Freizeitangebot: So investiert Quierschied in seine Spielplätze

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Freizeitangebot So investiert Quierschied in seine Spielplätze

Quierschied · Quierschied bündelt Mittel, baut weniger genutzte Anlagen zurück und investiert in attraktivere Plätze. Eine Übersicht.

23.09.2026 , 23:00 Uhr

 Stattliche Bäume sorgen auf dem Spielplatz an der Ringstraße in Fischbach-Camphausen für viel natürlichen Schatten. Gerade an heißen Sommertagen ist das ein großer Vorteil.

Stattliche Bäume sorgen auf dem Spielplatz an der Ringstraße in Fischbach-Camphausen für viel natürlichen Schatten. Gerade an heißen Sommertagen ist das ein großer Vorteil.

Foto: Heiko Lehmann

Große Bäume umgeben den Spielplatz an der Ringstraße in Fischbach-Camphausen und sorgen für natürlichen Schatten. Ein kostenloser Hitzeschutz, der gerade in Sommern wie dem vergangenen viel wert ist. Während sich andere Spielflächen stark aufheizen, lassen sich hier selbst an heißen Tagen Rutsche, Schaukeln und Klettergeräte nutzen, ohne ständig der prallen Sonne ausgesetzt zu sein. Die Ringstraße ist einer von 22 Spielplätzen der Gemeinde Quierschied.

Zehn liegen im Gemeindebezirk Quierschied, sieben in Fischbach-Camphausen und fünf in Göttelborn. Wie sich diese Anlagen entwickeln, überlässt die Gemeinde nicht dem Zufall. Vor rund vier Jahren entstand ein Spielplatzkonzept, dessen Ergebnisse 2022 den Ortsräten vorgestellt wurden.

Gemeinde setzt Geld gezielt für bessere Plätze ein

 Auch ein Sandkasten gehört zum Angebot auf dem Spielplatz an der Goethestraße in Göttelborn. Für die kommenden Jahre setzt die Gemeinde auf den Erhalt und die schrittweise Aufwertung ihrer Spielplätze.

Auch ein Sandkasten gehört zum Angebot auf dem Spielplatz an der Goethestraße in Göttelborn. Für die kommenden Jahre setzt die Gemeinde auf den Erhalt und die schrittweise Aufwertung ihrer Spielplätze.

Foto: Heiko Lehmann

Dabei verfolgt Quierschied unter anderem das Ziel, die Mittel stärker zu bündeln. Weniger genutzte Anlagen können mit Zustimmung des jeweiligen Ortsrates zurückgebaut werden. Das eingesparte Geld für Pflege und Unterhaltung soll in die verbleibenden und in der Regel größeren Spielplätze fließen.

Devise: lieber weniger, dafür attraktive und sichere Spielplätze. Ein Beispiel ist der kleinere und in die Jahre gekommene Spielplatz in der Quierschieder Schillerstraße, der 2023 zurückgebaut wurde.

Gleichzeitig dokumentiert ein Mitarbeiter des Bauhofes fortlaufend den Zustand der Anlagen. Alter und Verschleiß der Geräte, Defekte, Wirtschaftlichkeit und die Nutzung eines Platzes spielen nach Angaben der Verwaltung eine Rolle bei der Entscheidung, wo investiert wird.

Seit 2023 ersetzt die Gemeinde außerdem den bislang verwendeten Rindenmulch beim Fallschutz schrittweise durch Sand. Bei der Sicherheit gibt es drei Kontrollstufen: regelmäßige Sichtkontrollen, genauere operative Prüfungen von Funktion und Verschleiß sowie eine jährliche Hauptprüfung.

Großinvestition im Lasbachtal

Das mit Abstand größte Spielplatzprojekt der vergangenen Jahre entstand im Lasbachtal. Dort wurde im März 2025 ein integrativer Mehrgenerationen-Spielplatz eröffnet. Rund 700.000 Euro kostete die Anlage. Etwa 346.000 Euro steuerte das Land über ein Förderprogramm bei. Zum Angebot gehören unter anderem ein Karussell für Rollstuhlfahrer, Schaukel- und Kletterbereiche, Outdoor-Fitnessgeräte, eine Multifunktionsspielfläche sowie eine 50 Meter lange Laufbahn mit Weitsprunggrube.

Vorhandener Spielplatz wurde integriert

Der bereits vorhandene Spielplatz blieb dabei erhalten und wurde in die neue Anlage integriert. Aber auch in kleinere Anlagen wurde investiert. Auf dem Spielplatz an der Ringstraße in Fischbach kamen 2021 neue Spielgeräte hinzu. 2023 wurden gleich mehrere Anlagen in Fischbach-Camphausen aufgewertet. An der Kita Pusteblume kamen eine neue Nestschaukel und ein neuer Fallschutz hinzu, außerdem wurde die Hangrutsche instandgesetzt. Auf dem Spielplatz Süd-Ost an der Tulpenstraße wurde ein neuer Turm mit Schaukel und Rutsche aufgebaut, in Camphausen der Kletterturm mit Rutsche komplett erneuert.

Diese Maßnahmen kosteten bis Ende Juni 2023 rund 50.000 Euro. Zwischen 2021 und 2025 gab die Gemeinde insgesamt gut eine Million Euro für ihre Spielplätze aus. Rund 787.000 Euro entfielen auf Investitionen und rund 244.000 Euro auf die Unterhaltung.

Eine eigene mittelfristige Finanzplanung ausschließlich für Spielplätze gibt es nach Angaben der Gemeinde nicht. Wie viel Geld zur Verfügung steht, wird jeweils mit dem jährlichen Haushalt festgelegt. Bei größeren Projekten versucht die Gemeinde zudem, Förderprogramme zu nutzen.

Für 2027 sind weitere rund 137.500 Euro an Investitionen vorgesehen. Das Geld ist unter anderem für neuen Fallschutz, Spielsand und den Ersatz von Spielgeräten vorgesehen. Hinzu kommen rund 35.000 Euro für die Unterhaltung.

Neues Kletternest am Konzertwald

Eine konkrete Maßnahme steht bereits fest: Auf dem Spielplatz Vogelnest am Konzertwald in Göttelborn wird das defekte Kletternest ersetzt. Das neue Gerät ist bereits bestellt. Den Gesamtzustand ihrer Spielplätze bewertet die Gemeinde auf Anfrage der SZ als sehr zufriedenstellend. Größerer Sanierungs- oder Erneuerungsbedarf sei derzeit nicht absehbar. Das Spielplatzkonzept solle stetig weiterentwickelt werden. (ole/brn)