Frankfurter Westbahnhof vor der Nase, aber keinen Zugang – einen Kilometer Umweg

Stand: 18.08.2026, 14:21 Uhr

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Frankfurt 28.10.2025 Schönhof-Viertel Thema Quartierspark. Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte Wohnstadt (NHW) baut zusammen mit seinem Partner Instone Real Estate im Schönhof-Viertel eine neue, 28.000 Quadratmeter große Parkanlage. HIER zwischen den Häusern sind die Grünflächen schon fertig, wenn der Zaun weg ist kann man dann in den Park übergehen, der 2026 fertig sein sollcopyright: Monika MüllerTagessatz

Das Schönhof-Viertel. © Monika Müller/Monika Müller

Wer vom Frankfurter Schönhof-Viertel zum Westbahnhof will, muss trotz unmittelbarer Nähe über einen Kilometer Umweg laufen – eine direkte Querung gibt es nicht.

Frankfurt – Westlich vom Frankfurter Westbahnhof entsteht aktuell das Schönhof-Viertel. Von den geplanten gut 2000 Wohnungen sind derzeit circa die Hälfte fertiggestellt.Obwohl der Westbahnhof in unmittelbarer Nähe liegt, besteht bislang kein direkter Zugang vom Schönhof-Viertel zum Bahnhof. Aktuell gibt es als Überführung lediglich die Sticker-Brücke in Höhe der Breitenbachstraße rüber zum Saalbau Bockenheim. Wer also mit der S-Bahn oder dem Regionalzug ab Westbahnhof fahren möchte, muss lange Umwege von über einem Kilometer in Kauf nehmen. Auch der Fußweg zum Kirchplatz zur U-Bahn ist vom neuen Quartier aus kein Katzensprung.

Allerdings besteht in dem neuen Viertel ein zunehmender Bedarf für einen guten Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr. Damit wurde aber während der Realisierungsphase geworben, betont eine neu gegründete Bewohnenden-Initiative. Tatsächlich schreibt das Stadtplanungsamt auf seiner Projektseite: „In Verbindung mit dem hohen energetischen Standard der Wohnungen und der guten ÖPNV-Anbindung ist das Schönhof-Viertel ein Beispiel für sozial und ökologisch nachhaltige Stadtentwicklung.“

Bessere Anbindung im Frankfurter Schönhof-Viertel gefordert

Auch die Nassauische Heimstätte und Instone werben auf ihrer Website mit der Aussage: „Mit dem Weltflughafen und dem Hauptbahnhof in unmittelbarer Nähe sind beste Anbindungen und optimale Erreichbarkeit stets garantiert.“ Die Initiative fordert das nun ein. Während soziale Infrastruktur wie Kitas, Schulen, Parks und Nahversorgung wächst, hinkt aus ihrer Sicht die Mobilität hinterher. Derzeit fährt nur die Metrobuslinie 72 über die Rödelheimer Landstraße. Vor dem Hintergrund, dass der Westbahnhof samt Bahnsteigen aktuell barrierefrei umgebaut und die Rödelheimer Landstraße als zentrale Zufahrtsstraße in das neue Viertel ertüchtigt werden, verlangen die Initiative-Vertreterinnen Isabelle Hammer und Monica Membrive, jetzt aktiv zu werden.

Rückhalt kommt aus den Ortsbeiräten 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) und 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend). Beide Gremien hatten bereits im Oktober eine barrierefreie Querung der Gleise im Bereich Brigitte-Frauendorf-Straße/Galvanistraße/Solmsstraße vorgeschlagen. Doch weder Stadt noch Bahn haben reagiert. Die Stadt verweist auf eine ausstehende Stellungnahme der Deutschen Bahn, auf die der Ortsbeirat 7 erneut pocht. In einem gemeinsamen Antrag von Grünen, CDU, SPD und FDP fordert das Gremium Informationen zum Stand der Prüfung sowie eine Einschätzung des Magistrats, ob er den Bedarf einer direkten Fuß- und Radwegeverbindung teilt.

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Die Aussichten sind jedoch schlecht. Eine Bahnsprecherin erklärte auf Anfrage, die Erschließung des öffentlichen Raums liege bei der Stadt. Die vorgeschlagene Querung betreffe Flächen außerhalb des planfestgestellten Projekts zum barrierefreien Ausbau des Westbahnhofs. Wiebke Lang, Referentin Kommunikation von Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne), bezeichnet den umrissenen Vorschlag als „nicht realistisch“. Auch sei eine barrierefreie Querung der Gleise dort nicht möglich, da die Bahn keinen schienengleichen Übergang mehr zulasse. Eine Unterführung wegen Fundamentstützen der S-Bahnlinien sei nicht machbar. Als Alternativen nennt die Stadt die Sticker-Brücke sowie die Salvador-Allende-Straße, die Anfang 2027 für den Fußverkehr ertüchtigt werden soll.

Eigener S-Bahn-Halt geplant

Trotzdem möchte die Stadt das Nahverkehrsangebot für das neue Quartier etwas verbessern. „Als das Viertel geplant wurde, war die Mobilitätsplanung für eine neue Siedlung nicht auf dem Stand von heute“, erklärt Felix Große Besten von der Nahverkehrsgesellschaft traffiQ. Zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember plant traffiQ zusätzliche Fahrten der Linie M72 zwischen Rödelheim, Schönhof-Viertel und Industriehof.

Langfristig sieht der Gesamtverkehrsplan Schiene 2035+ einen eigenen S-Bahn-Halt für das Viertel vor. Zudem ist eine Unterführung An der Dammheide/Birkenweg vorgesehen – frühestens in zehn Jahren und noch ohne Klarheit über die zugelassenen Verkehrsarten.

Noch bis Ende dieses Sommers will die Stadt die Rödelheimer Landstraße für Rad- und Fußverkehr verbessern. Der stadteinwärts führende Radverkehr erhält eine abmarkierte Führung auf dem sechs Meter breiten Gehweg, Parkplätze werden zu Schrägparkplätzen umgewandelt. Auf der gegenüberliegenden Seite entsteht ein Schutzstreifen, der bestehende Radweg wird Teil des Gehwegs. Westlich der Joachim-Biermann-Straße werden Radwege rot markiert, vor der Ludwig-Landmann-Straße wird eine sichere Überführung eingerichtet, erklärt die Referentin.