Frankfurter Gourmet-Adresse lebt wieder auf – „Pommes frites kriegen nur die Kinder“

Stand: 09.08.2026, 06:00 Uhr

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Maja und Tomislav Lesko, ein erfahrenes Gastronomen-Ehepaar, haben vor vier Wochen die „Höchster Genussschmiede“ in der Melchiorstraße übernommen.

Maja und Tomislav Lesko, ein erfahrenes Gastronomen-Ehepaar, haben vor vier Wochen die „Höchster Genussschmiede“ in der Melchiorstraße übernommen. © Rainer Rüffer

Maja und Tomislav Lesko, die neuen Betreiber der „Höchster Genussschmiede“, setzen auf „Fine Dining“ mit saisonalen Produkten.

Höchst – „Fine Dining“ steht für gehobene Gastronomie, und viele denken dabei sofort an hohe Rechnungen. Die Idee dahinter ist allerdings ein Gesamtkonzept: Geboten wird ein kulinarisches Gesamterlebnis, das exzellente Küche aus hochwertigen Zutaten, einen perfekten Service und ein elegantes, stilvolles Ambiente miteinander verbindet. Gekocht wird auf hohem handwerklichen Niveau, die Teller sind kunstvoll und detailreich angerichtet.

Die Terrasse bietet Platz für etwa 60 Gäste.

Die Terrasse bietet Platz für etwa 60 Gäste. © Rainer Rüffer

Nach diesem Konzept lassen Maja und Tomislav Lesko derzeit die Höchster Genussschmiede in der Melchiorstraße wieder auferstehen. Das Lokal, das sich seit seiner Etablierung 2013 unter Gourmets einen Ruf erarbeitet hatte und das dann – wie viele gastronomische Betriebe – die Corona-Pandemie nicht überlebte, wird seit Anfang Juli von dem aus Kroatien stammenden Ehepaar betrieben. Nach mehreren Wirtswechseln in den vergangenen Jahren wollen die Leskos wieder Kontinuität in die Institution Genussschmiede bringen und die Glut unter der Asche wieder neu entfachen.

Erste Adresse für Gourmets

Die Speisekarte ist außergewöhnlich: Neben rosa gebratenem Lammfilet mit Polenta, Ratatouille-Gemüse und Rosmarin-Jus (43 Euro) oder argentinischem Black-Angus-Rinderfilet mit Anna-Kartoffeln, wildem Brokkoli, Blumenkohl und Braten-Chile-Jus (53 Euro) findet sich darauf auch Kalbsleber in Salbeibutter mit Kartoffel-Mousseline und feinen Kräutern (38 Euro) oder, als Vorspeise, eine Neuinterpretation des Klassikers Königsberger Klopse (21 Euro). Tomislav Lesko, der bei zwei hervorragenden Fischhändlern kauft, bietet derzeit auch Lachsfilet mit Safranrisotto, Beurre blanc und jungen Erbsen (39 Euro) sowie Seeteufel auf schwarzen Tagliolini mit Estragon-Prosecco-Sauce und gebratenen Pfifferlingen (47 Euro).

„Mediterran“ ist die Küche, wie schon in den Anfangsjahren der Höchster Genussschmiede, aber dieses Spektrum reicht eben von der iberischen Halbinsel über Frankreich, Italien, die Adria und Griechenland bis hin zur Levante. Ein französischer Klassiker ist die Bouillabaisse Provençale (22 Euro), eine Reminiszenz an die derzeitigen Temperaturen: die „Kalte Essenz von Tomate & Wassermelone“ (14 Euro), die mit Basilikum und weiteren feinen Kräutern abgestimmt ist. Vegan ist die marinierte Süßkartoffel mit veganem Käse und Kräutern (26 Euro); die schwarzen Taglioni vom Seeteufel gibt es auch ohne Fisch mit Beurre blanc, grünem Spargel, Erbsen und gerösteten Haselnüssen (24 Euro).

„Jeder Teller wird mit Sorgfalt und viel Liebe angerichtet“, sagt Maja Lesko, gelernte Gastronomin und studierte Event-Managerin. Grundsätzlich werde nur mit frischen Produkten gearbeitet; Convenience-Beilagen gibt es nicht: „Pommes frites kriegen bei uns nur die Kinder.“ Ihr Mann Tomislav hat in Kroatien gelernt und hat sich seit 2005 in verschiedensten Gastronomien zwischen Köln und Heidelberg als Koch und Serviceleiter weitergebildet. Die stringent komponierte Karte, so verspricht Maja Lesko, wechsele alle zwei bis drei Monate, um Platz für saisonale Genüsse zu schaffen. „Wir schauen auch, was das Publikum möchte.“ Besonderes Lob habe es kürzlich erst für die Kalbsleber gegeben. Gäste können auch vorab bei der Reservierung Wünsche äußern; gerade für besondere Anlässe, etwa Hochzeiten oder Taufen.

Künftig auch Mittagstisch

Das Lokal bietet im liebevoll mit besonderem Ambiente gestalteten Gastraum 48 Plätze; auf der Terrasse sind es noch einmal 60. „Uns sind auch Gäste willkommen, die nur mal einen Wein trinken wollen“, sagt Maja Lesko. Der Schwerpunkt der Weinkarte liegt auf Neue-Welt-Gewächsen, es gibt aber auch französische, italienische und kroatische Weine und natürlich auch das ein oder andere Tröpfchen aus Deutschland, vornehmlich aus der Pfalz. Künftig soll auch ein Mittagstisch angeboten werden – nicht als Schnäppchen, aber preislich unter dem Niveau des Abends.

Die liebevolle Gestaltung des Gastraums greift eine frühere Verwendung auf: Unter der Decke sind noch Relikte aus der Zeit zu sehen, als das Lokal als Schmiede genutzt wurde. Eine Besonderheit ist, dass im Kaminsims ein Balken aus einer alten kroatischen Kirche eingearbeitet ist, die einem Brand zum Opfer gefallen ist. Als Maja und Tomislav Lesko dieses Detail von ihren Vermietern erfuhren, war dem Ginnheimer Paar klar, dass dieses Lokal ihre kulinarische Heimat sein würde . . .