Freilufthalle wegen Hautkrebs-Risiko? Kranzberger Gemeinderat diskutiert über Sportflächen der Grundschule

Stand: 29.09.2026, 07:00 Uhr

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Um die Kinder vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen, wird in Kranzberg die Option einer Freilufthalle statt eines Allwettersportplatzes diskutiert (Symbolbild). © Frank Rumpenhorst/dpa

Der Kranzberger Gemeinderat debattiert über den Außenbereich der 8,7-Millionen-Grundschulerweiterung. Das Gremium beschäftigte die Frage, ob statt eines Allwetterplatzes eine Freilufthalle gebaut werden sollte.

Kranzberg – Die Grundschulerweiterung, besser gesagt der wegen der Einführung einer Ganztagsbetreuung notwendige alleinstehende Neubau, ist dem Gemeinderat Kranzberg lieb und teuer. Zum einen handelt es sich mit gut 8,7 Millionen um das kostspieligste Projekt seit Jahrzehnten, zum anderen weckt es trotz erklärtermaßen großem Sparwillen immer noch Begehrlichkeiten. Das hat sich jetzt in der Sitzung nach der Sommerpause bei der Vorstellung der Freianlagenplanung wieder gezeigt.

Regenrinnen oder Rigolen

Petra Werner vom Landschaftsarchitekturbüro „Freiraum“ in Freising stellte eine Neugestaltung, respektive eine Instandsetzung der Außenbereiche im Bereich von Schule und Neubau vor – inklusive Pausenhof, Sportflächen, Spielgeräten und Klettergerüst. Thema war dabei auch, wie man mit dem anfallenden Oberflächenwasser umgeht. Wegen der Hanglage des Neubaus kein unwesentlicher Aspekt, wie aus den Ausführungen von Werner hervorging. Die aktuelle Planung sah Rinnen zur Ableitung des Regenwassers sowie eine Retentionsrückhaltemulde vor. Damit das Wasser gedrosselt abgeleitet werden könne, so Werner.

Vize-Bürgermeister Florian Vierthaler (KGL) sprach sich indes vehement gegen die Rinnen aus. Aus seiner Sicht sei das „ein Wahnsinn“. Die Rinnen müssten regelmäßig sauber gemacht werden, was am Hausmeister hängenbleibe, so Vierthaler. Das sei ein Mordsaufwand, zum anderen würden 35.000 Euro für die Rinnen „verballert“. Er sprach sich dafür aus, zumindest einen Teil des Wassers versickern zu lassen. Für den Rest schlug er vor, „mit Regolen“, also mit unterirdisch verlegten Pufferspeichern und Rohren, zu arbeiten. Maximilian Huber, Bautechniker im Rathaus, erklärte aufgrund der Bodenbeschaffenheit dagegen: „Da versickert nichts.“ Man habe schon Versuche dazu gemacht. Werner befürchtete bei der Verwendung von Regolen „einen unterirdischen Rückstau“.

3. Bürgermeister will Freilufthalle

Ganz anderer Art war ein Vorschlag von Anton Hierhager (SPD), seines Zeichens 3. Bürgermeister. Er brachte in Bezug auf die Ertüchtigung des sogenannten „Allwetterplatzes“ eine nach allen Seiten offene „Freilufthalle“ ins Gespräch. Als Grund gab er die zunehmende Hitze im Sommer, respektive den fortschreitenden Klimawandel sowie die damit verbundene Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken, an. „Bei den Kosten liegen wir gar nicht so weit weg von dem, was der Allwetterplatz kosten würde“, spekulierte Hierhager. Werner gab ihm insofern recht, als das sicherlich ein Thema sei, mit dem man sich in der Zukunft beschäftigen sollte. „Da reden wir aber von einem sechsstelligen Betrag“, erklärte sie zu der Idee mit der Freilufthalle. Hierhager widersprach dem nicht.

Wie er dem FT inzwischen mitteilte, würden die Kosten Recherchen zufolge bei „300.000 plusminus x“ liegen. Für den Allwetterplatz, besser gesagt für die angedachten Sportflächen, inklusive Laufbahn, waren 340.000 Euro veranschlagt. Davon seien allerdings 240.000 Euro förderfähig, wie Werner aufzeigte. Dass es auch für die Freilufthalle eine Förderung gäbe, ist laut Hierhager nicht auszuschließen. Am Ende hat man das Thema vertagt.

Anfang Oktober soll die Variante mit den Regolen mit besagten Rinnen verglichen werden. Ferner ist die Thematik einer Freiluftarena zu prüfen, hieß es in einer von Geschäftsleiterin Theresa Schmid formulierten Schlussbemerkung. Zudem ist die Zugänglichkeit näher zu betrachten – Stichwort Zufahrtsmöglichkeit für die Feuerwehr. Ein Aspekt, auf den Konrad Neumair (KGL) aufmerksam gemacht hatte. Aufgrund eines Novums, wonach Rätinnen und Räte künftig auch „online“ an den Sitzungen teilnehmen können, war er erstmals zugeschaltet.