„Franz Josef Strauß hatte in vielem Recht“
Stand: 26.09.2026, 18:00 Uhr
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Auch 38 Jahre nach seinem Tod ist Franz Josef Strauß für den CSU-Nachwuchs noch sehr präsent. Dort findet man: Die Politik sollte wieder mehr FJS wagen.
Schongau/Landkreis – Franz Josef Strauß (CSU) hat die Politik geprägt – in Deutschland, in Bayern, im Schongauer Land. Auch 38 Jahre nach seinem Tod ist der ehemalige Bundesminister, Ministerpräsident und Landrat nach wie vor sehr präsent. Von jenen, die ihn aktiv miterlebt haben, werden gerne Geschichten und Anekdoten über die CSU-Ikone erzählt. Aber auch viele Jüngere kennen „FJS“ – meist aus den Sozialen Medien, wo gerne seine legendären Sprüche oder Schnipsel seiner berühmten Reden geteilt und auch „geliked“ werden.
JU-Chef Julius Ferg: Strauß zum Vorbild nehmen, aber ihn nicht kopieren
„Strauß ist schon ein Stück weit ein Vorbild“, sagt der Kreisvorsitzende der Jungen Union (JU), Julius Ferg: „Er wollte als junger Landrat Veränderungen anstoßen und seine Heimat voranbringen. Diese Motivation haben auch wir als Junge Union.“ Das bedeute aber nicht, dass die JU seine damalige Politik in der heutigen Zeit einfach kopieren wolle, erklärt Ferg: „Das kann man nicht und das sollte man auch nicht.“ Beeindruckt zeigt sich der JU-Kreisvorsitzende von Strauß’ Leidenschaft und seinem rhetorischen Talent. „Er hat die Sprache der Bevölkerung gesprochen und hatte auch in vielem Recht.“ Ein Lieblingszitat von Franz Josef Strauß hat Julius Ferg übrigens auch: „Konservativ sein bedeutet nicht, die Asche zu bewahren, sondern das Feuer weiterzugeben.“
Heute wäre Franz Josef Strauß jemand, der als Politiker der Mitte den extremen Positionen auf Social Media entgegentreten könnte.
Ferdinand Pfeifer, Kreisvorsitzender der Schülerunion und Ortsvorsitzender der JU Peißenberg, hat in seinem Bücherregal das Strauß-Werk „Deutschland – Deine Zukunft“ stehen. Erschienen ist es im Jahr 1975, lange vor Pfeifers Geburt. Dennoch sind für ihn die Themen des Buchs – die Inflation, die gesellschaftliche Spaltung, die militärische Bedrohung aus dem Osten – nach wie vor sehr relevant. „Vielleicht ist es heute sogar noch aktueller als damals“, erklärt Pfeifer: „Franz Josef Strauß war nicht nur der begabte Aschermittwochsredner, als der er heute oft dargestellt wird, sondern auch ein Politiker mit Weitsicht.“
Strauß‘ bekannteste Sprüche
Berühmt und berüchtigt war Franz Josef Strauß für seine pointierten Reden. Im Folgenden eine kleine Auswahl seiner bekanntesten Sprüche:
„Irren ist menschlich, aber immer irren ist sozialdemokratisch.“
„Ich glaube, es ist reizvoller, in Alaska eine Ananasfarm aufzubauen, als in Deutschland das Bundeskanzleramt zu übernehmen“.
„Was passiert, wenn in der Sahara der Sozialismus eingeführt wird? Zehn Jahre überhaupt nichts, und dann wird der Sand knapp.“
„Ich habe immer betont, dass das Amt des Bayerischen Ministerpräsidenten das schönste Amt der Welt ist.“
„Ich fülle alle Säle als Redner, aber ich leere alle Säle als Sänger.“
Wenn Strauß in der heutigen Zeit politisch aktiv wäre, könnte er auch in den Sozialen Medien sehr erfolgreich sein, ist sich Ferdinand Pfeifer sicher: „Er konnte die Dinge auf den Punkt bringen und hat auch mal eine kontroverse Aussage getätigt. Heute wäre Franz Josef Strauß jemand, der als Politiker der Mitte den extremen Positionen auf Social Media entgegentreten könnte.“
„Nicht um 180 Grad umschwenken, wenn die Grünen etwas kritisieren“
Die „klare Kante“, für die Franz Josef Strauß stand, vermisst Schongaus JU-Vorsitzende Maria Janßen in der heutigen Politik. „Bei manchen Themen ist es einfach wichtig, sich zu entscheiden“, erklärt Janßen. Zu dieser Entscheidung müsse man dann auch stehen – „und nicht um 180 Grad umschwenken, wenn zum Beispiel die Grünen etwas kritisieren“. Wer heutzutage seine politischen Überzeugungen so deutlich wie Strauß vertrete, werde oft stark angefeindet, hat Maria Janßen festgestellt: „Man hat deshalb manchmal sogar Angst, klar seine Meinung zu sagen.“