Gesundheit: Risiko für Krankheiten nach Mückenstichen wächst
Gesundheit Risiko für Krankheiten nach Mückenstichen wächst
Koblenz · Das Landesuntersuchungsamt warnt: In Rheinland-Pfalz steigt das Risiko für Krankheiten nach Mücken- und Zeckenstichen. Welche Rolle spielen die Menschen?
06.08.2026 , 14:00 Uhr
Die Asiatische Tigermücke stammt ursprünglich aus Südostasien. (Symbolbild)
Foto: Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa
Die Gefahr, sich in Rheinland-Pfalz durch Mücken- oder Zeckenstiche mit Krankheiten anzustecken, nimmt nach Einschätzung des Landesuntersuchungsamts (LUA) zu. Ursache seien die Folgen des Klimawandels und die zunehmende Mobilität der Menschen, teilte die Behörde in ihrer Bilanz zur Infektionsprävention 2025 mit.
Als Beispiel nennt das LUA den ersten in Rheinland-Pfalz erworbenen Fall einer Infektion mit dem West-Nil-Virus. Ein 58 Jahre alter Blutspender aus dem Rhein-Pfalz-Kreis habe sich angesteckt, ohne das Bundesland zuvor verlassen zu haben. Das Virus wird von heimischen Culex-Mücken übertragen. Die meisten Infektionen verlaufen laut LUA ohne Symptome, in seltenen Fällen kann es aber zu schweren Entzündungen von Gehirn oder Hirnhaut kommen.
„Die Erkennung und Behandlung mückenübertragener Viruserkrankungen könnten hierzulande bald zur hausärztlichen Routine gehören“, sagte der Leiter der LUA-Abteilung Humanmedizin, Philipp Zanger. Die zunehmende Ausbreitung solcher Erkrankungen sei bereits spürbar.
Tigermücken keinen Raum geben
Mit Sorge blickt das Landesuntersuchungsamt zudem auf die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke. Die ursprünglich aus Südostasien stammende Art, die Krankheiten wie Dengue-, Chikungunya- und Zika-Fieber übertragen kann, komme inzwischen unter anderem im Landkreis Germersheim, im Rhein-Pfalz-Kreis sowie in Ludwigshafen, Speyer und Mainz vor.
Zwar seien in Rheinland-Pfalz bislang alle in den vergangenen zehn Jahren registrierten 270 Dengue-Fälle auf Infektionen im Ausland zurückzuführen. In europäischen Nachbarländern wie Frankreich und Italien habe es 2025 jedoch bereits mehr als 30 lokal übertragene Dengue-Infektionen gegeben.
Das LUA ruft die Bevölkerung dazu auf, Brutstätten der Tigermücke zu beseitigen. Schon kleinste Wasseransammlungen etwa in Blumenuntersetzern, Regentonnen oder Gießkannen reichten den Insekten zur Vermehrung. Außerdem rät die Behörde zu langärmliger Kleidung und Insektenschutzmitteln, um Mückenstiche zu vermeiden.
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