Gemeindeverwaltungsverband im Frankenberger Land: So geht es weiter

Stand: 07.09.2026, 07:53 Uhr

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Stadtverwaltung

Bisher gilt für Hauptverwaltungsbeamte wie Bürgermeister und Landräte in Niedersachsen ein Mindestalter von 23 Jahren. (Symbolbild) © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Für den geplanten Gemeindeverwaltungsverband von vier Städten und Gemeinden im Frankenberger Land fand jetzt ein Infoabend statt. Hier der aktuelle Stand.

Frankenberger Land – In den Kommunen Rosenthal, Haina, Gemünden und Frankenau laufen seit dem vergangenen Jahr konkrete Planungen zur Gründung eines Gemeindeverwaltungsverbandes, um in den Verwaltungen stärker zusammenzuarbeiten. Dazu haben die vier Partner eine Machbarkeits- und Umsetzungsstudie in Auftrag gegeben – die Ergebnisse wurden am vergangenen Donnerstagabend in einer gemeinsamen Informationsveranstaltung in der Rosenthaler Sport- und Kulturhalle vorgestellt.

Zu der nicht öffentlichen Versammlung waren die Stadtverordneten und Stadträte beziehungsweise Gemeindevertreter und Beigeordneten aus den vier beteiligten Kommunen eingeladen. Die politischen Gremien werden in den kommenden Wochen darüber beraten. Anschließend ist geplant, dass die Parlamente alle am 30. September in separaten Sitzungen die Vorlage einbringen und an einem weiteren Termin, voraussichtlich im November, einen Beschluss dazu fassen.

Wie berichtet, wollen Rosenthal, Haina, Gemünden und Frankenau ihre kommunale Zusammenarbeit intensivieren, weil die Herausforderungen für kommunale Verwaltungen stetig zunehmen. Schlagworte sind steigende gesetzliche Anforderungen, die zunehmende Komplexität der Verwaltungsaufgaben und der Fachkräftemangel. Es seien zwar während der Diskussion verschiedene Befürchtungen zu einem Verwaltungsverband geäußert worden, teilte Rosenthals Bürgermeister Stefan Jakob nach der Veranstaltung auf HNA-Anfrage mit. Dennoch stehe ein Großteil der Anwesenden der Gründung eines Gemeindeverwaltungsverbandes positiv gegenüber.

Die Präsentation der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie erfolgte durch das Beratungsbüro Eckermann & Krauß (Bensheim). Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Verwaltungen angesichts steigender Anforderungen, zunehmender Komplexität und begrenzter personeller Ressourcen langfristig leistungsfähig bleiben und bürgernah arbeiten können. Es wurden die möglichen Chancen, Ziele und Auswirkungen eines Gemeindeverwaltungsverbandes vorgestellt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein Gemeindeverwaltungsverband eine tragfähige Organisationsform sein kann, um Fachwissen zu bündeln, Aufgaben effizienter zu erfüllen und die Eigenständigkeit der Kommunen zu sichern.

Land könnte 600.000 Euro dazugeben

Nach der Vorstellung der Studie gab es eine knapp 90-minütige Fragerunde, in der sowohl die beteiligten Bürgermeister – Frank Gleim (Gemünden), Alexander Köhler (Haina), Manuel Steiner (Frankenau) und Stefan Jakob (Rosenthal) – als auch Norman Krauß vom Beratungsbüro auf Fragen der Kommunalpolitiker eingingen. „Die Veranstaltung diente der Information und sollte eine fundierte Grundlage für die weiteren politischen Entscheidungen schaffen“, sagte Stefan Jakob.

Als frühstmöglichen Start des möglichen Gemeindeverwaltungsverbandes nannte der Rosenthaler Bürgermeister den 1. Januar 2028. Als Fördersumme des Landes für den Abschluss eines Gemeindeverwaltungsverbandes könne man mit bis zu 150.000 Euro pro beteiligter Kommune rechnen. Die Studie war mit 50.000 Euro bezuschusst worden.