Gastronomen wüten, Urlauber staunen: Kroatien führt kuriose Doppelpreis-Pflicht auf Speisekarten ein

Stand: 26.09.2026, 21:25 Uhr

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Ab Oktober müssen auf Speisekarten in Kroatien für jedes Gericht zwei Preise stehen. Auch für andere Bereiche gilt die neue Regel. Das steckt dahinter.

München – Wer ab Oktober in Kroatien essen geht, sieht auf Speisekarten für jedes Gericht zwei Preise. Neben dem tatsächlichen Preis, den Gäste bei einer Bestellung zahlen, muss dann ein zusätzlicher Referenzpreis stehen. Für Restaurants und andere Dienstleistungen ist dafür grundsätzlich der Preis maßgeblich, der am 10. September 2026 galt. Die Gastronomie ist jedoch nicht die einzige Branche, die künftig zwei Preise angeben muss.

Fenchelsalat im Restaurant béné by Benedict

Kroatien-Urlauber finden für jedes Gericht bald zwei Preise auf der Speisekarte. (Symbolbild) © Studio Kroll/dpa-tmn

Wie die kroatische Nachrichtenseite Dnevnik.hr berichtet, müssen auch andere Dienstleister den zusätzlichen Preis ausweisen. Die neue Regelung betrifft dem Bericht zufolge unter anderem auch Friseursalons. Für bestimmte Waren des täglichen Bedarfs – darunter Lebensmittel, Getränke und Hygieneartikel – gilt bereits eine Vergleichspreisregel mit einem anderen Stichtag.

Neues Gesetz in Kroatien bringt große Änderung für Touristen und Einheimische

Dahinter steckt eine neue gesetzliche Regelung. In einer Mitteilung veröffentlichte das kroatische Wirtschaftsministerium einige Regeln, an die sich die betroffenen Branchen künftig halten müssen. Zum einen muss der zusätzliche Preis direkt neben dem aktuellen stehen. Wie groß er gedruckt wird und ob er ober- oder unterhalb erscheint, können Händler und Dienstleister selbst entscheiden. Er muss für Verbraucher aber klar erkennbar sein.

Und damit nicht genug: Wer bereits eine eigene Website betreibt, muss seine Preisliste dort ebenfalls veröffentlichen. Das Ministerium nennt dafür die maschinenlesbaren Formate CSV oder XML. Händler sollen ihre Listen an Werktagen täglich bis spätestens 8 Uhr aktualisieren. Frühere Preislisten müssen mindestens 30 Tage öffentlich zugänglich bleiben.

Zwei Preise im Restaurant: Gäste sind geteilter Meinung

Die Neuerung stößt laut Dnevnik.hr in der Branche auf einige Kritik. Franz Letica, Vorsitzender des Zagreber Gastwirteverbands, befürchtet, die zusätzlichen Angaben könnten Gäste verwirren. Auch Unternehmen warnen vor mehr Verwaltungsaufwand und höheren Kosten. Und das in einer Zeit, in der die Preise in Kroatien ohnehin immer weiter steigen.

Und auch bei den Gästen ist die neue Regelung alles andere als unumstritten. Wie die Bild berichtet gaben bei einer nicht repräsentativen Online-Umfrage des kroatischen Portals tportal 37,3 Prozent der 829 Teilnehmer an, das die Maßnahme unnötig kompliziert sei. Dem gegenüber stehen 37,3 Prozent, die die neue Preisauszeichnung für sinnvoll halten. (Quellen: Dnevnik.hr, kroatisches Wirtschaftsministerium, Bild) (sp)