São Paulo im Ausnahmezustand: Tunnel läuft nach Gewitter voll, Autofahrer fliehen in Panik
Gewitter lässt Wasserpegel in Autobahn-Tunnel rasend schnell ansteigen – Panik unter Autofahrern
Stand: 16.10.2026, 22:01 Uhr
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Nach einem heftigen Gewitter steigt der Wasserpegel im Autobahntunnel von São Paulo so schnell, dass Dutzende Fahrer auf ihre Autodächer fliehen.
São Paulo – Ein heftiges Gewitter hat die Millionenmetropole São Paulo am Mittwochnachmittag (14. Oktober) binnen weniger Minuten überrascht. Innerhalb kurzer Zeit stieg der Wasserpegel in einem zentralen Straßentunnel so stark an, dass zahlreiche Fahrzeuge im Wasser standen und mehrere Menschen eingeschlossen wurden. Augenzeugenvideos zeigten panische Szenen, in denen Autofahrer auf die Dächer ihrer Wagen kletterten, um sich vor den steigenden Wassermassen in Sicherheit zu bringen.
Der Vorfall ereignete sich laut Libertad Digital im Tunnel unter dem Vale do Anhangabaú im historischen Zentrum der Stadt, einer Stelle, die bei Starkregen regelmäßig zu den ersten überfluteten Bereichen zählt. Während die städtische Feuerwehr mit Rettungsbooten anrückte, kam es in einem anderen Stadtteil zu einem folgenreichen Erdrutsch. Die Ereignisse werfen erneut die Frage auf, wie gut Südamerikas größte Stadt auf solche Wetterextreme vorbereitet ist.
Wasserpegel im Autobahntunnel von São Paulo steigt schnell – Behörden sperren Röhre
Nach Angaben der Rio Times fielen am Mittwoch allein über dem Talgebiet des Anhangabaú innerhalb von 40 Minuten rund 42 Millimeter Regen – eine Menge, die üblicherweise erst nach elf Oktobertagen erreicht wird. Der städtische Wetterdienst CGE stufte daraufhin die gesamte Stadt in den Alarmzustand „hoch“, auch Hagel wurde im Zentrum registriert. Weitere Messstationen bestätigten die Ausnahmesituation: In Vila Clementino im Süden fielen 72 Millimeter, davon 50 Millimeter innerhalb einer einzigen Stunde, am Ibirapuera-Park wurden 65,8 Millimeter gemessen, im Parque da Climação 61 Millimeter.
Die Stadt sperrte den Tunnel um 15.38 Uhr Ortszeit. Laut Verwaltung liefen die sechs Entwässerungspumpen der Anlage durchgehend, konnten die Wassermenge aber nicht bewältigen. Die Feuerwehr musste vier eingeschlossene Personen mit Rettungsbooten aus dem Tunnel befreien. Bürgermeister Ricardo Nunes bezeichnete die Regenmenge gegenüber dem Portal Metrópoles als außergewöhnlich groß und in dieser Geschwindigkeit nicht vorhersehbar.
Boote statt Streifenwagen: Feuerwehr befreit eingeschlossene Fahrer aus geflutetem Tunnel
Mehrere Autofahrer dokumentierten die Situation selbst mit dem Handy. Einer von ihnen rief in einem Video, das in sozialen Netzwerken kursierte: „Leute, ich habe heute mein Auto im Anhangabaú verloren. Meidet die Gegend. Ich bin auf dem Autodach, mit einem Mitfahrer.“ Nach Angaben des Nachrichtenportals UOL standen zu diesem Zeitpunkt auch Busse und Motorräder mitten im überfluteten Bereich fest.
Auf der nahegelegenen Avenida 23 de Maio in Höhe des Ibirapuera-Parks trieben nach Angaben von Metrópoles ebenfalls Fahrzeuge im Wasser. Zudem drang Wasser über die Treppe in die U-Bahn-Station Japão-Liberdade der Linie 1 ein, und im Stadtteil Bela Vista stürzte ein Baum auf zwei Autos. Auch in Griechenland wütet ein Unwetter.
Erdrutsch im Norden der Stadt fordert ein Todesopfer – Unwetter legt Verkehr lahm
Während im Zentrum die Rettungskräfte im Einsatz waren, kam es im nördlich gelegenen Stadtteil Vila Brasilândia zu einem Erdrutsch, der ein Wohnhaus traf. Nach Angaben der Landesregierung von São Paulo starb dabei eine Frau. Nachbarn befreiten sie den Berichten des Portals Metrópoles zufolge bereits vor dem Eintreffen der Rettungskräfte aus den Trümmern; ihr Tod wurde noch am Unfallort festgestellt. Acht Fahrzeuge von Zivilschutz und Feuerwehr waren an dem Einsatz beteiligt. Die zuständige Katastrophenschutzbehörde kündigte an, das beschädigte Gebäude zu untersuchen und abzusichern.
Das Unwetter beeinträchtigte auch den Flugverkehr am innerstädtischen Flughafen Congonhas, der primär für die Verbindung nach Rio de Janeiro genutzt wird. Der Flughafenbetreiber Aena strich nach Angaben von Jovem Pan vier Starts und zwei Landungen; zudem wurde am Flughafen eine Windböe von 88,9 Kilometern pro Stunde gemessen, so die Rio Times. Die Stadt setzte die abendliche Fahrverbotsregelung (Rodízio) zwischen 17 und 20 Uhr vorübergehend aus, um den Verkehr zu entlasten. Die Verkehrsbehörde CET registrierte gegen 18.30 Uhr mehr als 1.000 Kilometer Stau in der gesamten Stadt. (Quellen: Libertad Digital, Rio Times, Metrópoles) (jaka)