„Gibt es Hass auf den Westen?“, will Lanz wissen - die Antwort des ostdeutschen Professors überrascht ihn
„Gibt es Hass auf den Westen?“, fragt Lanz – Ost-Professor antwortet überraschend
Stand: 22.10.2026, 07:38 Uhr
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Publizist und Literaturwissenschaftler Dirk Oschmann äußerte sich bei Markus Lanz am Mittwochabend im ZDF zur anhaltenden Ost-West-Debatte.
Hamburg – Anlass zu dem Talk-Thema hatten Moderator Lanz die jüngsten Polarisierungen rund um die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gegeben. Publizist Oschmann, selbst aus dem ostdeutschen Gotha stammend, kritisierte, der Osten werde seit Jahrzehnten kontinuierlich „diffamiert“, „ausgeschlossen“ und „diskriminiert“. Ein Muster, das sich laut Historikern alle 30 bis 40 Jahre neu aufrolle. Entsprechend brauche man sich nicht wundern, wenn die Menschen im Osten diese Herabwürdigungen eines Tages für sich einnehmen. „Die Frage ist, ob das nicht doch einen gewaltigen Effekt hat auf Dauer. Dass die Leute, wenn sie dauernd aufs Neue gesagt bekommen: ‚Ihr taugt nichts, Ihr könnt nichts, Ihr werdet es auch nie schaffen‘. Dass man sich selbst davon abgegrenzt hat und sagt: ‚Gut, dann benehmen wir uns jetzt so, wie Ihr es uns zuschreibt‘“, führt Oschmann aus.
Westen habe Wiedervereinigung als „Geschenk“ wahrgenommen, ohne sie zu verhandeln
Ob es einen kollektiven Hass auf den Westen gebe, wollte Lanz dann vom Experten wissen. Oschmann bezog die Frage zunächst auf Einzelfälle und antwortete: „Sicher, aber den gibt es auch umgekehrt.“ Der Moderator ließ nicht locker und fragte noch einmal nach. Was Oschmann dann sagte, überraschte offensichtlich. Nach kurzer Bedenkpause stimmte Lanz allerdings zu. Journalist Reinhard Bingener, ebenfalls in die Runde geladen, setzte weitere differenzierte Akzente: Der Westen habe die Wiedervereinigung lange als „Geschenk“ und „als gegeben“ wahrgenommen, ohne sie wirklich zu verhandeln, so der FAZ-Autor. Was Oschmann über das Verhältnis Ost-West genau sagt, sehen Sie im Video.