Fünfmal so viele wie im Vorjahr: Zahl der Hitzetoten in Bayern schießt in die Höhe
Stand: 17.09.2026, 19:37 Uhr
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Das RKI schätzt für Bayern rund 2150 Hitzetote bis Anfang September – ein Vielfaches des Vorjahres. Besonders eine Juniwoche war verheerend.
München – In Bayern haben die extremen Temperaturen in diesem Jahr offenbar einen erschreckend hohen Tribut gefordert. Das Robert Koch-Institut (RKI) beziffert die Zahl der hitzebedingten Todesfälle im Freistaat auf geschätzte 2150 – und damit auf ein Vielfaches des Vorjahreswerts.

RKI nennt neue Zahlen für 2026: Fünfmal so viele Hitzetote wie im Vorjahr in Bayern
Der aktuelle RKI-Bericht umfasst den Zeitraum vom 6. April bis zum 6. September. Im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres waren in Bayern lediglich rund 410 Menschen infolge von Hitze gestorben. Besonders betroffen sind ältere Personen. Das Institut räumt zugleich ein, dass die Schätzung für das laufende Jahr noch mit erheblicher Unsicherheit behaftet sei: Die Spanne reiche von 1.420 bis 2.770 Todesfällen. Noch in der Vorwoche hatte das RKI die Zahl für Bayern auf etwa 2.220 beziffert. Den leichten Rückgang der Schätzung erklärte das Institut damit, dass sich sowohl die Datenbasis als auch das zugrundeliegende Berechnungsmodell mit jeder Woche weiter verfeinerten.
Im bundesweiten Vergleich steht Bayern nicht an der Spitze. Baden-Württemberg verzeichnete trotz geringerer Einwohnerzahl laut RKI geschätzte 3.810 hitzebedingte Sterbefälle, Hessen – ebenfalls kleiner als Bayern – kam auf 2.260. In Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, lag die Schätzung bei 2.860. Setzt man die Zahlen ins Verhältnis zur Bevölkerung, ergibt sich für den Freistaat ein Wert von 16,2 Hitzetoten je 100.000 Einwohner – der sechsthöchste unter allen Bundesländern. Am stärksten betroffen war das Saarland mit einem Wert von 56, am wenigsten Schleswig-Holstein mit lediglich 2,2.
Hitzewelle Ende Juni mit über 40 Grad als Hauptursache
Für ganz Deutschland geht das RKI bislang von rund 16.000 hitzebedingten Todesfällen aus – auch das liegt weit über den Werten der Vorjahre. Ein großer Teil der Sterbefälle geht auf die außergewöhnlich intensive Hitzewelle in der letzten Juniwoche zurück, als regional Temperaturen von mehr als 40 Grad gemessen und mehrfach Rekorde gebrochen wurden.
Dabei handelt es sich bei den meisten Opfern nicht um klassische Hitzschlag-Fälle: In der Regel führe eine Kombination aus bestehenden Vorerkrankungen und der Hitzebelastung zum Tod, so das RKI. Auf dem Totenschein werde die Hitze in den meisten Fällen nicht als Todesursache aufgeführt. Genau deshalb greift das Institut auf statistische Berechnungsmodelle zurück, um die tatsächliche Zahl der Hitzetoten zu ermitteln. (Quelle: dpa) (bes)