Fordert Koalitionsgespräche: Ramelow äußert "null Verständnis" für Kritik des Zentralrats der Juden
Fordert KoalitionsgesprächeRamelow äußert "null Verständnis" für Kritik des Zentralrats der Juden
21.09.2026, 07:19 Uhr
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Die Linke wird in Berlin stärkste Kraft und will mit Elif Eralp die Regierende Bürgermeisterin stellen. Der Zentralrat der Juden äußert wegen antisemitischer Grenzüberschreitungen von Parteimitgliedern im Wahlkampf Bedenken. Aus der Bundespartei erhält Eralp nun Rückendeckung.
Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow hat Warnungen des Zentralrats der Juden vor antisemitischen Positionen im Berliner Landesverband der Linkspartei zurückgewiesen. "Ich habe null Verständnis für eine derartige Erklärung", sagte Ramelow dem Redaktionsnetzwerk Deutschland als Reaktion auf Kritik des Zentralratspräsidenten Josef Schuster. Spitzenkandidatin Elif Eralp sei mit ausgestreckter Hand auf die jüdische Landesgemeinde zugegangen, sagte der Linken-Politiker.
Schuster hatte sich nach dem Wahlsieg der Linken beunruhigt gezeigt und warf der Partei antisemitische Grenzüberschreitungen vor. Auf einer Wahlkampfbühne sei zur Intifada und zum Tod israelischer Soldaten aufgerufen worden, während Zuschauer dazu gesungen und getanzt hätten. "Bis heute gab es keine personellen oder politischen Konsequenzen", kritisierte Schuster.
Er forderte SPD und Grüne auf, eine Regierungsbeteiligung der Linken im Berliner Rathaus nicht zu ermöglichen. "Vor der Wahl gezogene rote Linien nun leichtfertig zu überschreiten, wäre ein schwerer Fehler, mit dem der fortschreitenden Normalisierung des Judenhasses weiter Vorschub geleistet würde", erklärte Schuster.
Ramelow rief die möglichen Koalitionspartner allerdings zu Verhandlungen auf. Eralp habe einen klaren Fünf-Punkte-Plan gegen Antisemitismus in Berlin vorgelegt, sagte der ehemalige Ministerpräsident von Thüringen. Ramelow erwartete von SPD und Grünen, das Aufbruchssignal der Wahl zu nutzen. Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin lag die Linke laut Prognosen klar vorn. Eralp strebt das Amt der Regierenden Bürgermeisterin an.
Quelle: ntv.de, mwa/AFP