Grenzregion bei Monschau in NRW: Waldbrand in Belgien rückt immer näher
Stand: 16.08.2026 • 07:08 Uhr
Der Waldbrand im Hohen Venn ist nur noch wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Stadt Monschau in NRW hat Einwohner aufgerufen, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten - und warnt vor starker Rauchbelastung.
Wegen der Ausbreitung des Waldbrandes im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn in Richtung Deutschland ist die Lage auch für die Menschen in der grenznahen nordrhein-westfälischen Stadt Monschau angespannt. Die Feuerfront befinde sich nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, teilte die Stadt in der Nacht auf ihrer Webseite mit und rief weitere Bewohner dazu auf, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten.
Zudem warnte die Stadt vor einer starken Rauchbelastung. Monschau liegt rund zwei Kilometer von der Grenze entfernt. Bürgern von drei Ortsteilen wurde am frühen Morgen wegen möglicherweise gesundheitsgefährdender Rauchbelastung empfohlen, ihre Häuser und Wohnungen vorübergehend zu verlassen.
5.000 Menschen von möglicher Evakuierung betroffen
Die Einwohner und Einwohnerinnen der Ortsteile Plattevenn, Leyloch und Kalterherberg westlich des Messewegs sollten versuchen, bei Verwandten und Freunden unterzukommen, hieß es. Angesichts der Ausbreitung der Feuerfront im Hohen Venn werde erwartet, dass es ab dem Vormittag zu erheblichen Rauchbelastungen und Rauchniederschlägen kommen werde, erklärte die Stadt weiter. Gesundheitliche Gefahren durch den Brandrauch seien nicht auszuschließen. Die Empfehlung gelte zunächst bis 18.00 Uhr.
Auf eine Evakuierung einstellen sollten sich die Bewohner der Ortsteile Kalterherberg und Mützenich, hieß es in der Nacht. Eine Sprecherin der Stadt sagte der Nachrichtenagentur dpa, betroffen seien rund 5.000 Menschen. Sie betonte, es seien Vorsichtsmaßnahmen. Stand jetzt gehe man von keiner Evakuierung aus.
Monschau bekannt für schmucke Altstadt
Die Eifelstadt Monschau mit ihren rund 12.000 Einwohnern gilt als Touristenmagnet in der Region. Sie ist besonders für ihre mit Fachwerkhäusern geschmückte Altstadt bekannt, die auch immer wieder als Filmkulisse dient. Monschau liegt direkt am Hohen Venn, einem Hochmoor zwischen Deutschland und Belgien.
Die Feuerwehr in Monschau beobachtet die Situation an der Grenze intensiv, rechnet aber nicht mit einem baldigen Übergreifen der Flammen auf deutsches Gebiet. "Wir behalten die Lage weiterhin auf jeden Fall im Blick", sagte Philipp Krüger, Einsatzleiter der Feuerwehr Monschau, der dpa am frühen Morgen. Einheiten würden jetzt erst einmal in die Pause geschickt. "Wir werden die Einsatzlage stetig überwachen, neu bewerten und gegebenenfalls Einheiten dazuziehen."
Feuerwehr wässert Felder
Die Einsatzkräfte hätten zuvor Feldgrundstücke nahe der deutsch-belgischen Grenze gewässert, um einen Zeitvorsprung vor dem Feuer zu gewinnen. Das Technische Hilfswerk habe die Feuerwehr unterstützt.
Auf der belgischen Seite breitet sich der Waldbrand weiter aus. Laut Gouverneur der Provinz Lüttich umfasst er mittlerweile eine Fläche von 2.700 Hektar. Zum Vergleich: Im Hürtgenwald sind nach Angaben des Kreises Düren etwa 300 Hektar Wald von dem dortigen Brand betroffen.
Das Feuer sei "der größte Brand, den Belgien je erlebt hat", zitiert etwa der öffentlich-rechtliche Sender RTBF lokale Politiker. Zuvor hatte Belgien andere Länder der Europäischen Union um Unterstützung gebeten.
Belgische Orte evakuiert
Nach Angaben örtlicher Behörden sind auch deutsche Feuerwehrleute vor Ort. Weitere Hubschrauber und Flugzeuge aus der Tschechischen Republik, Schweden und den Niederlanden wurden mobilisiert, wie die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, auf der Plattform X schrieb.
Etwa 600 Menschen in zwei belgischen Orten wurden laut der Nachrichtenagentur Belga angewiesen, ihre Häuser zu verlassen - wegen des sich rasch ausbreitenden Brandes, wechselnder Windrichtungen und starker Rauchentwicklung.
Brandgeruch in Rheinland-Pfalz und Saarland
Die Auswirkungen durch den Rauch sind auch in Rheinland-Pfalz zu spüren. Das Polizeipräsidium Trier teilte mit, aufgrund der Brände in Belgien und Nordrhein-Westfalen in Verbindung mit dem aktuellen Wind und den Wetterbedingungen breiteten sich die Rauchwolken seit dem Nachmittag in der Region aus, insbesondere in der Eifel und an der Mosel. An vielen Orten sei deutlicher Brandgeruch wahrzunehmen, teilweise liege Asche in der Luft.
Auch im Saarland kommt es derzeit zu einer erheblichen Rauchentwicklung und zu teils starkem Brandgeruch - mutmaßlich wegen des Brandes in Belgien. Wie der Saarländische Rundfunk berichtet, rufen die Behörden die Menschen auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten.