Fünf Ideen, wie man die langen Herbstferien 2026 gestalten kann

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Fünf Ideen, wie man die langen Herbstferien 2026 gestalten kann

Zehn Tage Herbstferien gibt es selten. Was anfangen mit der Familienzeit? Fünf Vorschläge für alle Budgets und unterschiedliche Geschmäcker

Sascha Aumüller

Die Feiertage fallen 2026 außerordentlich gut für Familien mit schulpflichtigen Kindern, die zu den Herbstferien etwas unternehmen oder verreisen wollen. Zehn volle Tage stehen heuer ab dem Wochenende vom 24. Oktober und mit den Feier- und schulfreien Tagen bis zum 2. November zur Verfügung. Eine Herausforderung bleibt aber: das Budget. Gerade erst sind die Sommerferien vorüber und die Urlaubskassen leer.

1. Später Badeurlaub in Ägypten

Bei den großen Anbietern von Pauschalreisen gehören Ägypten heuer noch vor der Türkischen Riviera und Kreta zu den Topzielen für die Herbstferien. Zwei Erwachsene mit einem zwölfjährigen Kind, die etwa eine Woche lang (von Samstag 24.10. bis Samstag 31.10.) in Hurghada in einem Vier-Sterne-Resort urlauben, müssen inklusive der Flüge mit Preisen ab 3.500 Euro rechnen. Das ist nicht mehr so günstig wie in verganenen Saisonen, aber die Kosten sind immerhin gut vorab kalkulierbar, da viele Angebote auf Basis all-inclusive oder Halbpension sind.

Eine Frau schnorchelt nahe einem tropischen Korallenriff im klaren Wasser. Im Hintergrund sind ein Sandstrand mit Palmen und Strohhütten-Sonnenschirmen zu sehen. Red Sea, Ägypten.
Schnorcheln Ende Oktober? Das geht ohne langen Flug fast nur in Ägypten.

Oktober ist am Roten Meer eine Hauptsaison, weil die Meerestemperatur durchschnittlich noch bei 27 Grad liegt. Deshalb darf man sich auch unter Anbietern von Restplätzen hier kaum Rabatte erhoffen. Die einzige Möglichkeit, zu sparen, besteht im Ausweichen auf weniger Qualität. Ob 200 bis 300 Euro Abschlag für ein oft wirklich nicht attraktives Drei-Stern-Hotel die Ersparnis wert sind, muss aber jeder selbst beurteilen.

Was seit dem 1. August dazukommt: Ägypten modernisiert gerade seine Einreiseverfahren für internationale Reisende. Am Internationalen Flughafen Kairo ist eine Pilotphase für ein neues digitales Visa-on-Arrival-System gestartet, das den bisherigen Visumaufkleber schrittweise ersetzen soll. Ein Visa-QR-Code kann über ein offizielles Online-Portal, eine neue App oder an Selbstbedienungsautomaten in den Ankunftshallen des Flughafens Kairo erstellt werden. Die Gesamtkosten bleiben mit 36 US-Dollar nahezu unverändert. Nach dem Start in Kairo soll das digitale System schrittweise auf weitere internationale Flughäfen in Ägypten ausgeweitet werden. Ob sich das für die Herbstferien in Hurghada ausgeht, ist noch unklar.

2. Auf Haustiere in der Fremde aufpassen

Ein radikaler Gegenentwurf zur Pauschalreise ins All-inclusive-Resort kommt unterdessen von Plattformen wie Nomador. Sie bringen Menschen zusammen, die einerseits Haustiere haben und temporär jemanden suchen, der auf diese aufpasst und anderseits solche, die reisen und dafür Tiere sitten wollen. Das System funktioniert über eine Mitgliedschaft, die ab 34 Euro für drei Monate zu haben ist. Herrl und Frauerl treten dafür mit Reisewilligen in Kontakt, indem sie auf der Plattform ein Inserat aufgeben. Das wird von potenziellen Gassigehern und Fütternden gesichtet. Wenn es für beide Seiten passt, einigt man sich darauf, eine bestimmte Zeit lang auf die Tiere aufzupassen und dafür kostenlos bei den Gastgebern wohnen zu bleiben. Aber ist solch ein System auch für eine vordefinierte Ferienwoche geeignet?

