Lage in Waldbrandgebieten in Nordrhein-Westfalen entspannt sich
Das Feuer im Hohen Venn war am Freitag ausgebrochen. Das gesamte Gebiet an der deutschen Grenze war am Sonntag in dichten, gelblichen Rauch gehüllt, der kilometerweit zu sehen war. Innerhalb von 24 Stunden habe sich die verbrannte Fläche auf fast 3000 Hektar verdoppelt, teilten die Behörden in Belgien mit.
Rauchbelastung statt Feuer
Eine Evakuierung von zwei Ortsteilen in Monschau – Mützenich und Kalterherberg – mit rund 5000 Einwohnerinnen und Einwohnern sei aktuell nicht erforderlich, hieß es aus der Stadt. »Es zeichnet sich eine vorsichtige Entspannung ab«, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. In der Nacht zu Sonntag waren Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Ortsteile zunächst aufgerufen worden, sich als Vorsichtsmaßnahme auf eine Evakuierung vorzubereiten.
Die Feuerfront war am Sonntagmittag offenbar nur knapp zwei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Aber: »Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht davon auszugehen, dass das Brandgeschehen auf deutsches Territorium übergreifen wird«, hieß es auf der Homepage der Stadt. Belgiens Innenminister Bernard Quintin schrieb auf der Plattform X, Teile des Brandes in Richtung Monschau seien unter Kontrolle.
Es sei weniger die Feuerfront, die aktuell Sorge bereite, sagte die Stadtsprecherin, sondern die Rauchbelastung. Jeder Bürger und jede Bürgerin könne selbst entscheiden, ob er oder sie Haus oder Wohnung vorsorglich vorübergehend verlasse. Wer Unterstützung brauche, könne sich an die Stadt wenden, eine Anlaufstelle stehe zur Verfügung. Für eine Anordnung bestehe kein Anlass, das sei allerdings eine »Momentaufnahme«.
Die belgischen Behörden forderten zur Bekämpfung des größten Waldbrands in der Geschichte Belgiens derweil Einsatzkräfte aus Deutschland an. Die Unterstützung sei bereits angelaufen, teilte die Städteregion Aachen mit. Die Einsatzkräfte sollen bei Küchelscheid eingesetzt werden, einem belgischen Nachbarort Monschaus, wie ein Sprecher Monschaus sagte. Derzeit würden die für den grenzüberschreitenden Einsatz vorgesehenen Kräfte gesammelt.
Entwarnung gab es auch in der Eifel in Hürtgenwald. Der Waldbrand dort ist nach einem tagelangen Großeinsatz unter Kontrolle, wie Dürens Landrat Ralf Nolten (CDU) bekannt gab. »Die Löscharbeiten laufen noch, doch die Lage entspannt sich weiter«, erklärte der Kreis Düren auf seiner Website . Nach der Evakuierung des Ortsteils Gey konnten die rund 1800 betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner wieder in ihre Häuser zurückkehren. Am Sonntag waren noch etwa 900 Einsatzkräfte vor Ort, die vorrangig die Glutnester eindämmen sollten. Das gesamte Gebiet sei von einer drei Meter breiten Schneise umgeben, sodass sich Flammen nicht weiter ausbreiten könnten.