Gesundheitsamt gibt Badeseen frei: Wasserqualität im Eystruper Naturfreibad am besten

Stand: 05.08.2026, 19:00 Uhr

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Alveser See Eitzendorf

Der Alveser See in Eitzendorf, ein Altarm der Weser, ist etwa drei Kilometer lang und hat eine Fläche von circa 14 Hektar. © Dernier

Das Gesundheitsamt hat die Wasserqualität in den drei örtlichen Badeseen untersucht. Das Eystruper Naturfreibad erreichte dabei die besten Werte.

Samtgemeinde/Anderten – Aktuell ist es ein Hin und Her mit dem Sommerwetter. Wer sich aber an heißen Tagen eine Abkühlung verschaffen möchte, hat dazu in der Samtgemeinde Grafschaft Hoya sowie in der benachbarten Gemeinde Heemsen an verschiedenen Orten die Möglichkeit. Geplanscht werden kann etwa im Naturfreibad in Eystrup sowie in den Badeseen Alveser See in Eitzendorf und Hämelsee in Anderten. Das Freizeitbad in Hoya steckt noch immer mitten in den Sanierungsarbeiten und soll voraussichtlich erst 2027 wieder eröffnet werden.

Der ein oder andere mag bei dem Gedanken, in einem See zu schwimmen, vielleicht die Nase rümpfen. Doch die Wasserqualität der Gewässer wird stetig überprüft. Das Gesundheitsamt des Landkreises Nienburg nimmt in regelmäßigen Abständen Proben. Untersucht werden das Vorkommen von Algen sowie verschiedener Bakterien, wie Escherichia coli und Intestinalen Enterokokken. Letztere sind Bakterien, die überall verbreitet in der Umwelt, beim Tier und beim Menschen sowie in fermentierten Lebensmitteln wie Käse oder Rohwürsten existieren. Die Escherichia coli kommt normalerweise im menschlichen und tierischen Darm vor. Die Daten sind öffentlich auf der Homepage des Badegewässer-Atlas des Landes Niedersachsen unter www.apps.nlga.niedersachsen.de einsehbar.

Mit Blick auf die jüngsten Probenentnahmen haben die Experten sowohl im Eystruper Naturfreibad als auch in den beiden anderen genannten Badeseen keine Auffälligkeiten festgestellt. Sprich: Dort können Wasserratten gern planschen. Zur Einordnung: In der Regel befinden sich in unbelasteten Gewässern die Messwerte unterhalb 100 sogenannter koloniebildender Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter. Das Badegewässer gilt hingegen als ungeeignet, wenn Werte von mehr als 1.800 KBE pro 100 Milliliter (Escherichia coli) und von mehr als 700 KBE pro 100 Milliliter (Intestinale Enterokokken) beobachtet werden. Dann muss die zuständige Behörde unverzüglich ein Badeverbot anordnen.

Im Alveser See in Eitzendorf sind 43 KBE Escherichia coli pro 100 Milliliter und 10 KBE Intestinale Enterokokken pro 100 Milliliter festgestellt worden. Belastungen des Gewässers durch Blaualgen treten laut den Gesundheitsexperten jeweils im Spätsommer zum Ende der Badesaison auf. Das Potenzial der Massenvermehrung wird als „mittel“ eingeschätzt. Bei Blaualgen handelt es sich jedoch nicht um Algen im eigentlichen Sinne, sondern um Bakterien, die aufgrund ihrer Farbstoffe Cyanobakterien heißen. Da einige Arten von Cyanobakterien auch für Menschen giftige Stoffe bilden können, sollten Bereiche mit Massenansammlungen vorsichtshalber gemieden werden.

Im Hämelsee im benachbarten Anderten liegen die Werte für Escherichia coli bei 470 KBE pro 100 Milliliter und für Intestinale Enterokokken bei 230 KBE pro 100 Milliliter. Bedingt durch den hohen Nährstoffgehalt im Hämelsee werden in der zweiten Hälfte der Badesaison regelmäßig Massenentwicklungen an Cyanobakterien festgestellt, so die Gesundheitsexperten, die das Potenzial für eine Massenvermehrung daher als erhöht bis hoch einschätzen.

Zu guter Letzt das Naturfreibad in Eystrup, wo der betreibende Schwimmverein Besucher noch bis zum Ende der Saison am 31. August begrüßt. Bei der jüngsten Untersuchung hat es im Vergleich zu den beiden anderen betrachteten Gewässern die besten Werte erreicht: Dort stellte das Gesundheitsamt unter 10 KBE Escherichia coli pro 100 Milliliter und unter 10 KBE Intestinale Enterokokken pro 100 Milliliter fest. Für die hervorragende Qualität sorgen etwa große Pumpen, durch die das Wasser in Bewegung bleibt. Zudem wird das Gewässer jedes Jahr entkrautet. Gelegentlich sind in der Vergangenheit im Naturfreibad jedoch auch Blaualgen aufgetreten – insbesondere in sehr warmen Sommermonaten zum Ende der Badesaison. Die Experten des Gesundheitsamts schätzen das Potenzial für eine Massenentwicklung gegenwärtig aber dennoch als gering ein.

Obwohl das Planschen aktuell in den Badeseen nicht verboten ist, kann sich das während der Saison noch ändern. Daher lohnt sich vor dem Besuch ein Blick auf den Badegewässer-Atlas. Zumeist informiert der Landkreis bei Veränderungen dann auch über die Bürger-Informations- und -Warn-App „BIWAPP“. Wer die Warnungen übersieht, den weist schlussendlich ein Schild an dem betroffenen Gewässer auf ein Badeverbot hin.