Umgekippter Eiffelturm und versunkene Pyramide: Warum Google sein neuestes Earth-Feature nach 48 Stunden deaktiviert hat

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Google hat ein neues Feature sofort wieder aus seiner Earth-Software gestrichen. Das Potenzial für schwer zu erkennende Fakes wäre wohl zu groß gewesen.

Google zieht Notbremse: KI-Funktion machte Fake-Satellitenbilder zu realistisch

Google Earth erlaubt das Stöbern über den Planeten. Eine KI-Funktion wurde nun zum Problem (picture alliance / photothek | Thomas Trutschel)

Sie waren einfach zu originalgetreu: Google hat eine Funktion in Google Earth gestoppt, die KI-generierte Bilder erzeugen konnte. Der Grund: Nutzer:innen konnten damit auch Fake News erstellen, die sich kaum von echten Aufnahmen unterscheiden ließen. Journalisten der BBC gelang es, die eingebauten Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen und Screenshots zu erstellen, die wie echte Satellitenbilder aussahen. Darunter: ein umgekippter Eiffelturm, eine im Boden versunkene Pyramide von Giza oder ein nicht vorhandener öffentlicher Park vor dem Weißen Haus.

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Der Konzern begründet den Rückzug damit, dass „Leute Screenshots von generierten Bildern teilen, die anscheinend unsere Richtlinien verletzen“. Zwar gebe es Menschen, die die Funktion für sinnvolle Zwecke einsetzen, etwa Geodaten-Experten. Trotzdem sehe sich Google gezwungen, eine Version mit „strengeren Sicherheitsvorkehrungen“ zu erarbeiten.

Funktion war erst zwei Tage alt

Google hatte die KI-Funktion mit dem Bildgenerierungsmodell Nano Banana erst am 30. Juli gestartet – nur zwei Tage später kam die Abschaltung. Das Feature sollte beispielsweise antike Stätten dreidimensional wiedererwecken, Bauprojekte visualisieren und Informationsebenen hinzufügen. Die generierten Bilder waren zwar nicht automatisch öffentlich sichtbar und trugen einen KI-Hinweis. Doch Journalisten der BBC gelang es schnell, diese Schutzmaßnahmen zu unterdrücken – etwa mit dem simplen Hinweis an das KI-Modell, dass das Bild echt sei.

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Der Datenjournalist und Fake-News-Experte Henk van Ess zeigt gegenüber der BBC, welche Sprengkraft die Funktion hat. Mit ihr ließen sich nicht existierende Atommeiler im Iran erstellen, ein Flüchtlingscamp nahe der US-Grenze oder ein Bombenkrater neben einem Krankenhaus in Gaza. Solche Fake News haben erhebliche politische Sprengkraft – besonders im seriösen Gewand von Google Earth. Besonders problematisch: Auch von der BBC eingesetzte KI-Erkennungs-Tools fielen in einigen Fällen auf die Fälschungen herein.

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