Für ein Leben mit Haltung: Peter von Roeder erhält Landesehrenbrief
Stand: 06.08.2026, 19:44 Uhr
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Der ehemalige Kreistagsvorsitzende Peter von Roeder ist mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet worden. Landrätin Nicole Rathgeber beschrieb seine Sitzungsleitung als „gerecht und unparteiisch“.
Völkershausen – Der Landesehrenbrief Hessen sei für Leute mit Haltung gedacht, erklärte Landrätin Nicole Rathgeber im Saal des Ritterguts Völkershausen. Nicht nur für den Moment, sondern für Menschen, die über viele Jahre für diese Haltung einstehen würden. Peter von Roeder sei für diesen Landesehrenbrief aufgrund seiner ehrenamtlichen und kommunalpolitischen Verdienste besonders geeignet.
Den Höhepunkt seiner Leistungen erreichte Peter von Roeder zum Ende seiner kommunalpolitischen Karriere. In seiner letzten Wahlperiode als Kreistagsabgeordneter wurde er 2023 zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt – und damit zum höchsten Repräsentanten des Landkreises. Das Ergebnis hatte Seltenheitswert: 52 der 55 anwesenden Mandatsträger stimmten über alle Parteien hinweg für den Völkershäuser. Mit 74 Jahren wurde ihm diese Ehre recht spät zuteil – weil er nie selbst ins Rampenlicht drängte.
„Pflichtbewusstsein, Engagement und Freude am Ehrenamt“
Der heute 77-Jährige ist zwar bereits seit mehr als einem halben Jahrhundert Mitglied der CDU und engagierte sich über zehn Jahre im Ortsbeirat von Völkershausen, Kreistagspolitik war bis dahin aber nicht sein Ziel. 2006 verlegte er erst seinen Lebensmittelpunkt auf das Rittergut seiner Familie in Völkershausen, 2011 wurde er angesprochen, ob er sich eine Kandidatur vorstellen könnte. Er konnte und appelliert heute, es ihm nachzutun, wenn man „Pflichtbewusstsein, Engagement und Freude am Ehrenamt“ verspüre. „Gerade heute muss man sich in so einem Fall zur Verfügung stellen“, sagt von Roeder.
Als „gerecht und unparteiisch“ beschrieb Landrätin Rathgeber seine Sitzungsleitung im Kreistag. Er habe immer die Ruhe bewahrt und den Überblick behalten – auch wenn es am Anfang heiß herging. Von Roeder selbst war es wichtig, zwischendurch auch mal lachen zu dürfen.
Ein offenes Ohr für alle
1986 hatte er das Rittergut seiner Familie in Völkershausen übernommen. „Eine Lebensaufgabe“, wie er im Interview mit unserer Zeitung einmal selbst sagte. Gerade wird die untere Etage von Grund auf saniert. 2006 zog es den Rechtsanwalt dann ganz zurück ins Werratal. Seitdem ist Völkershausen mit Ehefrau Martina sein Lebensmittelpunkt – und um den kümmert sich ein Mann mit Haltung ebenso. Im Ortsbeirat habe er nicht nur Entscheidungen zum Wohl des Dorfes getroffen, sondern sei auch immer ein guter Berater für die Dorfgemeinschaft, würdigte Wanfrieds Bürgermeister Thilo Vogt seine Verdienste. Für alle habe er ein offenes Ohr. Gewürdigt wurde dieses Engagement bereits mit der bronzenen Ehrennadel der Stadt.
Zehn Jahre im Ortsbeirat, 15 Jahre im Kreistag, Kreistagsvorsitzender, 21 Jahre als Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Werra-Meißner, dazu Präsident des Rotary Clubs Eschwege und sogar Govenor des Rotary Districts 1820 stehen in seiner Vita, bevor er in diesem Jahr jede Verantwortung abgegeben hat. „Peter von Roeder hat die öffentlichen Ämter nicht gesucht, um im Mittelpunkt zu stehen, sie wurden ihm angetragen“, sagte Rathgeber. Alle, bis auf die Mitgliedschaft im Teckelclub vor 65 Jahren. Die hatte sein Vater dem zwölfjährigen Peter ohne zu fragen aufgedrückt. (Tobias Stück)