Gladbach verliert auch unter Lichte gegen Mainz

Wael Mohya

Niederlage gegen Mainz Wieder vier Gegentore - Gladbach verliert auch unter Lichte

Stand: 19.09.2026 • 18:04 Uhr

Borussia Mönchengladbach hat in der Fußball-Bundesliga auch unter Interimstrainer Jan-Moritz Lichte eine Niederlage kassiert. Gegen den 1. FSV Mainz 05 war erneut die Abwehr schwach.

Von Frank van der Velden

Vor 50.000 Fans im Borussia-Park mussten sich die "Fohlen" mit 3:4 geschlagen geben. Zwar brachte Florian Neuhaus (11.) das Team in Führung, doch Phillip Tietz (18.) und Sheraldo Becker (45.+1) drehten den Rückstand noch vor der Pause. Nachdem Isac Lidberg (59.) ausgeglichen hatte, legten Eric Martel (78.) und Danny da Costa (89.) für Mainz nach. Der Anschlusstreffer von Shuto Machino (90.+5) kam zu spät.

Für die Gladbacher waren es die Gegentore 13 bis 16. Die Borussia rutschte durch die fünfte Saisonpleite auf den letzten Platz ab, die Mainzer kletterten mit sieben Punkten auf Rang fünf.

"Wir müssen die Standards des Gegner so verteidigen, dass da nicht drei Gegentore bei rumkommen", sagte Gladbachs Trainer Lichte am ARD-Mikrofon: "Das ist ganz klar zu verteidigen, das machen wir nicht, das fehlt uns noch." Zu seinem Nachfolger sagte er: "Ich werde hier sein, um zu unterstützen, ich werde den Weg mitgehen, ich werde wieder Co-Trainer sein und alles, was ich habe, reinschmeißen."

Sein Mainzer Kollege Urs Fischer erklärte: "Es war ein Wechselbad der Gefühle, wie Achterbahnfahren. Am Ende hat die Mannschaft die drei Punkte toll verteidigt, wir haben hart dafür gearbeitet."

Gladbachs Lichte setzt auf Dreierkette und bringt Neuhaus

Lichte stellte die Gladbacher Abwehr um und setzte auf eine Dreierkette mit Ko Itakura, Kevin Diks und Jan Lescczynski. Im Mittelfeld lief überraschend Florian Neuhaus von Beginn an auf, vorne ersetzte Isac Lidberg den gesperrten Tim Kleindienst. Der Mainzer Trainer Urs Fischer musste im Tor auf den verletzten Robin Zentner verzichten, Alexander Schwolow stand zwischen den Pfosten.

Ausgerechnet Neuhaus bringt Gladbach in Führung

Einer von Lichtes Schachzügen zahlte sich direkt aus. Neuhaus, der unter Trainer Eugen Polanski zuletzt nur auf der Tribüne gesessen hatte und im Januar zuletzt in der Startelf stand, fälschte einen Schuss von Lukas Ullrich aus 16 Metern so ab, dass Schwolow im Mainzer Tor keine Chance hatte. Neuhaus hatte den Angriff zuvor selbst eingeleitet.

Angedeutet hatte sich das nicht, denn zu Spielbeginn hatte sich die Partie vor allem zwischen den Strafräumen abgespielt. Und Gladbach hätte fast schnell nachgelegt. Bei einer Ecke kam Lescczynski frei zum Kopfball, doch Schwolow war auf dem Posten.

Mainz bestraft Gladbacher Abwehrschwächen

Die Mainzer schlugen schnell zurück. Bei einem harmlosen Einwurf war die Gladbacher Abwehr unsortiert, über Becker kam der Ball zu Tietz, der völlig frei vor Torwart Moritz Nicolas stand und keine Mühe hatte. Auch im Anschluss verteidigte Gladbach, das schnell in alte und schlechte Gewohnheiten zurückfiel, teilweise hanebüchen und hatte Glück, nicht durch Becker und Kacper Potulski in Rückstand zu geraten.

Doch die Borussen fingen sich wieder. Sie setzten Offensivakzente und hatten ihre Chancen. So scheiterte Itakura mit einem Kopfball in Minute 38 nur knapp am gut reagierenden Schwolow.

Doch hinten blieben sie halt anfällig. Es lief schon die Nachspielzeit, als Anthony Caci einfach mal in den Strafraum flankte. Dort stieg dann Becker völlig unbedrängt zum Kopfball hoch und traf aus elf Metern. Da standen die Borussen mal wieder weit von ihren Gegenspielern entfernt und hatten keinerlei Zugriff. Bei einem Konter hätte Becker dann fast noch das dritte Tor nachgelegt, scheiterte aber an Nicolas. Fazit zur Pause: Die Borussia hatte einen guten Start, ging auch in Führung, doch dann deckten die Mainzer die Defensivschwächen schonungs- und erbarmungslos auf.

Gladbachs Diks verschieß Elfmeter, Lidberg gleicht aus

Kurz nach der Pause stand dann Schiedsrichter Robert Hartmann im Fokus. Bei einer Gladbacher Ecke war Tietz im Strafraum mit der Hand am Ball, Hartmann entschied nach Ansicht der Bilder auf Strafstoß. Kapitän Diks übernahm die Verantwortung - und er traf den rechten Pfosten.

Doch Gladbach blieb dran. Das Team reagierte wütend, und es ging ein Ruck durch den Borussia Park, die Fans waren da. Neuhaus setzte einen strammen Schuss aus 16 Metern nur knapp über das Tor. Doch dann fiel es, das 2:2. Bei einem Angriff über die rechte Seite kam der Ball über Joe Scally und Lukas Ullrich zu Lidberg und der traf aus kurzer Distanz.

Mainz schlägt zum dritten Mal zu und legt noch nach

Im Anschluss hielt Gladbach zwar den Druck hoch, ging aber nicht voll ins Risiko. Zu groß war die Angst, erneut in Rückstand zu geraten. Und die Mainzer schlugen tatsächlich zum dritten Mal zu. Nach einer kurz ausgeführten Ecke gingen die Gladbacher erneut halbherzig zu Werke. Bei einer Flanke auf den langen Pfosten musste Martel dann nur noch einköpfen.

Und es kam noch dicker für die Borussia. Erneut nach einer Ecke bekam das Team den Ball nicht geklärt, da Costa stocherte das Leder zum 4:2 für Mainz über die Linie.

Tief in der Nachspielzeit gab es dann noch einmal Hoffnung für die Borussia, als Machino per Handelfmeter auf 3:4 verkürzte. Zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr.

In der Länderspielpause wird die Borussia wohl einen neuen Trainer verpflichten. Der hat viel Arbeit vor sich. Das Positive: An Willen und Einsatz mangelte es heute gegen Mainz nicht.

Gladbach in Köln, Mainz gegen Leverkusen

Nach der langen Länderspielpause ist Mönchengladbach am Sonntagnachmittag (11. Oktober) beim 1. FC Köln zu Gast (15.30 Uhr). Mainz empfängt am Samstagnachmittag Bayer Leverkusen (15.30 Uhr).