiter befeuerten.“

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Dieser Artikel von Laura Vincenti entstand in Kooperation mit dem Corriere della Sera

So haben diese Desserts die die Gaumen vieler Mailänder erobert, die neugierig sind, sie nicht nur zu fotografieren und in den sozialen Netzwerken zu posten – sondern auch zu probieren. Die sehr effektvollen Süßspeisen greifen in Form und Geschmack Erdnuss, Erdbeere, Himbeere, Zitrone, Pistazie, Kakaobohne, Walnuss und Birne auf. Aber woher kam die Idee, sie anzubieten?

In Italien greift ein neuer Food-Trend um sich. Ein Meisterkonditor erzählt, von welchem Vorbild er inspiriert ist. Und wie der Boom vonstatten ging.

Der sizilianische Dessertklassiker „Frutta Martorana“ (Symbolbild) © IMAGO / Depositphotos

„Um ein anderes Dessert im Monoporionsformat zu schaffen als sonst“, erklärt Salvatori. „Wir stellen auch realistische Früchte ohne Zugabe von tierischer Gelatine her, die von Muslimen und Vegetariern gegessen werden können. Die gefragtesten Monoporzioni in diesen Sommermonaten sind Mango und Himbeere.“

Von Mailand nach Kampanien – so gewann der neue italienische Dessert-Trend an Fahrt

„Für uns ist es eine Neuheit: Wir haben begonnen, sie seit Juni dieses Jahres anzubieten“, erklärt Marco Battaglia, Meisterkonditor der „Ampi“ und Inhaber der Pasticceria Marlà. „Diese Mode ist, bevor sie in Mailand ankam, im Herbst des vergangenen Jahres in Kampanien explodiert: Für uns war es wichtig, Früchte zu kreieren, die eine ganz eigene Identität haben. Deshalb haben wir verschiedene Versuche unternommen, bevor wir unser Ziel erreichten: Das Produkt muss auf ästhetischer Ebene einen starken Bezug zum Geschmack der ursprünglichen Frucht haben.“

Die meistverkauften Sorten? In dieser Reihenfolge: Mango, Erdnuss, Himbeere, Kakaobohne, Vanille, Feige und als Neuzugang die kleine Banane. „Wir produzieren jeden Tag Frucht-Desserts, wir können nicht mehr darauf verzichten, weil die Kunden sie verlangen, und die Verkäufe konzentrieren sich stärker auf diese Spezialität als auf andere, wie den Maritozzo: Wir haben einen Teil der Produktion gezielt auf diese Neuheit verlagert“.

Neue Kundschaft, neue Früchte – Gründe, warum der Trend sich fortsetzt

Dank dieser neuen Mode hat die Konditorei neben der Stammkundschaft auch ein bisher unbekanntes Klientel hinzugewonnen: „Viele Jugendliche entdecken diese Süßigkeiten auf TikTok und anderen sozialen Netzwerken. So lassen sie sich extra von ihren Eltern hierher begleiten, um unsere Spezialitäten zu probieren.“ Eine Mode, die nicht vorübergehend zu sein scheint, im Gegenteil: Die Konditoren denken bereits an neue Früchte, die sie im Herbst anbieten wollen.

So auch eine Kastanie. „Die Desserts werden mit eigens dafür gefertigten Formen zubereitet“, erläutert Battaglia weiter. „Das Geheimnis dieses Erfolgs? Es ist ein Produkt, das für alle leicht zu verstehen ist, es ist praktisch, weil es überall mit den Händen gegessen werden kann, und es zu probieren ist ein wahrer Genuss.“ Und außerdem ist es perfekt, um es zu fotografieren und in den sozialen Netzwerken zu veröffentlichen. An Spitzentagen wie dem Sonntag werden hier bis zu 250 Stück pro Tag verkauft.

Ursprünge zwischen Sizilien und Haute Pâtisserie

Doch woher stammt der neue italienische Food-Trend genau? „Es gibt verschiedene Versionen: Die, die ich kenne, ist, dass er von der berühmten Frutta Martorana sizilianischen Ursprungs ausgeht. Aber man kann nicht leugnen, dass vor etwa fünfzehn Jahren der große französische Meister Cédric Grolet begonnen hat, sie mit großem Erfolg zu fördern und sie auf der ganzen Welt populär gemacht hat“, schließt Battaglia.