„Geruch einer Schweinemastanlage“: Massiver Rattenbefall im China-Restaurant aufgedeckt

Stand: 23.07.2026, 13:15 Uhr

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Ein Buffett in einem chinesischen Restaurant

Ratten in Küche, Lager und Spülraum: Eine Lebensmittelkontrolle in einem chinesischen Restaurant endete wohl mit einem Schock für die Prüfer. © Imago

Eine Kontrolle in einem China-Restaurant förderte Erschreckendes zutage. Denn nicht nur ein massiver Rattenbefall hat hier gegen Auflagen verstoßen.

Das erleben Lebensmittel-Kontrolleure wohl auch nicht alle Tage. Bei einer amtlichen Kontrolle sind Prüfer im China-Restaurant Orchidee in Göttingen auf eine Vielzahl von Hygienemängeln gestoßen. Schwarzschimmel schien da noch das geringste Problem. Denn bei der Kontrolle ist ein weitreichender Rattenbefall festgestellt worden. Die Prüfer zogen in ihrem Bericht sogar Vergleiche zu einer Schweinemastanlage.

Bei der Kontrolle Ende April nahmen die Prüfer bereits im Waschraum einen leicht muffigen Geruch sowie deutlichen Uringeruch wahr – ein erster Hinweis auf das, was folgen sollte. In sämtlichen Betriebsräumen stellten sie im weiteren Verlauf einen massiven Rattenbefall fest: Betroffen waren das Getränkelager, das Trockenlager, die Spülküche, die Küche sowie die Vorbereitungsräume.

Massiver Rattenbefall im China-Restaurant: Kontrolleure stellen großen Lebensmittelverstoß fest

Kot fanden die Kontrolleure an zahlreichen Stellen – darunter unter der Kochstation, an den Tropfblechen hinter der Tiefkühltruhe, unter der Scherbeneismaschine sowie unter Arbeitstischen und Spülbecken, so heißt es vom Informationsportal zu Verstößen gegen das Lebensmittel- und Futtermittelrecht in Niedersachsen.

Auch im Sushi-Vorbereitungsbereich vor der Küche und im Lager lagen Kotspuren – auf dem Boden, in einer Nische bei der Tiefkühlzelle sowie auf deren Oberseite. Besonders brisant: Teils befanden sich die Spuren direkt auf Flächen, die zur Lebensmittelverarbeitung genutzt werden. Mit Rattenkot oder Rattenurin kontaminierte Lebensmittel können nach Einschätzung der Behörde eine ernste Gefahr für die menschliche Gesundheit darstellen. Zuletzt hatte auch ein Dönerladen massiv und sogar absichtlich gegen Auflagen verstoßen.

Auch Schwarzschimmel ist ein großes Problem: „Vergleichbar mit Geruch einer Schweinemastanlage“

Neben dem Rattenbefall dokumentierten die Prüfer eine Reihe weiterer schwerwiegender Mängel. Die Haubenspülmaschine in der Küche war großflächig mit augenscheinlichem Schwarzschimmel und angetrockneten Ablagerungen verunreinigt. „Vergleichbar mit Geruch einer Schweinemastanlage“, schreiben die Kontrolleure in ihrem Bericht.

Auch die Gläserspülmaschine im Thekenbereich wies Schwarzschimmel sowie einen Biofilm auf. Die gesamte Küche war stark mit Altfett verschmutzt. Im Sushi-Bereich fielen ein verdreckter Reiskocher und eine verunreinigte Messeraufbewahrung auf – dazu vorgefertigte Sushi-Rollen, die teilweise ungekühlt aufbewahrt wurden.

China-Restaurant hat Verstöße behoben – Kontrollergebnisse sind öffentlich einsehbar

Die gute Nachricht: All das ist schon etwas her. Laut aktuellen Informationen des Portals sind die festgestellten Verstöße im Mai behoben worden. Ebenfalls behoben wurden die missachteten Hygiene-Auflagen – darunter schmierige Beläge und verunreinigte Backwaren – einer Bäckerei.

Die Veröffentlichung solcher Kontrollergebnisse ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Grundlage ist Paragraf 40 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB), der Behörden unter bestimmten Voraussetzungen dazu verpflichtet, die Öffentlichkeit über festgestellte Verstöße zu informieren – etwa wenn ein nicht unerheblicher Verstoß gegen lebensmittelrechtliche Vorschriften vorliegt. Ziel ist der Verbraucherschutz: Wer wissen möchte, wo Mängel festgestellt wurden, soll das transparent nachlesen können.