Erfolgsmodell Manchester: 5 Learnings für Wachstum
Grossbritannien Erfolgsmodell Manchester: 5 Dinge, die jede Stadt wissen muss
26.09.2026, 19:04
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Manchester gilt als Paradebeispiel für wirtschaftliches Wachstum. Die einstige Industriestadt zieht heute Tech-Firmen und Investoren aus der ganzen Welt an. Was sind die Zutaten für dieses Erfolgsrezept – und wie könnte dies auch anderen Orten zum Erfolg verhelfen? Fünf Learnings aus Manchester.
Klein + koordiniert = gross
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg Manchesters: Die Zusammenarbeit zwischen zuvor getrennten Stellen wurde verbessert. Einerseits zwischen den Stadtteilen, andererseits beim farbenfrohesten Beispiel für den wirtschaftlichen Erfolg: dem Bee-Network, einem Transport-Netzwerk mit gelben Bussen, Trams und Velos.
Seit der Einführung des Netzwerks benützen mehr Leute den öffentlichen Verkehr, und er wurde günstiger.
Reuters/Temilade Adelaja
«Früher waren es viele verschiedene Betreiber mit unterschiedlichen Systemen und Tarifen», sagt Nick Fairclough, stellvertretender Direktor des Bus-Netzwerks. Die Idee war dann, ein System zu kreieren, das für den Nutzer auch einfach zu verstehen ist. Heute kann man durch die ganze Region fahren mit dem gleichen Anbieter.
Nun von staatlicher Hand kontrolliert, aber von privaten Firmen ausgeführt. Durch die Koordination war das Netzwerk gross genug, um Prozesse effizienter zu machen und den ganzen Bedarf an Transport abzudecken.
Nicht kopieren, sondern anpassen
Doch Fairclough ist überzeugt, dass ein solches System zu kopieren, nicht unbedingt Erfolg bringen würde: «Unterschätzt nicht, wie aufwendig eine solche Veränderung ist.» Wichtig sei es, die lokalen Bedingungen zu respektieren: «Was in Manchester passt, muss nicht unbedingt in anderen Ländern passen. Doch wir teilen sehr gerne unsere Erfahrungen.»
Ein Schlusslicht auf Aufholjagd
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Manchester galt vor 25 Jahren als hoffnungsloser Fall. Die Region verlor mit dem Einbruch der industrialisierten Baumwollproduktion ihren Wirtschaftsmotor. Die Innenstadt zerfiel, die Menschen verliessen sie. Doch seither wächst Manchester wirtschaftlich so schnell wie kaum eine Stadt im Vereinigten Königreich. Innert 10 Jahren ist die Produktivität, gemessen an Wertschöpfung pro Arbeitsstunde, um 17 Prozent gestiegen geworden. In London, der wirtschaftlich stärksten Stadt im Land, waren es 2.5 Prozent. Manchester hat aufgeholt – und hat nun eine durchschnittliche Produktivität.
Bauen, bauen, bauen
Heute lockt Manchester viele Investoren aus der ganzen Welt an, sagt Philip McCann. Er ist Professor für urbane Wirtschaft an der Alliance Business University in Manchester: «Es gibt viele Investitionen in Luxuswohnungen in der Innenstadt, aber auch in sonstige Infrastruktur, etwa einen grossen Wissenschaftspark, der aktuell gebaut wird.»
Die frühere Industriestadt wächst immer mehr zur Tech-Metropole. Zehntausende Wohnungen wurden in den letzten Jahren aus dem Boden gestampft.
Reuters/Phil Noble
Auch in den Bereichen Sport und Kultur werde aktuell gebaut. Es sei ein Geheimnis von Manchester, dass zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten etwas passiert: «Genau diese Aufbruchstimmung wollen Investoren spüren. Dann sind sie so begeistert, dass sie auch investieren wollen.»
Risiko der Verdrängung
Doch genau diese Investitionen führen in Manchester zu Kritik. Das Leben in der Innenstadt wird immer teurer. Während in Manchester im Jahr 2021 die durchschnittliche Miete 948 Pfund pro Monat kostete, sind es nun 1373 Pfund. So die Zahlen des britischen Nationalen Statistikbüros ONS.
Max Derner, ein Web-Entwickler aus Manchester, ist deswegen in einen Vorort umgezogen. Er konnte es sich nicht leisten, in der Stadt ein Haus zu kaufen: «Mein Zahnarzt und mein Herz sind noch hier», sagt der junge Mann. Man sehe es auch an den Inseraten, wie eine Wohnung ausgeschrieben werde. «Da steht: Tolle Investitionsmöglichkeit!». Nirgends stehe, es sei eine tolle Wohnung, in der man wohnen könne.
Der Bau-Boom in der Stadt hat seine Schattenseiten.
Reuters/Temilade Adelaja
Wachstum lenken statt Wildwuchs
Gemäss Professor McCann ist Ungleichheit tatsächlich eine Begleiterscheinung von Erfolg. Doch man brauche eine gewisse Menge an Wohlstand und Menschen, die Geld haben: «Denn diese investieren dann auch wieder lokal und geben ihrer Gemeinschaft etwas zurück.» Entscheidend sei, das Wachstum institutionell zu begleiten: «Es braucht Mechanismen von der Regierung, die diese Dynamik kanalisieren und gezielt in andere Teile der Stadt lenken.»
In Manchester wurden mit solchen Regenerationsprojekten ganze Stadtteile binnen weniger Jahre komplett transformiert.
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