Geforce RTX 5070 Ti: Nvidia-Tool enthüllt geheime GPU-Drossel

Nvidia hat den Zugriff auf die Hotspot-Temperatur mit der Blackwell-Generation gekappt - wir berichteten. Seit dem Marktstart der Geforce RTX 5000 im Januar 2025 melden Diagnose-Programme wie GPU-Z, HWiNFO und der MSI Afterburner lediglich die durchschnittliche GPU-Temperatur sowie die Speicher-Temperatur; zum Start gaben einige Tools sogar einen ungültigen Messwert von 255 °Celsius aus.

Der eigentliche Sensor selbst blieb indes mit an Bord respektive auf dem PCB, wie ein Fund aus Brasilien jetzt belegt. Wer eine Geforce RTX 5000 besitzt und unerklärliche Leistungsverluste bei hochdrehenden Lüftern beobachtet, findet nachfolgend die entsprechenden Hintergründe und die bislang bekannten Ursachen.

MODS: Nvidias internes Tool belegt heimliche GPU-Drossel

Aufhorchen lässt ein aktuelles Video der brasilianischen Reparatur-Spezialisten um Paulo Gomes, deren (OC-)Werkstatt zuletzt eine Nvidia Geforce RTX 5070 Ti mit einer durchbohrten Platine zum Overclocking-Weltrekord führte.

Anlass der neuerlichen Untersuchungen: In der Werkstatt landen derzeit mehrere Grafikkarten der aktuellen Generation, deren Besitzer über eine schwache Leistung in Spielen und laute Lüfter klagen, obwohl die angezeigten GPU-Temperaturen zumeist unauffällig bleiben. Deshalb wurde mit Erfolg nach der Ursache gesucht.

MODS statt GPU-Z: Systemtools liest den GPU-Hotspot aus

Die Hotspot-Temperatur der Geforce RTX 5000 ("Blackwell") lässt sich mit Nvidias internem Diagnose-Werkzeug MODS ("Modular Diagnostics Software") nach wie vor auslesen. Dabei handelt es sich um die hauseigene Diagnose-Suite des Herstellers, welche intern für die Fertigung und RMA-Fälle eingesetzt wird.

Das Werkzeug startet direkt aus einem Linux-System heraus. Genau dort taucht der totgeglaubte Messwert wieder auf. Nvidia hat den Sensor demnach lediglich vor den Nutzern versteckt; physisch ist er weiterhin auf dem Grafikchip vorhanden und meldet den höchsten Wert aller über die GPU verteilten Temperatursensoren.

Nvidias interne Diagnose-Software MODS liest die Hotspot-Temperatur von Blackwell-GPUs aus.

Quelle: Paulo Gomes

Nvidias interne Diagnose-Software MODS liest die Hotspot-Temperatur von Blackwell-GPUs aus.

W1zzard, Entwickler des Auslese-Tools GPU-Z, hatte die Streichung des Werts bereits zum Blackwell-Start bestätigt. Mit dem Release der Blackwell-Grafikkarten hatte Nvidia den Hotspot-Sensor versteckt; verfügbar dabei blieben lediglich die durchschnittliche die GPU- und die Speicher-Temperatur.

Auch wenn es um den Hotspot stets ein gewisses Drama gab, war der Wert durchaus nützlich, um beispielsweise einen unzureichende Kühlung durch einen schief sitzenden Kühler oder Wasserblock zu diagnostizieren.

Geforce RTX 5070 Ti: 107 ° Hotspot und 68 ° unter Windows

Eine Gigabyte Geforce RTX 5070 Ti erreichte am Hotspot bis zu 107 °Celsius und drosselte fünfmal in einem einzigen Testlauf, während Windows-Tools lediglich 67 bis 68 Grad meldeten. Bei 107 ° zieht die Blackwell-Generation die Notbremse und senkt den Takt, um den Grafikchip vor Schäden zu bewahren.

Nach der Demontage des Kühlers war die Ursache schnell gefunden: Die Wärmeleitpaste hatte sich am Rand des Chips gesammelt, die Mitte lag nahezu trocken. Mit frisch aufgetragener Paste sank der Hotspot auf rund 100 °Celsius, womit die Grafikkarte den Temperaturtest der Diagnose-Software bestand.

Laut Paulo Gomes handelt es sich um keinen Einzelfall: Sämtliche bislang untersuchten Modelle mit identischen Symptomen ließen sich auf schlechten Kühlerkontakt oder mangelhaft aufgetragene Wärmeleitpaste zurückführen.

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Versteckte Drosselung: Folgen für Blackwell-Besitzer

Ohne zugängliche Hotspot-Temperatur bleibt eine Drosselung der Geforce RTX 5000 im Alltag praktisch unsichtbar, weil die angezeigte Durchschnittstemperatur um 30 bis 40 Grad niedriger liegen kann. Montage- und Pastenprobleme sind bei der aktuellen Blackwell-Generation auch kein Neuland mehr: Bereits im Frühjahr 2025 sorgten Probleme mit austretender Wärmeleitpaste bei Gigabyte-Modellen für viele Diskussionen unter Spielern im PCGH-X-Forum.

AMD zeigt die vergleichbare Junction-Temperatur seiner Radeon-Grafikkarten hingegen unverändert an, und Nvidias Rechenzentrums-Beschleuniger erhalten ein eigenes Diagnose-Paket samt Hotspot-Erkennung. Einer Rückkehr des Werts auf den Consumer-Modellen steht technisch nichts im Weg: Der Sensor liefert, Nvidia müsste den Zugriff per Treiber wieder freischalten. Bislang schweigt das Unternehmen dazu.

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Quelle: Paulo Gomes via Wccftech