Fotostrecke: Die PGN feiert in Rotenburg groß ihren 45. Geburtstag
Stand: 19.09.2026, 07:13 Uhr
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Architekt Norbert Behrens und seine Planungsgemeinschaft Nord haben an diesem Freitag mit zahlreichen Gästen im Strandgold am Weichelsee das Jubiläum des Unternehmens gefeiert, zu den Rotenburger Tagen der Wohnungswirtschaft kam zudem eine Runde aus Branchenvertretern zusammen. Am Nachmittag sprachen noch der Journalist und Buchautor Jan Fleischhauer und der KI-Experte Bilal Zafar, ehe es am Abend eine opulente Party mit Feuerwerk und Lichtschau überm See gab, die auch in der Stadt und darüber hinaus Beachtung fand. Behrens erinnerte allerdings auch unter Tränen an seinen langjährigen Freund Peter Grewe, der erst vor einer Woche gestorben war. Und er kündigte an, sich zum Jahresende aus der Geschäftsführung zurückzuziehen.





































Im Strandgold blieb ein Platz frei, wie Norbert Behrens gleich zu Beginn klarmachte, der mit zitternder und brüchiger Stimme an Peter Grewe erinnerte, mit dem er 35 Jahre lang befreundet gewesen sei und der vor einer Woche gestorben ist. Grewes Tod sei ein Schock nicht nur für seine Familie und Freunde, sondern für ganz Rotenburg und darüber hinaus und reiße ein Loch in die Stadt. Der Gartenbau-Unternehmer und Präsident des Rotenburger SV fehle ihm persönlich, als Ratgeber und als jemand, mit dem er seine Sorgen geteilt habe. Behrens wischte sich eine Träne weg und konnte auch wieder ein wenig lachen, als er an den guten Skatspieler Peter Grewe erinnerte, der ihm das Geld aus der Tasche gezogen habe und bei Fehlern seiner Mitspieler auch mal emotional geworden sei. Gefeiert wurde dann trotzdem, Grewe hätte das gewollt, sagte Behrens, auch wenn er zunächst über eine Absage nachgedacht habe.
Er ging in seiner Rede mit sich selbst ironisch und bescheiden um. „Mein Team hat gehalten, was ich versprochen habe“, meinte er, und verwies auf sein Netzwerk in Bankenwesen, Politik, Verwaltung und Handwerk. Er sei manchmal laut und unfair gewesen, aber immer loyal, und „ich weiß, wo ich herkomme.“ Nämlich aus einem Bremer Arbeiterviertel. Er betonte, die Firma PGN nicht selbst gegründet zu haben. Aber Behrens half mit, sie so groß zu machen, dass mittlerweile in allen Landkreisen der Region PGN-Bauten zu finden seien, Schulen, Wohnhäuser und Geschäfte. Nicht auf alle sei er heute noch stolz, so Behrens, und er wisse, dass er auch in Rotenburg nicht unumstritten sei, aber damit könne er leben. Es sei vielleicht ein bisschen wie mit dem Propheten im eigenen Land, soufflierte der CDU-Landtagsabgeordnete Eike Holsten aus dem Publikum dem Unternehmer auf der Bühne. Erst mit Supermärkten, dann auch mit Wohnungswirtschaft sei das Unternehmen groß geworden, das mit Architekten, Stadtplanern und Ingenieuren für ganzheitliche Angebote steht.
Da es immer schon auch Tiefs gegeben habe, ist Behrens überzeugt, dass PGN weiter am Markt bleibe. Aber künftig nicht mehr mit ihm als Geschäftsführer, sondern ab 1. Januar als Angestelltem. Er hätte seine Anteile auch teuer in die Schweiz verkaufen können, habe sich aber für seine Nachfolger aus dem eigenen Haus entschieden, die bald seine Chefs sein würden. Ganz genau vorstellen kann sich Behrens das offenbar noch nicht, aber er wurde schon mal mit einem symbolischen Grundstein beschenkt, als Zeichen dafür, dass er PGN mitaufgebaut habe.
Behrens und Oestmann duzen sich künftig
Moderatorin Christina Behrens kündigte den Festredner Jan Fleischhauer als „Gegen den Strich Bürster“ an und dieser lieferte dann auch: Der Journalist und Autor war sich bewusst, dass er vorwiegend Zuhörer vor sich hatte, „die nicht zu denen gehören, die für Steuererhöhungen sind.“ Er meinte aber auch, dass Deutschlands soziologische Mitte in Kleinstädten wie Rotenburg liegt und nicht in Berlin-Friedrichshain oder München-Schwabing. Manche Spitzenpolitiker aller Parteien litten aber unter Realitätsverlust, weil sie sich an diesen Milieus orientierten. Darum ändere sich auch nach Wahlen so wenig.
Fleischhauer sprach sich für mehr direkte Demokratie aus und meinte, eine Kernkompetenz eines guten Berufspolitiker sei, ein bayerisches Bierzelt unterhalten zu können. Offenbar vermutet er wiederum im Bierzelt den Querschnitt der deutschen Bevölkerung. Allerdings machte sich auch im Strandgold mitunter Schweigen und Gläserklimpern breit. Vor allem als Fleischhauer erklärte, alles sei besser als Rot-Rot-Grün, brandete Applaus auf.
Norbert Behrens hatte bekannt, er sei bei Torsten Oestmanns Wahl zum Bürgermeister vor fünf Jahren „not amused“ gewesen, der von Rot-Grün vorgeschlagen worden war. Behrens ist von den Christdemokraten hinzugewähltes Mitglied im städtischen Bauausschuss. Im Nachgang sei er aber glücklich über Oestmanns Amtsführung, der nun auch selbstverständlich unter den Gästen war. Beide boten sich auf offener Bühne das Du an. Allerdings legte sich Behrens auch vor der jetzt anstehenden Bürgermeisterstichwahl wieder auf den CDU-Kandidaten fest: „Eigentlich müssten alle Henning Poppe wählen.“