Fußball-Bundesliga: Unions Zingler moniert Scheinheiligkeit bei Investoren-Thema

Union-Präsident Dirk Zingler hat die deutsche Kritik am von FIFA-Präsident Gianni Infantino mittlerweile zurückgerufenen Investorenmodell moniert. „Das ist eine Diskussion, die an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten ist“, sagte der 61-Jährige in einer Medienrunde am Rande des Trainingslagers im österreichischen Irdning. „Ich kann mich daran erinnern, dass die Liga vor zwei, drei Jahren für die Vermarktung ihrer Rechte Investoren mit hineinnehmen wollte. Also eigentlich genau das gleiche Modell für ihren Spielbetrieb: Die FIFA macht ja nur die WM, die Liga macht die Liga.“

Zingler vermisst deshalb in Deutschland eine klare eigene Haltung, die nicht darin münden dürfe, „andere belehren zu wollen“. Der Unternehmer kritisiert „diese ideologische Empörung“, obwohl er selbst Infantino nicht schätzt und auch gegen die Einführung der Super League war. „Ich habe damals schon gesagt, diese Monster müssen sterben. Für mich ist die gesamte Entwicklung - wie gesagt - an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten“, erklärte er.

Allerdings glaubt der Funktionär, dass diese Tendenzen nicht mehr aufzuhalten seien, da auch andere Sportarten ihre Wettbewerbe nur noch mit Hilfe externer Investoren durchführen: „Und wir alten Fußballromantiker können uns gerne noch dagegen empören, aber ändern tun wir es nicht.“

Seitenhieb gegen RB Leipzig

Eine Änderung könne nur gelingen, wenn man bei der eigenen Liga anfangen würde, sagte Zingler und nahm erneut RB Leipzig ins Visier. „Bei uns spielen im Ligaspielbetrieb Kapitalgesellschaften mit. Einer hat gestern oder vorgestern noch 125 Millionen Euro eingenommen und eine Fußballgesellschaft gegründet, um sein Produkt zu bewerben“, sagte Zingler über den Transfer von Yan Diomande von RB Leipzig zu Real Madrid. „Wenn wir in Deutschland andere belehren, dann sollten wir erst einmal vor der eigenen Haustür kehren.“

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