Gerichtsvollzieher räumt Karbener Kino
Stand: 07.08.2026, 18:11 Uhr
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Der Cinepark in Karben ist geschlossen. Die Räumung erfolgte aufgrund eines vollstreckbaren Gerichtstitels.
Karben – Das Karbener Kino ist geschlossen. Für viele war die Schließung Anfang der Woche eine Überraschung. Die Familie Lachner, die das Kino in der Robert-Bosch-Straße betrieben hat, hat die Schließung über einen Aushang bekannt gegeben. Darin teilen die Lachners auch mit, dass „Tickets, die für heute oder morgen erworben worden sind, natürlich erstattet werden“. Dafür war eine Telefonnummer hinterlegt.
Unter einem Beitrag der Facebook-Gruppe „Karbener Netzwerk 2.0“, der die Schließung bekannt machte, hat die Firma Kling, der das Kinogebäude gehört, eine Stellungnahme gepostet. Bruno und Norbert Kling wollten nicht nur zur Schließung, sondern auch zu kursierenden Gerüchten Stellung beziehen. Sie schreiben: „Die Räumung des Kinos erfolgte aufgrund eines vollstreckbaren Titels des zuständigen Gerichts.“ Sie betonen, dass das Gebäude nicht von der Bauaufsichtsbehörde geschlossen worden sei, die dort regelmäßig kontrolliert habe, da es sich bei dem Gebäude um einen Sonderbau (Versammlungsstätte) handele. Zudem schreiben die Brüder, dass es eine Falschbehauptung sei, dass die Stadt Karben in den Prozess involviert gewesen sei.
Weiterhin heißt es: „Die Firma Kling hat das Kino seit 26 Jahren durch einen extrem niedrigen Mietpreis subventioniert. Der Mietpreis entspricht gerade einmal 25 Prozent des ortsüblichen Mietpreises und ist seit 26 Jahren nie erhöht worden. Über die weitere Verwendung der Räumlichkeiten ist bisher keinerlei Entscheidung getroffen worden.“
Fragen zu den Gründen der Schließung, ob die Schließung absehbar war und ob es Möglichkeiten gibt, dass die Familie das Kino wieder eröffnen kann, hat der Anwalt der Familie Lachner bis Redaktionsschluss nicht beantwortet. Die Familie selbst hatte bei einem kurzen Telefongespräch nur auf ihren Anwalt verwiesen und keine Fragen beantwortet.
Auf Anfrage äußerte sich die Stadt Karben zu der Schließung: „Natürlich hat die Stadt großes Interesse an einem Kino in Karben. Die Stadt hat daher das Kino über viele Jahre hinweg unterstützt – etwa durch das beliebte Seniorenkino oder die regelmäßige Abnahme von Gutscheinen.“ Jedoch sei ein privater Kinobetrieb darauf angewiesen, dass das Angebot von der Bevölkerung dauerhaft genutzt werde. „Das war zuletzt leider nicht mehr im erforderlichen Maße der Fall“, schreibt Karbens Pressesprecherin Desiree Stobbe. Und weiter: „Sollte es künftig das Interesse eines Betreibers geben, wieder ein Kino in Karben zu etablieren, würden wir diese Initiative seitens der Stadt auf jeden Fall begrüßen.“
Die Stadt verweist darauf, dass die Einstellung des Kinobetriebs eine Angelegenheit zwischen dem Vermieter und dem Pächter sei, in die die Stadt Karben weder rechtlich noch organisatorisch eingebunden sei. „Ein Betrieb eines Kinos in städtischer Regie ist nicht möglich.“