Radeon RX 9000: Frame Generation wird flüssiger, aber nicht überall
AMD hat mit der Adrenalin Edition 26.10.1 die Bildausgabe der KI-basierten FSR Frame Generation überarbeitet. Das bestätigte das US-Unternehmen auf Nachfrage von PCGH. Die Änderungen sollen ungleichmäßige Frametimes reduzieren und damit insbesondere auf Grafikkarten der Radeon-RX-9000-Serie für eine flüssigere Darstellung sorgen.
Der Treiber steht seit dem 20. Oktober 2026 bereit. Ob die Verbesserungen greifen, hängt allerdings von der im jeweiligen Spiel integrierten Version der FSR Frame Generation ab. Die Anforderungen sind dabei höher als für den bereits bekannten Treiber-Override, mit dem AMD ältere FSR-Integrationen auf die KI-basierte Zwischenbildberechnung umstellt.
AMD hat die Schwankungen bei den Frametimes nach eigenen Angaben direkt im Grafiktreiber reduziert. Die Änderungen sollen eine gleichmäßigere Ausgabe der berechneten und generierten Bilder ermöglichen. Voraussetzung ist eine Radeon RX 9000 auf Basis von RDNA 4 sowie ein Spiel, das FSR Frame Generation ab Version 3.1.6 integriert hat.
Ein separates Spiel-Update ist dafür nicht erforderlich, sofern der Entwickler bereits eine entsprechend aktuelle FSR-Version eingebunden hat. Mit Adrenalin 26.10.1 soll die Verbesserung dann automatisch zur Verfügung stehen. Wie AMD das Frame Pacing im Treiber konkret verändert hat, erläutert der Hersteller allerdings nicht.
Entscheidend ist die Versionsgrenze. Laut AMDs Entwicklerportal GPUOpen genügt für den Treiber-Override auf die KI-basierte Frame Generation bereits eine Integration ab FSR 3.1.4. Damit können auch Spiele mit FSR 3.1.4 oder 3.1.5 die neuere Zwischenbildberechnung nutzen.
Für das verbesserte Frame Pacing gilt diese Zusage jedoch nicht. Hier nennt AMD ausdrücklich FSR 3.1.6 oder neuer als Voraussetzung. Welche technischen Änderungen zwischen den Versionen für die Treiberkorrektur notwendig sind, bleibt offen.
Radeon RX 7000 und ältere Grafikkarten profitieren ebenfalls nicht von der Neuerung. Die KI-basierte Frame Generation ist seit der Einführung von FSR Redstone im Dezember 2025 der RDNA-4-Generation vorbehalten. Ältere Radeon-Modelle verwenden weiterhin die analytische Frame Generation aus FSR 3.1.
| Merkmal | Angabe laut AMD |
|---|---|
| Grafikkarte | Radeon RX 9000 (RDNA 4) |
| Integration im Spiel | FSR Frame Generation 3.1.6 oder neuer |
| Umsetzung | Treiberebene (Adrenalin 26.10.1) |
| Radeon RX 7000 und älter | nicht berücksichtigt (analytische FSR 3.1 Frame Generation) |
In den offiziellen Release Notes zu Adrenalin 26.10.1 wird das verbesserte Frame Pacing nicht ausdrücklich aufgeführt. AMD nennt dort unter anderem FSR Upscaling 4.1 für Radeon RX 6000 und ausgewählte Ryzen-AI-APUs, Unterstützung für vier neue Spiele und eine Fehlerkorrektur.
Vorgestellt hatte AMD die Überarbeitung bereits am 20. Oktober in einer Videopräsentation. Nähere Angaben zur technischen Umsetzung fehlten damals noch. Erst auf PCGH-Nachfrage bestätigte der Hersteller, dass die Änderungen auf Treiberebene vorgenommen wurden und welche FSR-Version dafür erforderlich ist.
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16 Spiele als Beispiel: Crimson Desert dabei, Cyberpunk 2077 fehlt
AMD hat PCGH insgesamt 16 Spiele genannt, in denen das verbesserte Frame Pacing auf einer Radeon RX 9000 greifen soll. Zu den Beispielen gehören Alan Wake 2, Monster Hunter Wilds und Zenless Zone Zero. Auch Resident Evil Requiem und Gears of War: E-Day sind in der Aufstellung enthalten.
