Europäischer Gaspreis steigt auf höchsten Stand seit März

Der Preis für Erdgas ist auf das höchste Niveau seit der Anfangsphase des Irankriegs gestiegen. Der richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat wurde an der Börse in Amsterdam zu 64,60 Euro je Megawattstunde (MWh) gehandelt. Das ist der höchste Stand seit Mitte März. Der Irankrieg hatte Ende Februar begonnen und den Gaspreis im März zeitweise bis auf etwa 70 Euro getrieben. Vor dem Krieg hatte der Preis bei etwa 30 Euro gelegen.

Es gibt mittlerweile auch wieder Meldungen über Angriffe auf Handelsschiffe in der Krisenregion. Zudem waren laut Angaben des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Arabischen Emirate zwei aus Iran in Richtung des Landes abgefeuerte ballistische Raketen abgefangen worden. Iran dementierte einen Raketenangriff.

Der Preisanstieg beim Erdgas trifft auf Füllstände der europäischen Gasspeicher, die deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Laut jüngsten Daten des europäischen Verbands der Gasinfrastrukturbetreiber (GIE) lag der Füllstand am 17. August bei 61,37 Prozent. Vor einem Jahr hatte der Füllstand knapp 74 Prozent betragen.

Die deutschen Gasreserven sind deutlich geringer: Hier meldete die GIE für den 17. August einen Füllstand der Speicher von 50,06 Prozent, nachdem sie vor einem Jahr zu knapp 67 Prozent gefüllt waren.

Der Branchenverband Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas (FNB-Gas) schrieb dazu in einer aktuellen Pressemitteilung, dass die gesetzliche Einspeichervorgabe zum 1. November 2026 kaum noch erreichbar sei, »selbst bei einer Einspeicherung von bis zu 1,2 TWh pro Tag – dem höchsten Wert, der im Markt je beobachtet wurde.« Aktuell liegen die Einspeicherungen deutlich niedriger.

Deutschlands Speicher füllen sich nur langsam für den Winter, weil Gas teuer ist. Die Firmen spekulieren auf staatliche Unterstützung, Ministerin Reiche gibt sich hartleibig. Verzockt sie sich? Lesen Sie dazu hier mehr.