Ein Mops sitzt in einem türkisfarbenen Schwimmreifen mit großen Comic-Augen und einem lachenden Mund, umgeben von klarem, blauem Wasser.
Wer Haustiere gegen Logis sittet, muss den Pool unter Umständen nur mit einem Mops teilen.

Wir haben den Test gemacht und nach Angeboten zwischen dem 24. und 31. Oktober gesucht. Je nach Plattform und Gastgeber ist es unterschiedlich schwierig, als Familie zum Haustiersitting anzureisen. Nicht immer stimmt der mögliche Reisezeitraum genau mit den Wünschen der Tierbesitzerinnen und -besitzer überein, aber es finden sich durchaus Angebote aus ganz Europa und sogar in der Karibik. Darüber hinaus hat man die Möglichkeit zu filtern, ob sich der Haushalt mit Tieren etwa in einer Stadt, am Meer oder in den Bergen befinden soll. Zu den Kosten der Mitgliedschaft kommt dann nur noch die Anreise und Verpflegung hinzu, die Kosten für das Futter der Haustiere trägt die Hausherrin, der Hausherr. Fazit: Das System funktioniert auch für kurze Zeiträume wie die Herbstferien, wer als Reisender flexibler ist, profitiert aber mehr von den Angeboten.

3. Im Nachtzug nach Florenz

Wer eine kurze, aber stilvolle Reise in den Herbstferien bevorzugt, kann ja den Nachtzug nach Florenz nehmen. Tatsächlich braucht es aber das gesamte Zeitfenster von 24.10. bis 2.11, um überhaupt noch eine Gelegenheit zu finden, zu der es freie Plätze und buchbare Verbindungen gibt. Bei unserer Testbuchung war das der 26. Oktober von Wien aus hin und der 29. Oktober von Florenz retour. Verfügbar sind dann drei Mini-Cabins, die hin und retour für zwei Erwachsene und ein zwölfjähriges Kind 619,40 Euro kosten – Nachtzug fahren muss man sich schon auch leisten können.

Zwei Personen mit Strohhüten schauen auf die Aussicht über Florenz, Italien, mit der markanten Kuppel des Doms Santa Maria del Fiore im Hintergrund.
Ende Oktober ist Florenz schon günstig, die Anreise im Nachtzug kostet anteilig am meisten.

Der Vorteil: Man benötigt dann nur noch zwei Nächtigungen in Florenz (27. bis 29.10.) und kann sich Ende Oktober eine wirklich schöne Unterkunft leisten. Wir fanden bei unserer Recherche Ende Juli etwa die Villa Carlotta in bester Lage am Palazzo Pitti um 340 Euro für die dreiköpfige Familie. Den Aufpreis fürs Frühstück steckt man lieber in einen ordentlichen Cappuccino mit Süßkram in der Altstadt, da Italien eh keine Nation von üppig Frühstückenden ist.

Die Stadt ist zu dieser Zeit schon etwas ruhiger, die Restaurants sind nicht mehr überfüllt. In einem Mittelklasse-Lokal sollte man pro Abendessen mit 90 Euro rechnen, die Ausgaben für Snacks und Trinken tagsüber belaufen sich pro Tag auf mindestens 50 Euro. Drei volle Tage mit Nachtzug kosten demnach für eine dreiköpfige Familie ohne Eintritte rund 1.250 Euro.

4. Naturkur auf der Alm

Die nicht mehr benötigte Kammer des Knechts oder der Magd als "Fremdenzimmer" anzubieten, entspricht längst nicht mehr dem heutigen Verständnis von Urlaub am Bauernhof. Bei dem Zusammenschluss macht man sich längst auch Gedanken darüber, was der gesundheitliche Benefit einer Auszeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb sein kann. Mittlerweile wollen auch 532 Almhütten in ganz Österreich unter Beweise stellen, dass ein Urlaub auf der Alm im Herbst wie eine natürliche Kur wirken kann.

Eine Alm in der Herbstsonne.
Einfache Almen kosten inklusive Höhenluftkur Ende Oktober ab 500 Euro pro Woche.

