Frankfurt am Main: Zwei Flughafen-Anwohner an Malaria erkrankt
Mehrere Beschäftigte des Frankfurter Flughafens erkrankten im Sommer an Malaria, zwei von ihnen starben. Ursache der Infektionen sollen importierte Mücken sein. Nun sind auch zwei Bewohner eines nahe gelegenen Stadtteils an Malaria erkrankt. Beide Personen leben in Schwanheim, das sich in unmittelbarer Nähe zum Flughafen in Frankfurt befindet, wie das Frankfurter Gesundheitsamt mitteilt. Die beiden Erkrankten sind demnach in medizinischer Behandlung.
»Die Infizierten haben keine Auslandsreisen gemacht«, sagte der Leiter des Gesundheitsamts, Peter Tinnemann. Sie arbeiteten auch nicht am Flughafen. Wegen der Nähe zum Airport sei dennoch derzeit von einer sogenannten Flughafenmalaria auszugehen. Bürgerinnen und Bürger sollten sich keine Sorgen machen, bei ungewöhnlichen Symptomen aber zum Arzt gehen.
»Dies gilt insbesondere für Menschen, die am oder im Umfeld des Frankfurter Flughafens arbeiten oder sich dort aufhalten beziehungsweise in räumlicher Nähe zum Flughafen wohnen«, sagte Tinnemann. Neben Fieber könnten unter anderem Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden auftreten.
Gesundheitsamt prüft Hintergründe
Es handele sich bei den neuen Erkrankungen wie bei den vorherigen Fällen um Malaria tropica – die gefährlichste Variante der Krankheit, erklärte das Gesundheitsamt. Ob es einen Zusammenhang mit den bereits bekannten Fällen gibt, werde noch untersucht. Ob es sich bei den Erkrankten um Männer oder Frauen handelt, teilt das Frankfurter Gesundheitsamt nicht mit. Es werde noch untersucht, wie es zu den beiden Infektionen gekommen ist. Man gehe aber davon aus, dass die Infektion auf eine infizierte Mücke zurückzuführen ist. Von Mensch zu Mensch werde Malaria nicht übertragen.
Eine solche Infektion, wie sie nun aufgetreten sei – bei Anwohnern eines Flughafens –, ist nach den Worten Tinnemanns in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland nicht bekannt geworden.
Malaria ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch Mücken übertragen wird. Sie sei bei frühzeitiger Diagnose und schnell eingeleiteter Behandlung gut und vollständig behandelbar, heißt es.
Das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt, die »sehr seltene« Flughafenmalaria entstehe, wenn eine infektiöse Mücke im Flugzeug oder Gepäck importiert werde. Die Infektion erfolge dann im Flugzeug, im Flughafen oder in dessen unmittelbarer Umgebung.
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Das Frankfurter Gesundheitsamt hat für Bürgerinnen und Bürger eine Hotline eingerichtet. Diese ist telefonisch unter 069/212-30030 zu erreichen. Auch Klinikpersonal in Frankfurt soll darauf hingewiesen werden, bei Patienten und Patientinnen eine mögliche Flughafenmalaria zu bedenken.
Wie groß das Risiko einer Malariaausbreitung in Deutschland ist, lesen Sie hier.