Gemeinde geht das Geld aus – jetzt soll die Kirche übernehmen
Stand: 29.08.2026, 18:01 Uhr
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Die Gemeinde Alheim übergibt ihre Kitas in Heinebach und Baumbach an die evangelische Kirche, doch es wurde auch Kritik laut.
Heinebach/Baumbach – Die Kitas der Gemeinde Alheim sollen künftig unter der Trägerschaft der evangelischen Kirche laufen. Diesem Vorhaben haben die Gemeindevertreter bei ihrer jüngsten Sitzung zugestimmt. In Heinebach und Baumbach könnte die Kirche den Betrieb bereits ab 1. Januar übernehmen.
Die Übergabe sei sinnvoll, hatte Bürgermeister Andreas Brethauer bereits im Vorfeld der Sitzung erklärt (wir berichteten). Mit nur einer halben Stelle für die Kitakoordination in der Verwaltung könne die Gemeinde dem Anspruch nicht gerecht werden. Die Kosten in Höhe von zwei Millionen Euro stemmt weiterhin die Gemeinde.
Trotz der Übergabe an die Kirche sollen die Kitas auch weiter in das Dorfleben und die Feiern vor Ort integriert sein und es herrsche kein Glaubenszwang, versprach der Bürgermeister. Um das pädagogische Konzept kümmern sich weiterhin die Mitarbeiter vor Ort, deren Verträge übernommen werden, sagte der Bürgermeister.
Scharfer Blick aufs Kleingedruckte
Die Gemeindevertreter stimmten dem neuen Konzept zwar letztlich mit Mehrheit zu, allerdings nicht ohne Diskussion und mit scharfem Blick aufs Kleingedruckte. So brachten die Grünen in letzter Minute einen Änderungsantrag ein und Fraktionsmitglied Manfred Möller-Sauter strebte ans Rednerpult. Er wünschte sich im Namen seiner Fraktion ein Auswahlverfahren statt der Festlegung auf einen Träger. Der Wunsch – zum jetzigen Zeitpunkt, kurz vor der wegweisenden Entscheidung und nach monatelangen Vorbereitungen und Besprechungen – stieß auf Unverständnis bei den übrigen Fraktionen. Die CDU erinnerte daran, dass es bereits vor einigen Jahren ein Verfahren zur Kita-Übergabe an die Awo gegeben habe, das am Widerstand der Belegschaft gescheitert war. Das sei nun anders. Die Erzieher seien informiert und stünden dem Träger positiv gegenüber, erklärte Brethauer. Andere Träger seien ohnehin nicht in Sicht.
Auch der Vorschlag der Grünen, die zwei Kitas in unterschiedliche Trägerschaften zu übergeben, erntete keinen Zuspruch. „Zusätzlich zu den bereits genannten Hindernissen könnten sich die Erzieherinnen und Erzieher bei Engpässen nicht aushelfen“, erläuterte Brethauer. Dabei soll vor allem die Notbetreuung mit dem neuen Träger reduziert oder im besten Fall beendet werden.
Bevor sich die Fraktionen, mit Ausnahme der Grünen, allerdings für die neue Trägerschaft entschieden, nahmen sie sich die Vertragsdetails noch einmal genau vor. So sollen die Elternbeiträge künftig nur nach Absprache mit der Gemeindevertretung erhöht werden. Der Träger allein kann dies nun nicht entscheiden. Auch über die Vertragsübernahme durch Dritte kann nicht allein der Träger wachen. Diese Änderungen im Vertrag hatten auch die Grünen gefordert.
Kindergarten-Kinder werden kostenlos betreut
Bisher zahlen Eltern für ein Krippenkind in Alheim zwischen 144 Euro und 180 Euro. Für Kitakinder ist die Halbtagsbetreuung kostenlos, der Aufpreis für die Ganztagsbetreuung liegt bei 67,80 Euro. Einen Rabatt für Geschwisterkinder hatten die Gemeindevertreter zum laufenden Kitajahr abgeschafft.
Wie es nun in Sachen Kitas in Alheim weitergehen wird und ob eine Gebührenerhöhung angedacht ist, dazu wollte sich Verbands-Chef Dirk Langheld nicht äußern. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte der pädagogische Geschäftsführer beim Zweckverband der evangelischen Kitas, es sei noch zu früh, um Details zu veröffentlichen. Zu einem späteren Zeitpunkt wolle er jedoch detailliert informieren.