„Zu wenig professionell“: Trainer Adi Hütter ärgert sich über Eintracht-Remis gegen Freiburg
Glücklicher Punkt? Eintracht-Trainer Hütter legt Finger in die Wunde
Stand: 19.09.2026, 21:35 Uhr
Eintracht Frankfurt kam gegen den SC Freiburg nicht über ein Remis hinaus. Trainer Adi Hütter war nach Abpfiff sichtlich angesäuert.
Frankfurt – Ein Schritt nach vorn in Mainz (3:1) – und nun gegen den SC Freiburg (2:2) schon wieder zwei zurück? Das wäre in der Analyse zu hart und ungerecht. Doch Eintracht Frankfurt präsentiert sich in der Anfangsphase der aktuell laufenden Saison noch zu wechselhaft. „Wir hätten gerne mehr mitgenommen. Man muss aber ehrlich sagen, dass wir mit dem Punkt zufrieden sein können“, sagte Trainer Adi Hütter.

Es zeichnet den 56-Jährigen aus, einen klaren Blick auf das Geschehen zu haben. Hütter redet nichts schön und lässt sich nicht von vereinzelt guten Passagen blenden: „Zu einem Sieg gehört auch die Leistung. Und die haben wir nicht so, wie es nötig gewesen wäre, gebracht.“ Freiburg sei „sehr gut organisiert“ aufgetreten und habe „alle zweiten Bälle“ gehabt. Seine Mannschaft habe zu weit auseinandergestanden und dadurch „keinen Zugriff“ bekommen. Ob dies auch an der Umstellung von Fünfer- zurück auf Viererkette lag? Das bleibt offen.
Freiburg war der Eintracht überlegen
Freiburg hatte jedenfalls deutlich mehr Torschüsse (22:10) und einen höheren xG-Wert (2,73:1,42 laut Opta). Die Mannschaft von Trainer Julian Schuster ist mehr gelaufen (114,23 zu 112,67 Kilometern), sie hatte mehr Ballbesitz (58 Prozent), eine stärkere Passquote (82 zu 76 Prozent) und war griffiger im Zweikampf (53 Prozent). Die Breisgauer haben gezeigt, weshalb sie als Spitzenreiter in dieses Duell gegangen sind.
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Der in den vergangenen Jahren zusammengewachsene Kontrahent aus dem Schwarzwald ist derzeit einen Schritt weiter als die Eintracht. Bei Freiburg startete mit Yannik Engelhardt ein Neuzugang, bei den Frankfurtern waren es vier, hinzu kamen die beiden Newcomer Elias Baum und Keita Kosugi. Sportvorstand Markus Krösche ordnete ein: „Wir schaffen es noch nicht, Stabilität über 90 Minuten herzustellen. Für den Umbruch, den wir hatten, ist das aber in Ordnung.“
Hütter ist mit seinem Mitarbeiterstab weiterhin dabei, das Team physisch in Topform zu bekommen. Der Wechsel von Schahriar Bigdeli zu Andreas Beck war ein erster wichtiger Schritt. Diese körperlichen Rückstände und Fehler aus der Vergangenheit lassen sich nicht in kürzester Zeit aufholen. Läuferisch hat sich das Team bereits verbessert. Doch Intensität lässt sich nicht nur an gelaufenen Kilometern messen.
„Freiburg ist seit Jahren eine Topmannschaft im physischen Bereich. Dort sind wir noch nicht. Dieses Mal haben die letzte Spritzigkeit und Agilität gefehlt. Deshalb haben wir die Partie nicht in den Griff bekommen“, stellte Hütter fest. Er zeigte sich darüber verärgert und kündigte an: „Wir müssen weiter hart trainieren.“
Wo steht die Eintracht?
Die Eintracht geht nach vier Spielen mit fünf Punkten in die dreiwöchige Länderspielpause. Wo die Hessen stehen, ist kaum greifbar. Zu häufig noch zeigt das Team zwei Gesichter. Und der Gegner kommt zu einfach zu seinen Treffern. Zehnmal musste der neue Schlussmann Atubolu in den ersten vier Bundesligaspielen bereits hinter sich greifen – das ist deutlich zu viel.
Trainer Hütter hatte deshalb mit Blick nach vorn eine klare Forderung: „Wir bekommen viele billige Gegentore. Das müssen wir schleunigst abstellen. Das ist zu wenig professionell.“ Der Ton ist scharf bei den Hessen. Hütter jedenfalls wird weiter an den Stellschrauben drehen. Der kommende Gegner RB Leipzig ist Champions-League-Teilnehmer. Die Standortbestimmung gegen Freiburg hat gezeigt: Der Weg zur alten Stabilität ist noch weit. In Leipzig wartet schon die nächste, deutlich schwerere Prüfung.