Großes Spektakel: Füchse liefern Veszprem heißen Kampf – und verlieren doch

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Trainer Nicolej Krickau hatte alles versucht, wirklich alles. Siebter Feldspieler im Angriff, offensive Manndeckung früh im Spiel, zwei Auszeiten in der ersten Hälfte. Der dänische Coach der Füchse Berlin zog an diesem Mittwochabend alle Register, um irgendwie der Übermacht auf gegnerischer Seite Herr zu werden. Doch am Ende hat es nicht gereicht. Veszprem HC, ein Titelfavorit in der neuen Saison der Champions League, war im ersten Heimspiel für die Berliner schlicht zu stark.

Die Füchse unterlagen mit 29:35 (16:21), Trainer Krickau sprang über sechzig Minuten schreiend an der Seitenlinie auf und ab. Es war der Ausdruck dessen, wie sehr die Füchse den Anspruch haben, auch in der Königsklasse dieser Spielzeit wieder eine wichtige Rolle zu spielen – und den Abend so zu einem mitreißenden Spektakel machten.

Füchse Berlin scheitern in der Champions League wieder an Nielsen

Das Spiel begann im Run-and-Gun-Modus: Wer von den 7732 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle zum falschen Zeitpunkt einen Wimpernschlag wagte, verpasste Entscheidendes. Es gab Sequenzen in der Anfangsphase, in denen innerhalb von 16, 17 Sekunden jeweils drei Tore fielen. Die Partie war atemberaubend.

Nach dem 6:7 (13. Minute) konnte die Krickau-Sieben allerdings zunächst nicht mehr Schritt halten. Veszprem zog mit einem 5:0-Lauf davon. Das lag unter anderem am Torhüter der Ungarn, Emil Nielsen. Es ist der gleiche Nielsen, der den Füchsen vergangene Saison im Endspiel, damals noch im Dienste des FC Barcelona, mit einer herausragenden Leistung den Traum vom ersten Champions-League-Titel zunichte gemacht hatte.

Momentum durch offensive Deckung

Im Sommer ist er nach Veszprem gewechselt, und auch im neuen Trikot stand er den Berlinern wieder allzu häufig im Weg. Durch die offensive Deckung konnten die Berliner allerdings noch im ersten Durchgang wieder etwas Momentum gewinnen, weil sie so zu Ballgewinnen und einfachen Toren übers Tempospiel kamen.

„Mein gefühl war, dass wir damit den Stress kreiert haben, den wir wollten“, sagte Krickau über die Manndeckung. Das galt für den Gegner gleichermaßen wie für seine eigene Mannschaft, denn der Coach hatte die Intensität in der Anfangsphase bemängelt. „Ich war enttäuscht mit unserer Präsenz am Anfang, wir wollten eine Energieleistung wie gegen Gummersbach bringen“, sagte der Coach, „und dann sehen wir so scheiße aus am Anfang.“

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Vor allem im Positionsangriff war der Unterschied vor der Pause gewaltig. Sobald es Veszprem gelang, die Füchse an die Sechsmeterlinie zurückzudrängen, hatten sie immer eine Lösung parat. Die Ungarn spielten in der Tat wie ein Titelfavorit. „Veszprem ist momentan das Maß aller Dinge“, urteilte Geschäftsführer Bob Hanning nach Schlusspfiff.

Füchse kommen nochmal auf einen Treffer heran

Das sind die Berliner in dieser Saison bekanntermaßen nicht, insofern war die Niederlage kein nachhaltiger Anlass, um Trübsal zu blasen. Die Füchse lieferten Veszprem bis tief in die zweite Hälfte einen harten Kampf und ließen einfach nicht locker.

Das war vor allem der stark verbesserten 6:0-Formation in der Abwehr zu verdanken. Zugang Frederik Simak erlebte seine erste magische Nacht im Berliner Trikot, seine Beweglichkeit brachte der Defensive neue Akzente. Sein Treffer ins leere Tor zum 24:25 (45.) führte zu atmosphärischer Ekstase.

Weil Tobias Gröndahl per Siebenmeter aber die eine Ausgleichschance vergab, behielten die Ungarn schlussendlich doch die Überhand. „Es war auch vieles gut heute, keine Frage“, sagt Krickau. „Ich bin zufrieden mit unserer Moral. Aber auf diesem Niveau leben wir nicht nur von Moral, sondern auch von Leistung. Und vierzig Minuten konkurrenzfähig zu sein, reicht gegen Veszprem einfach nicht.“

Doch mit sechzig guten Minuten, das hatten die Füchse an diesem Abend gezeigt, können sie immer noch jeden Gegner auf der Welt schlagen.