Niedrige Luftfeuchtigkeit, kühlere Temperaturen und die klare Luft nach den ersten Nachtfrösten schaffen ein ideales Reizklima und reduzieren die Belastung durch viele Allergene. Patienten mit Heuschnupfen oder Asthma erleben eine signifikante Reduktion der Symptome. Die saubere, kalte Höhenluft wirkt wie eine Klimatherapie und kann die entzündlichen Prozesse in den Atemwegen beruhigen. Außerdem trainiert der Wechsel zwischen frischer Morgenluft und der wärmenden Herbstsonne die Thermoregulation unseres Körpers und stärkt die Abwehrkräfte.

Die Suche nach freien Hütten spuckt während der Herbstferien ganze 234 Ergebnisse aus. Was auch daran liegen mag, dass es schon spät im Jahr ist und frisch werden kann auf der Alm. Es sind aber tolle Hütten dabei, die Woche kostet ab rund 500 Euro für eine Familie mit einem Kind bis knapp unter 3.000 Euro, wenn man ein Haus in einem künstlichen Chalet-Dorf bevorzugt, das alle Stückerl spielt. Mit Almleben hat das aber wenig zu tun.

5. Off-Season nach Sardinien

Manche als eher teuer geltenden Reisezeile verzeichnen im Herbst einen besonders starken Preisverfall. Aktuell bestes Beispiel ist Sardinien, wie eine Untersuchung des Bewertungsportals Holidaycheck zeigt, das Preise von über 100 Reiseveranstaltern vergleicht. Dort besteht auf ein Paar gerechnet bei einer einwöchigen Pauschalreise (inklusive Flug und mindestens einer Verpflegung pro Tag) das größte Einsparungspotenzial: Im Oktober kostet die Woche rechnerisch 2.420 Euro statt im Hochsommer 3.460 Euro – also gut 30 Prozent weniger. Wir haben nachgerechnet, ob die rechnerische Ersparnis auch real zu erzielen ist, wenn man auf großen Pauschalreiseportalen für eine Familie bucht.

Luftaufnahme eines Strandes mit türkisfarbenem Wasser, umgeben von felsigen Klippen. Mehrere bunte Sonnenschirme verteilen sich auf dem Sandstrand, während Boote im klaren Meer vor Anker liegen. Die Umgebung ist grün und felsig. Italien, Sardinien.
In den Herbstferien sind Sardiniens Strände nicht mehr so voll wie auf dem Bild, dass Wasser ist aber schon kühl.

Sechs Nächte in den Herbstferien (von 26.20 bis 1.11.) sind dort für zwei Erwachsene mit einem zehnjährigen Kind in einem Vier-Sterne-Hotel ab 2.800 Euro als Pauschalreise mit Flug ab Wien und Frühstück zu bekommen. Mit zwei geringfügig älteren Kindern (zwölf und 14 Jahre) steigt der Mindestpreis im selben Haus trotz Familienzimmer allerdings schon auf über 4.000 Euro. Zum Gegencheck: Exakt dasselbe Angebot kostet im August (24. bis 30.) etwas mehr als 4.800 Euro. Das sind zwar nur 20 Prozent Aufpreis oder Ersparnis, aber immerhin.

Gilt das für alle Destinationen? Für viele, aber es gibt auch gegenläufige Trends: Weil man auf den Kanarischen Inseln auch im Oktober noch baden kann, kostet die Woche dort im Schnitt sogar mehr als im August. Wer schon immer etwas für Sardinien übrig hatte, aber dachte, sich die Insel nicht leisten zu können, unternimmt im Sommer andere Dinge und verlagert den Familienurlaub in die Nebensaison; vorausgesetzt natürlich, die Herbstferien fallen so gut wie in diesem Jahr. Kein Vorteil ohne Nachteil: Wem Badeurlaub das Allerwichtigste ist, kann im Oktober Pech auf Sardinien haben. Die Wassertemperatur sinkt dann von 24 Grad zu Beginn des Monats auf 19 gegen Ende. Wer dagegen flexibel und aktiv bleibt (wandern, Rad fahren etc.), erlebt zudem eine wesentlich entspanntere Zeit auf der Insel als zur Hochsaison. (Sascha Aumüller, 10.8.2026)

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