Gardasee-Lost-Place: Provinz kauft legendäre Hotel-Ruine und plant Neugestaltung

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Jahrelang war das frühere Hotel Ponale dem Verfall überlassen. Nun steht die markante Ruine am westlichen Ufer des Gardasees vor einer neuen Zukunft. Die Provinz Trient hat beschlossen, das Areal für 2,3 Millionen Euro zu kaufen, berichtet unter anderem die italienische Zeitung „Corriere della Sera“. Damit soll nicht nur die verfallene Anlage neu geordnet werden, auch für Radfahrer und Wanderer ist eine wichtige Veränderung geplant, wie die Zeitschrift Il Trentino schreibt.

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Die Casa della Trota, wie das frühere Hotel Ponale auch genannt wird, liegt an einem spektakulären Ort: zwischen einer steilen Felswand und dem See, an der Mündung des Ponale-Bachs. Wo einst ein Hafen und ein historischer Zugang ins Ledro-Tal lagen, stehen heute teilweise verfallene Gebäudeteile.

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Historischer Gebäudekern soll erhalten bleiben

Mit dem Kauf will die Provinz Trient das Areal landschaftlich und touristisch aufwerten. Später hinzugekommene, inzwischen baufällige Gebäudeteile sollen verschwinden. Der historische Kern aus dem 18. Jahrhundert soll dagegen erhalten und restauriert werden.

Auch die Sicherheit an der Felswand soll verbessert werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, einen alten Weg zwischen dem See und der historischen Ponale-Route wieder zugänglich zu machen.

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Für Besucher könnte sich damit das Bild dieses bekannten Gardasee-Ortes deutlich verändern. Der bisherige Lost Place soll schrittweise wieder in die Umgebung eingebunden werden.

Vom Restaurant zum bekannten Hotel am Gardasee

Die Geschichte der Casa della Trota reicht laut der Allgäuer Zeitung weit zurück. In den 1930er-Jahren kaufte der Gardasee-Gastronom Mitzi Cicciarello ein altes Gebäude an der Felswand und machte daraus ein Restaurant. Eine Spezialität war offenbar Forelle aus dem See – daher der Name „Casa della Trota“, also „Haus der Forelle“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage erweitert. Aus dem Restaurant entstand ein Hotel mit 18 Zimmern und einer Veranda mit Blick auf den Gardasee. Bis in die späten 1970er-Jahre war das Hotel Ponale beziehungsweise die Casa della Trota demnach ein etablierter Teil des Tourismus am See.

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Danach begann der Niedergang. Wegen hoher Kosten für die Instandhaltung wurde der Betrieb schließlich aufgegeben. Die Gebäude blieben über Jahrzehnte leer und entwickelten sich zu einem bekannten Lost Place.

300 Meter neuer Weg direkt am See

Der Kauf des Geländes steht auch im Zusammenhang mit einem größeren Verkehrsprojekt: der geplanten Ciclovia del Garda, dem Gardasee-Radweg. Nach Angaben der Provinz eröffnet die Übernahme des Areals die Möglichkeit, auf einen ursprünglich vorgesehenen und teuren Tunnelabschnitt zu verzichten. Stattdessen soll ein etwa 300 Meter langer neuer Streckenabschnitt direkt am See entstehen. Die Arbeiten sollen nach Ende der Tourismussaison im Oktober 2027 beginnen.

Der neue Abschnitt ist Teil des langfristigen Projekts, den Gardasee mit einer rund 165 Kilometer langen Radroute zu umrunden. Ein erstes Teilstück zwischen Riva del Garda und Torbole wurde erst vor Kurzem eröffnet.

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Die Ponalestraße ist heute bei Wanderern beliebt

Die Umgebung der Ruine gehört zu den bekanntesten Abschnitten am nördlichen Gardasee. Die historische Ponalestraße wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut und führte einst durch die spektakuläre Landschaft in Richtung Ledro-Tal.

Für Autos ist die Strecke seit 1990 gesperrt. Seit 2004 können Wanderer und Radfahrer die historische Route wieder nutzen.