Reine Geldverschwendung – warum der ADAC Autofahrern dringend von Super E5 abrät.

Stand: 09.09.2026, 14:16 Uhr

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Wer an der Zapfsäule aus Gewohnheit zu Super E5 greift, zahlt völlig grundlos drauf. Der ADAC räumt nun mit dem hartnäckigen Irrtum auf.

Wer an der Tankstelle aus Gewohnheit den Zapfhahn für klassisches Super E5 wählt, zahlt in den allermeisten Fällen drauf – und das völlig grundlos. Der ADAC erneuert seine deutliche Empfehlung an alle Autofahrerinnen und Autofahrer: Der Griff zur Biosprit-Alternative Super E10 schont nicht nur die Umwelt, sondern vor allem den Geldbeutel.

Super E5 Tanken

Reine Geldverschwendung – warum der ADAC Autofahrern dringend von Super E5 abrät. © IMAGO / Manngold

Dass der Marktanteil von E10 in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch immer gering ist, stößt beim Verkehrsclub auf Unverständnis. Nach Einschätzung der Experten halten sich hartnäckige Vorurteile über angebliche Motorschäden, die technisch längst widerlegt sind. Für einen Großteil der benzinbetriebenen Fahrzeuge sei es auch laut dem Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) uneingeschränkt möglich, E10 zu tanken.

Der E5-Irrtum: 99 Prozent der Benziner vertragen E10 problemlos

Die Sorge vor Schäden am Motor stammt noch aus der turbulenten Einführung des Kraftstoffs im Jahr 2011. Doch die Faktenlage ist eindeutig:

  • Nahezu lückenlose Freigabe: Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) sowie des ADAC vertragen rund 99 Prozent aller zugelassenen Benziner in Deutschland Super E10 ohne jegliche Einschränkungen. Bei allen Autos ab dem Baujahr 2011 ist die Verträglichkeit praktisch Standard (via t-online).
  • Keine bekannten Schadensfälle: Dem Automobilclub sind bei für E10 freigegebenen Fahrzeugen keinerlei Motorschäden bekannt, die auf den höheren Bioethanol-Anteil (bis zu 10 Prozent statt 5 Prozent bei E5) zurückzuführen wären.

Auch interessant: Preis für Super E10 auf Rekordhoch: So können Sie jetzt beim Autofahren sparen.

Die Spar-Rechnung: Warum sich der Wechsel zu E10 fast immer lohnt

An den Preistafeln liegt der Preisabstand zwischen Super E5 und Super E10 im Schnitt bei rund sechs Cent pro Liter. Zwar besitzt E10 durch den Bioethanol-Gehalt eine minimal geringere Energiedichte, was zu einem rechnerischen Mehrverbrauch von etwa einem Prozent führen kann.

In der Praxis fällt dieser Unterschied jedoch kaum ins Gewicht: Rechnerisch lohnt sich der Umstieg bereits ab einer Preisdifferenz von nur drei Cent. Bei den realen sechs Cent Differenz sparen Autofahrer bei einer typischen 60-Liter-Tankfüllung rund 3,60 Euro. Auf ein ganzes Autojahr (bei etwa 12.000 Kilometern) summiert sich die Ersparnis schnell auf 50 Euro und mehr.

Der ADAC-Präsident Christian Reinicke forderte 2025 bereits, die gesetzliche Pflicht für Tankstellen, weiterhin das teurere und klimaschädlichere E5 vorhalten zu müssen, abzuschaffen – auch um Platz für neue, erneuerbare Kraftstoffe wie HVO-Diesel zu schaffen.

Doppelter Spareffekt: Die Preisfalle zur Mittagszeit umgehen

Neben der Wahl der richtigen Spritsorte entscheidet vor allem die Uhrzeit über die Kosten an der Zapfsäule. Seit Einführung des sogenannten „Österreich-Modells“ im April dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch ein einziges Mal am Tag anheben: punkt 12 Uhr mittags. Danach sind bis zum nächsten Tag ausschließlich Preissenkungen oder gleichbleibende Tarife zulässig. Eine aktuelle Auswertung von über 14.000 Tankstellen durch den ADAC zeigt extreme Preissprünge:

  • Rekord-Preisunterschiede am selben Tag: Die Differenz zwischen dem teuersten und günstigsten Moment eines durchschnittlichen Tages lag zuletzt bei 14,6 Cent je Liter bei Super E10 und sogar bei 18,4 Cent bei Diesel.
  • Mittags-Schock: Pünktlich um 12 Uhr verlangen die Mineralölkonzerne massive Risikoaufschläge. Wer exakt in diesem Zeitfenster tankt, zahlt Höchstpreise.
  • Bis zu 9 Euro Ersparnis: Wer zur günstigsten statt zur teuersten Zeit vorfährt, spart bei einer 50-Liter-Füllung im Schnitt 7,30 Euro (E10) bzw. 9,20 Euro (Diesel).

Wann ist Tanken am günstigsten? Um beim Tanken den maximalen Spareffekt zu erzielen, empfiehlt der ADAC zwei konkrete Zeitfenster. Das erste Tief erreichen die Kraftstoffpreise oft kurz vor 12 Uhr mittags, unmittelbar vor der täglichen Preiserhöhung. Ein weiteres günstiges Zeitfenster öffnet sich am späten Nachmittag und Abend, da die Preise nach dem Mittagssprung wieder kontinuierlich fallen. Dadurch liegen sie bereits ab 17:30 Uhr wieder spürbar unter dem Tagesdurchschnitt.

Fazit für Autofahrer: Wer sein Fahrzeug im Handbuch oder am Tankdeckel auf die E10-Freigabe prüft, konsequent zu Super E10 greift und die teure Mittagszeit meidet, spart bei jeder einzelnen Tankfüllung mehr als zehn Euro. Auch interessant: Bis zu 50 Cent Unterschied pro Liter Sprit: ADAC-Vergleich enthüllt massiven Autobahn-Aufschlag.