Großbrand in Nürnberg auf 3000 Quadratmetern: Flammenberg weithin sichtbar – Open-Air-Konzert abgebrochen

Stand: 11.07.2026, 10:32 Uhr

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Eine verlassene Cowboy-Ranch und das umgebende Waldstück standen in der Nacht auf Samstag in Flammen.

Eine verlassene Cowboy-Ranch und das umgebende Waldstück standen in der Nacht auf Samstag in Flammen. © Sven Grundmann/dpa

In einem trockenen Waldstück in Nürnberg ist am späten Freitagabend (11. Juli) ein Großbrand ausgebrochen. Hunderte Einsatzkräfte sind bis zum Samstag gefordert.

Nürnberg – Ein Großbrand auf einem seit Jahren verlassenen Cowboy-Ranch-Gelände hat in der Nacht auf Samstag (11. Juli 2026) einen Großeinsatz in Nürnberg ausgelöst. Am Samstagmorgen waren Feuerwehr und Technisches Hilfswerk noch immer vor Ort – mit Baggern, Räumfahrzeugen und Löschfahrzeugen.

Feuer brach auf brach liegendem Westerndorf-Gelände aus

Der Brand war am Freitagabend gegen 21.45 Uhr im Waldgebiet zwischen der Großen Straße und der Beuthener Straße im Stadtteil Langwasser gemeldet worden, wie die Feuerwehr Nürnberg in einer Pressemitteilung mitteilte. Laut Polizeisprecher Michael Petzold brach das Feuer vermutlich im Bereich einer alten Westernstadt aus, die seit mindestens zehn Jahren brachliege. Mehrere Holzgebäude auf dem als „Westerndorf“ bekannten Gelände gerieten in Brand, wie News5-Reporter vor Ort berichteten.

Das Feuer fraß sich durch eine Fläche von rund 3000 Quadratmetern – etwa so groß wie vier kleine Fußballfelder. Die Flammen schlugen meterhoch in die Luft, eine dichte, dunkle Rauchsäule war über weiten Teilen der Stadt zu sehen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe warnte in der Nacht vor starkem Rauch und Brandgeruch im Nürnberger Süden.

Rund 300 Einsatzkräfte bekämpften das Feuer

Beim Eintreffen der ersten Kräfte zeigte sich eine massive Brandentwicklung, wie die Feuerwehr mitteilte. Mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz wurden sofort eingesetzt, parallel lief ein massiver Löschangriff mit mehreren Löschrohren. Wegen der enormen Ausdehnung wurden Feuerwehren aus den angrenzenden Landkreisen nachalarmiert, große wasserführende Fahrzeuge mit Wasserwerfern kamen zum Einsatz. Laut dpa waren insgesamt rund 300 Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst im Einsatz.

Die Trümmer nach der Infernonacht in Nürnberg-Langwasser nahe des Messegeländes.

Die Trümmer nach der Infernonacht in Nürnberg-Langwasser nahe des Messegeländes. © dpa

Extreme Trockenheit und sommerliche Hitze machten den Einsatz für die Helferinnen und Helfer besonders kräftezehrend, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Wasserversorgung gestaltete sich zu Beginn schwierig, konnte jedoch durch nachrückende Kräfte zügig sichergestellt werden. Das THW unterstützte mit einem Radlader und Beleuchtungsgerät.

Brand nach drei Stunden unter Kontrolle – Glutnester weiter im Fokus

Gut drei Stunden nach Ausbruch des Feuers hatte die Feuerwehr die Lage unter Kontrolle. „Da brennt nichts mehr. Der richtige Brand ist schon gelöscht“, sagte Polizeisprecher Petzold gegen 1.00 Uhr. „Es qualmt noch.“ Die Einsatzkräfte blieben vor Ort, um Glutnester aufzuspüren und abzulöschen. Einsatzleiter Peter Saul erklärte laut dpa, dass Feuerwehrkräfte noch den gesamten Samstag auf dem Gelände sein werden.

Am Morgen war das THW mit einem Bagger und Räumfahrzeugen auf dem Areal unterwegs und türmte einen Schutthaufen auf, wie ein dpa-Fotograf vor Ort beobachtete. Es roch verbrannt, offene Flammen waren nicht mehr zu sehen.

Die Feuerwehr und das THW sind nach wie vor mit den Aufräumarbeiten am Samstag beschäftigt.

Die Feuerwehr und das THW sind nach wie vor mit den Aufräumarbeiten am Samstag beschäftigt. © dpa

Campingplatz evakuiert – Marillion-Konzert mitten in der Zugabe abgebrochen

Als Vorsichtsmaßnahme wurden 25 Personen von einem angrenzenden Campingplatz evakuiert. Das gesamte Gebiet zwischen dem Max-Morlock-Stadion, der Karl-Schönleben-Straße, der Gleiwitzer Straße und der Beuthener Straße wurde weiträumig abgesperrt. Am Samstagmorgen gab die Sanitätseinsatzleitung Nürnberg Entwarnung: Die Rauchentwicklung habe nachgelassen, der Campingplatz sei wieder zugänglich, die evakuierten Menschen konnten zurückkehren.

Im nahegelegenen Stadionpark musste zudem ein Open-Air-Konzert der britischen Rockband Marillion mitten in der Zugabe abgebrochen werden. Der Veranstalter habe wegen der massiven Rauchwolke entschieden, die Veranstaltung zu beenden, sagte Polizeisprecher Petzold laut BR24. Verletzt wurde nach bisherigem Kenntnisstand niemand.

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) mit einem Bagger.

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) mit einem Bagger. © dpa

Kriminalpolizei ermittelt – Waldbrandgefahr in Franken hoch

Die Ursache des Feuers ist bislang ungeklärt. Die Kriminalpolizei Nürnberg hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Waldbrandgefahr ist in Franken wegen der anhaltenden Trockenheit derzeit generell hoch – die Behörden führen deshalb bereits Beobachtungsflüge durch.

Erst im vergangenen Jahr hatte bei Erlangen, rund 20 Kilometer nördlich von Nürnberg, ein Waldgebiet gebrannt. Das Feuer war Ende April 2025 auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz ausgebrochen und dauerte fast einen Monat, bis es vollständig gelöscht war. Rund 40.000 Quadratmeter waren betroffen, der Landkreis rief zwischenzeitlich den Katastrophenfall aus. Neun Feuerwehrleute wurden dabei leicht verletzt, wie die dpa berichtete. (Feuerwehr Nürnberg, Polizei Nürnberg, dpa, News5, BR)