Freizeiteinrichtung in Kleinblittersdorf: Förderverein investiert 100.000 Euro ins Freibad

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Freizeiteinrichtung in Kleinblittersdorf Förderverein investiert 100.000 Euro ins Freibad

Kleinblittersdorf · Mondscheinschwimmen, Hundeschwimmen und kostenlose Aqua-Fitness: Der Förderverein des Kleinblittersdorfer Freibades ist sehr rührig. Mittlerweile kommen viele Badegäste auch aus Frankreich rüber.

23.09.2026 , 23:00 Uhr

 Anstoßen im neuen Verkaufsstand auf einen erfolgreichen Freibadsommer: Yvon Thieriot, Hildegard Müller, Ulrike Niederländer, Sascha Klein, Jutta Bost, Marianne Niederländer, Christian Müller und Dr. Alexander Wegner (von links).

Anstoßen im neuen Verkaufsstand auf einen erfolgreichen Freibadsommer: Yvon Thieriot, Hildegard Müller, Ulrike Niederländer, Sascha Klein, Jutta Bost, Marianne Niederländer, Christian Müller und Dr. Alexander Wegner (von links).

Foto: Heiko Lehmann

Der neunjährige Alessio muss nicht lange überlegen, warum er Mitglied im Förderverein Freibad Kleinblittersdorf ist. „In den Sommerferien war ich fast jeden Tag hier. Unser Freibad ist das beste der Welt. Wir haben einen Dreier und sonntags gibt es immer Waffeln“, sagt er.

Förderverein hat rund 200 Mitglieder

Mit seiner Begeisterung ist Alessio nicht allein. Rund 200 Menschen gehören inzwischen dem Förderverein an, etwa 30 bilden den festen Helferkreis. Und es dürfte nicht viele Fördervereine für ein Freibad geben, die so rührig für ihr Bad unterwegs sind wie die Kleinblittersdorfer. Allein in diesem Jahr kamen bei Veranstaltungen bereits mehr als 1250 ehrenamtliche Arbeitsstunden zusammen. Die Mitglieder organisieren unter anderem Ostereiersuche, Mondscheinschwimmen und Hundeschwimmen, unterstützen Schwimmkurse und bieten kostenlose Aqua-Fitness an.

Zu einem zentralen Element der Vereinsarbeit ist der Verkaufsstand geworden. Früher mussten die Helfer für Veranstaltungen einen Pavillon aufbauen und noch am selben Abend wieder abbauen. Seit 2025 steht im Freibad ein fester Verkaufspavillon. Christian Müller übernahm dort Elektroinstallation und Innenausbau. Rund 200 freiwillige Arbeitsstunden investierte er 2025, weitere 150 kamen in diesem Frühjahr hinzu. Grill, Fritteuse, Kühlschrank, Waschbecken und Kasse haben inzwischen ihren festen Platz.

350 Arbeitsstunden für den Verkaufsstand

Müller ist so etwas wie der große Macher des Vereins. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern und war in den ersten drei Jahren Vorsitzender. Auf die Frage, warum er 350 Stunden in den Stand gesteckt hat, antwortet er mit einem Augenzwinkern: „Ich musste sowieso Überstunden abbauen und dann gab es ja auch noch die Osterferien.“ Dann wird er ernst: „Das Freibad ist für mich eine Herzensangelegenheit.“ Der Stand erleichtert nicht nur die Arbeit. Er ist Treffpunkt und zugleich wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Verein. Gerade bei den Mondscheinschwimmen treffen sich dort Besucher, essen und trinken und genießen den Blick über Kleinblittersdorf bis nach Frankreich.

Die Überschüsse aus Veranstaltungen und Verkaufsständen sowie Mitgliedsbeiträge und Spenden fließen nach Abzug der Kosten zurück ins Freibad. Bis Ende 2025 hat der Verein knapp 100.000 Euro investiert. Dazu gehören eine Rutsche für das Nichtschwimmerbecken für rund 11.000 Euro, Sonnenschutz, Spielgeräte, Außenumkleiden und Sitzmöglichkeiten. Rund 9.000 Euro steckte der Verein in eine Wärmepumpe für das Planschbecken. Hinzu kommen Schwimmutensilien, Wasserspielzeug und der Verkaufsstand.

„Traum ist in Erfüllung gegangen“

Dass es einmal so weit kommen würde, war keineswegs selbstverständlich. 2012 wurde der Förderverein Kleinblittersdorfer Bäder zunächst gegründet, um das Hallenbad zu erhalten. Das gelang nicht. 2015 geriet auch das Freibad in Gefahr. Teile des Beckenrandes waren abgebrochen, das Bad musste mehrfach schließen. Mehr als 1.000 Unterschriften wurden für den Erhalt gesammelt. Rund 50 Menschen erklärten sich bereit, mitzuhelfen. 2016 blieb das Bad wegen der Sanierung geschlossen, 2017 öffnete es wieder. Aus dem Förderverein Kleinblittersdorfer Bäder wurde der Förderverein Freibad Kleinblittersdorf. Eine derjenigen, die diese Entwicklung miterlebt haben, ist Ulrike Niederländer, Vorsitzende von 2015 bis 2022. „Wir hatten damals alle einen Traum, dass das alles mal so werden könnte“, sagt sie. „Mittlerweile ist der Traum in Erfüllung gegangen.“

Wie lebendig das Freibad inzwischen ist, zeigte der Rekordsommer. Allein beim zusätzlichen Mondscheinschwimmen am 12. August kamen 1.642 Badegäste, gegen 18.30 Uhr waren rund 1.000 Menschen gleichzeitig auf dem Gelände. Gäste reisen inzwischen auch aus der Region Metz, dem Nordsaarland und Rheinland-Pfalz an.

Winterpause wird genutzt für die Sponsorensuche

Nach dem Saisonende wird es für die Helfer etwas ruhiger – aber keineswegs ruhig. „Wir werden noch unseren Stand streichen und alles winterfest machen“, sagt Jutta Bost, die seit 2022 Vorsitzende ist. „Im November sind wir auf dem Martinimarkt dabei und wollen vielleicht auch einen Stammtisch ins Leben rufen. In der Winterpause geht es auch darum, Förderanträge zu stellen und Sponsoren zu suchen.“ Und dann beginnt irgendwann wieder die nächste Freibadsaison. Spätestens sonntags dürfte auch Alessio wieder am Becken stehen. Schließlich gibt es dort nicht nur einen Dreier. Es gibt auch wieder Waffeln. (sm/brn)