Die Liste ist ausdrücklich als Auswahl zu verstehen und nicht als vollständige Übersicht aller kompatiblen Spiele. Maßgeblich bleibt die Integration von FSR Frame Generation ab Version 3.1.6. Entsprechend können weitere Titel profitieren, auch wenn AMD sie nicht einzeln aufführt.
Auffällig ist insbesondere das Fehlen von Cyberpunk 2077. Hardware Unboxed hatte das problematische Frame Pacing im August unter anderem anhand dieses Spiels untersucht. Aus der fehlenden Nennung lässt sich allerdings nicht ableiten, dass Cyberpunk 2077 grundsätzlich ausgeschlossen wäre.
Crimson Desert Enhanced: Charting the Unknown steht dagegen auf AMDs Liste. Das Spiel gehörte ebenfalls zu den Titeln, an denen Hardware Unboxed die ungleichmäßige Bildausgabe demonstriert hatte.
Als Beispiel für die Überarbeitung zeigte AMD in seiner Präsentation außerdem Assassin’s Creed Black Flag Resynced. Die gezeigten Frametime-Verläufe fielen mit dem neuen Treiber deutlich gleichmäßiger aus. Absolute Messwerte, mit denen sich die Verbesserung beziffern ließe, veröffentlichte AMD dazu allerdings nicht.
| Beispielspiel | Hinweis aus den Release Notes zu Adrenalin 26.10.1 |
|---|---|
| Alan Wake 2 | – |
| ARC Raiders | – |
| Assassin's Creed Black Flag Resynced | Abstürze/Timeouts auf RX 7000, nicht auf RX 9000 |
| Crimson Desert Enhanced | – |
| Death Stranding 2: On the Beach | Hänger mit aktivem FSR auf RX 9000, AMD rät zum Abschalten |
| Gears of War: E-Day | – |
| Lego Batman: Legacy of the Dark Knight | – |
| Mafia: The Old Country | – |
| Monster Hunter Wilds | – |
| Pragmata | – |
| Resident Evil Requiem | – |
| Resonance: A Plague Tale Legacy | – |
| The Witcher 3: Wild Hunt Remastered | mit Adrenalin 26.10.1 neu unterstützt |
| Valor Mortis | Abstürze/Timeouts auf RX 7000, nicht auf RX 9000 |
| Yakuza Kiwami 3 & Dark Ties | – |
| Zenless Zone Zero | – |
Hardware Unboxed: FSR Frame Gen zeigte ungleichmäßige Bildabstände
Die Kritik am Frame Pacing der FSR Frame Generation hatte im August 2026 durch eine Untersuchung von Hardware Unboxed neue Aufmerksamkeit erhalten. Der YouTube-Kanal testete zehn Spiele mit einer Radeon RX 9070 XT und Adrenalin 26.7.1. Zum Einsatz kamen sowohl Spiele mit einer per Treiber aufgewerteten FSR-3.1-Integration als auch Titel mit nativer FSR-4-Einbindung.
Die Bildausgabe wurde mithilfe einer Zeitlupenkamera untersucht. Dabei zeigte sich, dass einzelne Bilder teilweise rund viermal so lange auf dem Bildschirm verblieben wie das unmittelbar folgende Bild. Die generierten Frames wurden demnach nicht in gleichmäßigen Abständen ausgegeben.
Das wirkte sich deutlich auf die wahrgenommene Flüssigkeit aus. Obwohl die Bildratenanzeige mit aktiver Frame Generation ungefähr 120 Fps meldete, fiel der sichtbare Unterschied gegenüber einer Ausgabe mit 60 Fps teilweise gering aus. Die höhere Zahl berechneter beziehungsweise generierter Bilder führte somit nicht automatisch zu einer entsprechend gleichmäßigeren Darstellung.
Auch Änderungen an den üblichen Einstellungen brachten in den damaligen Tests keine Abhilfe. Weder erzwungenes V-Sync noch AMDs Empfehlung, vor der Zwischenbildberechnung mindestens 60 Fps zu erreichen, beseitigten das beobachtete Muster.
