Gipfeltreffen in Bangkok: Lars Klingbeil warnt vor Zöllen und wirbt um Milliarden für Deutschland

Stand: 14.10.2026, 13:15 Uhr

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Bundesfinanzminister Lars Klingbeil

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) setzt bei der IWF-Tagung in Bangkok auf weltweite Zusammenarbeit. © dts Nachrichtenagentur / IMAGO

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil reist zur Jahrestagung von IWF und Weltbank nach Bangkok. Im Fokus: Warnungen vor Zöllen und neue Partnerschaften.

Berlin/Bangkok – Vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen und protektionistischer Tendenzen nehmen Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (beide SPD) an der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in der thailändischen Hauptstadt Bangkok teil. Im Zentrum der Gespräche steht die Stärkung multilateraler Partnerschaften, um wirtschaftliche Stabilität und neues Wachstum in Deutschland zu sichern.

Vor seinem Abflug in Berlin fand der SPD-Chef deutliche Worte zu den Risiken einer zunehmenden internationalen Abschottung. „Handelskonflikte, Zollstreitigkeiten und Wettbewerbsverzerrungen führen zu massiven Instabilitäten und kosten weltweit Wohlstand“, warnte Klingbeil. In Zeiten globaler Krisen und anhaltender Unsicherheiten sei es wichtiger denn je, auf Dialog und verlässliche Kooperationen zu setzen. Deutschland wolle sich auf internationaler Bühne als stabiler und attraktiver Wirtschaftsstandort präsentieren.

Was globale Krisen für deutsche Verbraucher und Unternehmen bedeuten

Die Beratungen in Bangkok fallen in eine Phase spürbarer globaler Verwerfungen, die auch direkte Auswirkungen auf Betriebe und Bürger in Deutschland haben. Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan, die gemeinsam mit Klingbeil nach Thailand reist, verwies auf die Vielzahl gleichzeitiger Brandherde:

  • Geopolitische Brennpunkte: Der anhaltende russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie die Schließung der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus und die Lage im Gazastreifen belasten die globalen Lieferketten.
  • Inflation und Energie: Zunehmende Versorgungsunsicherheiten treiben die Energiepreise und schüren den Inflationsdruck.
  • Globale Notlagen: Hunger, extreme Armut und eine sich zuspitzende Klimakrise fordern entschlossene Hilfen.

„Die Weltbank ist eine der Institutionen, die die Welt zusammenhält“, betonte Alabali-Radovan mit Blick auf die Notwendigkeit internationaler Bündnisse trotz begrenzter Haushaltsspielräume.

Klingbeil bei G20-Gesprächen: Dialog gegen wirtschaftliche Fragmentierung

Die Jahrestagungen von IWF und Weltbank dauern in Bangkok noch bis zum Sonntag an. Am Rande der Konferenz wird Finanzminister Klingbeil auch an informellen Gesprächen der Finanzministerinnen und Finanzminister im G20-Format teilnehmen. Im Fokus steht dabei die Vermeidung neuer Zölle und protektionistischer Hürden – Faktoren, die insbesondere die deutsche Exportwirtschaft empfindlich treffen würden.

Um Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit abzusichern, setzt die Bundesregierung auf eine zweigleisige Strategie: das Werben um private Investitionen aus dem Ausland sowie die Vertiefung von Energie- und Rohstoffpartnerschaften mit Schwellenländern auf Augenhöhe. (nmr mit dpa)