Neue Gordie-Howe-Brücke verbindet Kanada und USA im Handelskrieg
Nach acht Jahren Bauzeit soll das Milliardenprojekt den Grenzverkehr deutlich entlasten – trotz politischer Spannungen.
02.08.2026, 21:27
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Fast ein Jahrhundert lang lief der gesamte Verkehr am verkehrsreichsten Grenzübergang zwischen den USA und Kanada über dieselbe Brücke. Nun übernimmt das die neue sechsspurige Gordie-Howe-Brücke. Künftig soll sie nahezu die Hälfte des grenzüberschreitenden Verkehrs aufnehmen. Namensgeber des Bauwerks ist die kanadische Eishockey-Legende Gordie Howe.
Die Gordie-Howe-Brücke verbindet Windsor (Ontario, Kanada) mit Detroit (Michigan, USA).
Keystone / AP, PAUL SANCYA
Kanada hat den Neubau vollständig finanziert, für einen Betrag von umgerechnet 3.7 Milliarden Franken. Aber auch die Amerikaner werden davon profitieren.
Vorteile für die Wirtschaft
«Wir werden nicht mehr so viel Lagerbestand vorrätig halten müssen für alle Fälle, denn die Abläufe werden effizienter sein. Das wird langfristig für alle Vorteile haben», freut sich John Evans, Chef des Unternehmens Evans Distribution Systems, das die Beförderung von Waren zwischen den beiden Ländern überwacht.
Der Beitrag von RTS mit deutschen Untertiteln:
Mehr als 500 Millionen Franken an Waren werden täglich über diesen Grenzabschnitt transportiert. Doch über die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen hinaus erwarten auch kleine Geschäfte auf beiden Seiten der Grenze positive Auswirkungen. Ein Barbier aus dem Stadtteil Sandwich in Windsor hofft, dass neue Kunden aus den USA kommen werden, wie er gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehens RTS sagt.
Druck von Donald Trump
Kanada hat die Brücke am 24. Juli 2026 ohne einen US-Vertreter vor Ort eingeweiht. Die gemeinsame Zeremonie mit den USA wurde nach der Ankündigung neuer amerikanischer Zölle auf mehrere kanadische Produkte abgesagt.
Doug Ford, Premierminister von Ontario, nimmt am 24. Juli 2026 an der Einweihung der Gordie-Howe-Brücke teil.
keystone / AP, PAUL SANCYA
Die für Anfang des Jahres geplante Eröffnung der Brücke war mehrfach nach den Launen von Donald Trump verschoben worden. Der amerikanische Präsident hatte sie mehrmals blockiert und verlangt, einen Teil der Einnahmen zu erhalten.
Brian Masse, ehemaliger Abgeordneter des kanadischen Wahlkreises Windsor, kritisiert die Zugeständnisse an die USA sowie die mangelnde Transparenz rund um das von Premierminister Mark Carney unterzeichnete Abkommen. Besonders stört ihn, dass die genauen Bedingungen nicht öffentlich gemacht werden: «Während 15 Jahren werden wir die überschüssigen Einnahmen mit den USA teilen. Ich verstehe, dass es kompliziert ist, mit Donald Trump zu verhandeln. Aber es wird zu nichts Gutem führen, wenn der genaue Inhalt des Abkommens, insbesondere, was wir bezahlen müssen, weiter verborgen bleibt.»
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RTS, 19h30, 27.7.26, 19:30 Uhr;liea