„So noch nie erlebt“: Große Sorge um beliebten Urlaubersee – Politikerin erhebt schwere Vorwürfe
Stand: 15.07.2026, 07:59 Uhr
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Die Lage an einem beliebten Urlaubersee in Italien ist ernst. Der Wasserstand ist ungewöhnlich niedrig, eine Politikerin sieht die Gemeinde in der Verantwortung.
Auronzo di Cadore – Ausgerechnet im Hochsommer gibt es große Sorgen um den Lago di Misurina. Der Dolomiten-See, der als Tor zu den weltberühmten Drei Zinnen gilt und sonst als klassisches Bildmotiv dient, weist einen außergewöhnlich geringen Wasserstand auf – und Äußerungen einer lokalen Politikerin machen die Situation noch brisanter.

„So habe ich den See noch nie erlebt“, sagt Tatiana Pais Becher, die frühere Bürgermeisterin und heutige Oppositionsrätin der Gemeinde Auronzo di Cadore, gegenüber dem italienischen Nachrichtenportal Il Dolomiti. „Es fehlen rund zwei Meter Wasser und der See ist voller Algen“, so die Politikerin weiter.
Problem des Sees lässt sich laut Politikerin nicht mit Wetter oder Klimawandel erklären
Auch Italien leidet derzeit wie weite Teile Europas unter extremer Hitze. Die Probleme des Sees lassen sich nach Einschätzung von Pais Becher jedoch nicht allein mit dem Wetter oder dem Klimawandel erklären. Der wenige Regen der vergangenen Wochen habe die Situation zwar zusätzlich verschärft. Jedoch kritisiert sie ein „völliges Desinteresse der Gemeindeverwaltung“. Der See gelte als „Visitenkarte von Misurina“ und sei international bekannt, betont die Politikerin. Dass er sich mitten in der Hochsaison in diesem Zustand befinde, sei „nicht akzeptabel“.
Pais Becher macht ein konkretes Problem verantwortlich: Im Bereich der Seilbahn Col de Verda sei schon vor Jahren ein Leck in einer Ufermauer festgestellt worden. Ein erster Reparaturversuch im Jahr 2022 habe nichts gebracht, sagt sie. Nötig sei eine umfassende Instandsetzung, die nach Schätzungen zwischen einer und zwei Millionen Euro kosten würde. Die zuständigen Stellen hätten diese Maßnahme zwar wiederholt als „prioritär“ bezeichnet, tatsächlich umgesetzt worden sei jedoch nie etwas, so ihre Kritik. Angesichts der aktuellen Lage verlangt Pais Becher nun, dass die Gemeinde endlich tätig wird.
Als einer der größten natürlichen Seen der Dolomiten ist der Misurinasee ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für den Tourismus der gesamten Umgebung. „Das gesamte touristische System rund um die Drei Zinnen verläuft hier entlang und viele Betriebe beschweren sich“, erklärt Pais Becher. Zahlreiche Besucher würden mittlerweile nach Gründen für den Zustand des Sees fragen, berichtet sie. Wegen des niedrigen Wasserstands sei sogar der Bootsverleih eingestellt worden. Die Kombination aus sinkendem Wasserstand und zunehmendem Algenbewuchs mache die Lage am Lago di Misurina „immer unerträglicher“ – so das Urteil der Politikerin.
Auch in Deutschland machen sich Hitze und Trockenheit bemerkbar. Dabei ist das Ende des Sommers noch nicht in Sicht. (Quellen: Il Dolomiti, ADAC, eigene Recherche) (ph)