Nvidias DLSS Frame Generation zeigte im direkten Vergleich eine gleichmäßigere Bildausgabe. Die Untersuchung machte damit deutlich, weshalb die reine Fps-Anzeige bei Frame Generation nur begrenzt aussagekräftig ist. Entscheidend ist auch, in welchen zeitlichen Abständen die einzelnen Bilder tatsächlich dargestellt werden.
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Genau bei diesen Abständen setzt AMD nach eigenen Angaben mit Adrenalin 26.10.1 an. Ob der neue Treiber sämtliche im August beobachteten Probleme beseitigt, lässt sich aus der Herstellerbestätigung jedoch nicht ableiten.
Dafür sind neue Messungen unter vergleichbaren Bedingungen erforderlich. Insbesondere die tatsächliche Bildausgabe sollte erneut überprüft werden, denn eine Frametime-Kurve aus der Software bildet nicht zwangsläufig alle Auffälligkeiten ab, die bei der Darstellung auf dem Monitor entstehen.
Adrenalin 26.10.1: Weiterhin bekannte Probleme mit FSR
Trotz der Verbesserungen beim Frame Pacing führt AMD in den Release Notes zu Adrenalin 26.10.1 weiterhin mehrere Probleme im Zusammenhang mit FSR auf. Drei der insgesamt zwölf bekannten Fehler betreffen die Technik auf Grafikkarten der Radeon-RX-9000-Serie. Darunter befindet sich auch ein Spiel, das AMD als Beispiel für das verbesserte Frame Pacing nennt.
In Death Stranding 2: On the Beach kann es mit aktiviertem FSR zu Hängern kommen. AMD empfiehlt betroffenen Spielern deshalb, FSR vorübergehend zu deaktivieren. Damit entfällt in diesem Fall allerdings auch die Möglichkeit, die Verbesserungen der FSR Frame Generation zu nutzen.
Ein weiteres bekanntes Problem betrifft den Wechsel zwischen Anwendungen sowie das Ein- und Ausblenden von Overlays. Bei aktivierter FSR Frame Generation können entsprechende Vorgänge zu Abstürzen oder einem Einfrieren des Systems führen.
Als vorläufige Abhilfe empfiehlt AMD, V-Sync zu aktivieren. Diese Empfehlung betrifft jedoch die Stabilitätsprobleme und ist nicht mit einer Lösung für das zuvor kritisierte Frame Pacing gleichzusetzen. In den Tests von Hardware Unboxed im August hatte V-Sync die ungleichmäßige Bildausgabe nicht behoben.
Auch Cyberpunk 2077 steht weiterhin in der Liste bekannter Probleme. Werden FSR Upscaling, Radeon Anti-Lag und die Frame Generation des Spiels gleichzeitig verwendet, kann es zu Abstürzen kommen, wenn auf einem zweiten Monitor ein Video läuft.
AMD empfiehlt für diesen Fall, die Frame Generation zu deaktivieren. Die mögliche Verbesserung des Frame Pacings ändert an dieser Einschränkung zunächst nichts.
Mit Adrenalin 26.10.1 hat AMD somit einen der wesentlichen Kritikpunkte an seiner KI-basierten Frame Generation aufgegriffen. Die Bestätigung bezieht sich allerdings auf Radeon RX 9000 und Spiele mit FSR Frame Generation ab Version 3.1.6. Wie stark die Bildausgabe tatsächlich profitiert und ob die von Hardware Unboxed dokumentierten Auffälligkeiten vollständig verschwunden sind, müssen unabhängige Nachtests zeigen.
- Besitzer einer Radeon RX 9000 können mit Adrenalin 26.10.1 von einer gleichmäßigeren Bildausgabe profitieren, sofern das Spiel FSR Frame Generation ab Version 3.1.6 unterstützt.
- Bei älteren FSR-Versionen greift die Verbesserung nicht, und auch Radeon RX 7000 sowie frühere Grafikkartengenerationen bleiben außen vor.
- Unabhängige Tests müssen zeigen, wie stark das Frame Pacing tatsächlich profitiert; bekannte FSR-Probleme und Absturzrisiken bestehen weiterhin.
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Quellen: AMD