George Russell nach Qualifying-Pleite: "Das hat mich Zeit gekostet"
(Motorsport-Total.com) - George Russell hat erklärt, warum er sich im Qualifying zum Großen Preis von Spanien in Madrid mit dem sechsten Platz begnügen muss. Während Mercedes-Teamkollege Kimi Antonelli auf Rang zwei fuhr, verlor Russell im Kampf um die Spitzenplätze deutlich an Boden.

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George Russell nach seinem enttäuschenden Qualifying in Madrid Zoom
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Dabei hatte Russell in Q1 noch die Bestzeit gesetzt. In den beiden folgenden Abschnitten konnte der Mercedes-Pilot seine Zeit jedoch nicht im gleichen Maß verbessern wie seine Konkurrenten. Sowohl in Q2 als auch in Q3 belegte Russell den sechsten Platz und lag jeweils rund drei Zehntelsekunden hinter Antonelli.
Zunächst stellte sich die Frage, ob eine Berührung mit der Mauer in Q1 für die schwächere Vorstellung verantwortlich gewesen sein könnte. Russell war mit dem linken Vorderreifen leicht an die Streckenbegrenzung geraten. Ein ähnlicher Zwischenfall hatte zuvor bereits das dritte Freie Training von Alex Albon vorzeitig beendet.
Russell scheitert an Kurve 11
Russell sieht in der Berührung jedoch nicht die Ursache für sein Ergebnis. "Ich glaube nicht, denn meine darauffolgende Runde in Q1 war schneller", erklärte der Brite. Gegenüber den anwesenden Journalisten schildert Russell den Ablauf wie folgt: "Natürlich war ich in diesem Moment etwas besorgt, aber das Auto war in Ordnung. Danach lag ich am Ende der Session und fühlte mich anschließend weiterhin gut dabei."
Auf seiner letzten schnellen Runde habe er dann allerdings einen Fehler gemacht. "Ich war ungefähr drei Zehntel vorne, habe in Kurve 11 versucht, hart zu pushen, aber die Reifen konnten das nicht mitmachen. Danach habe ich die gesamte Rundenzeit verloren. Das war etwas ärgerlich."
Russell macht zudem deutlich, dass der neue Stadtkurs in Madrid eine besondere Herausforderung darstellt. "Es ist eine wirklich schwierige Strecke. Man muss fast ein wenig unterhalb des Limits fahren und dann das letzte bisschen herausholen. Das hat mich heute Zeit gekostet", erklärt er.
Mercedes mit mehreren Änderungen am Set-up
Mercedes-Teamchef Toto Wolff führt die Probleme seines Fahrers unterdessen auch auf Veränderungen am Set-up zurück. Auf dem Stadtkurs sei insbesondere das Vertrauen in das Auto entscheidend, weshalb zahlreiche Änderungen während des Qualifyings nicht geholfen hätten.
"Im Qualifying hat die Hinterachse überhitzt, zusätzlich zu allem anderen. Das war vorher nicht der Fall. Er hat außerdem vor der Session etwas Frontflügel herausgenommen und ihn während der Session wieder zurückgebaut. Dann weißt du nicht wirklich, was du vom Auto erwarten kannst", erklärt Wolff.
Gerade auf einem Stadtkurs sei das problematisch, so Wolff weiter: "Normalerweise musst du auf Stadtkursen Runde für Runde fahren, um näher an die Mauern heranzukommen. Das Set-up zu verändern, hilft dabei natürlich nicht."
Für Russell wird das Rennen am Sonntag auch mit Blick auf die Weltmeisterschaft wichtig. Der Mercedes-Pilot liegt bereits 66 Punkte hinter seinem Teamkollegen Antonelli in der Fahrerwertung. Vom sechsten Startplatz aus muss Russell deshalb auf eine Aufholjagd hoffen.
Reifen als entscheidender Faktor
Entscheidend könnte dabei der Reifenverschleiß werden. Russell erwartet entweder ein Rennen mit kaum Abbau und entsprechend wenigen Überholmöglichkeiten oder einen deutlich höheren Verschleiß, der für mehr Bewegung im Feld sorgen könnte.
"Ich denke, der Reifenverschleiß wird das Rennen auf die eine oder andere Weise bestimmen. Entweder gibt es keinen Verschleiß und es wird eine Prozession, oder der Verschleiß ist sehr hoch und es wird ziemlich chaotisch", so Russell.
Für Russell bietet sich damit im Rennen die Gelegenheit, die enttäuschende Ausgangslage noch zu korrigieren und den Rückstand auf Antonelli zumindest etwas zu verkürzen.