GTA 6: Als Protest gegen Rockstar – geleakte Spielszenen kursieren im Netz
Kurz vor dem geplanten großen Gameplay-Reveal von "GTA 6" kursieren angebliche Spielszenen im Netz. Ein offizielles Statement steht zwar aus, doch die Reaktion von Take-Two spricht eine eindeutige Sprache.
Im Netz kursieren neue Informationen zu „GTA 6“, die angeblich von einer Gruppe namens Cyberleek stammen. Offiziell bestätigt ist bisher nichts, trotzdem führt der mutmaßliche Leak bereits zu Diskussionen unter Fans.
Verschiedene Gameplay-Mechaniken angedeutet
Die kursierenden Aufnahmen zeigen Protagonist Jason bei Freizeitaktivitäten wie Basketball. Zudem gibt es Szenen zu Fahrmechaniken und einem möglichen Auftanken von Fahrzeugen. Besonders auffällig ist ein angedeutetes Karmasystem, das moralische Entscheidungen ins Gameplay einzubinden scheint.
Etwas konkreter werden die Aufnahmen bei zwei einzelnen Szenen aus den Videos. In einem der Clips startet Jason an einem Unterschlupf und springt vom Balkon direkt zu einem bereitstehenden Auto mitsamt Jet-Ski. Eine andere Szene zeigt ihn nach einem Zusammenstoß mit einem Postwagen in eine Schlägerei verwickelt, aus der er den gegnerischen Fahrer mit einem Schraubenschlüssel umbringt. Dadurch wird sofort eine Zwei-Sterne-Fahndung ausgelöst.
Map-Leak gibt einen Blick auf die Spielwelt
Eine geleakte Map gibt zusätzlich Einblick in den möglichen Aufbau der Spielwelt. Der Großteil der Landschaft wirkt bergig und waldreich, was strukturell an die bekannte Karte aus „GTA 5“ erinnert. In der unteren rechten Ecke liegt offenbar Vice City, das als einziges dicht bebautes Gebiet von größerer Bedeutung beschrieben wird. Gegenüber, in der unteren linken Ecke der Map, deutet ein weiteres Areal auf einen Flughafen hin.
Das gezeigte Bildmaterial soll offensichtlich nicht dem aktuellen Entwicklungsstand des Spiels entsprechen. Die Aufnahmen stammen anscheinend aus einer sehr frühen Phase, die vermutlich bis ins Jahr 2023 zurückreicht. Entsprechend wirkt auch die visuelle Qualität deutlich unfertig im Vergleich zum späteren Produkt.
Ein Protest gegen den Disk-Verzicht
Cyberleek begründet die Veröffentlichung offenbar als Protest gegen Rockstars Entscheidung, GTA 6 ausschließlich digital ohne physische Datenträger zu verkaufen. Zunächst zweifelten viele an der Echtheit des Materials, weil unfertig wirkende Aufnahmen häufig als Fake abgetan werden.
Genau diese Zweifel schwinden nun allerdings: Publisher Take-Two Interactive geht bereits mit zahlreichen Urheberrechtsbeschwerden gegen die Verbreitung vor. Dieses Vorgehen gilt als starkes Indiz dafür, dass es sich tatsächlich um echtes Material aus einer frühen Entwicklungsphase handelt.
Die Enthüllungen kommen nur wenige Tage vor der Netflix-Präsentation, die für den 27. August angesetzt ist.
Zusätzliche Vorsicht ist bei Social-Media-Beiträgen zum Leak geboten, die auf eine zweifelhafte Kryptowährungs-Website verweisen. Journalisten warnen ausdrücklich davor, solche Links anzuklicken. Offenbar nutzen die Betreiber den aktuellen Hype gezielt für Betrugsversuche aus.
Für Rockstar Games setzt sich mit diesem Vorfall eine unglückliche Serie fort. Schließlich ist es bereits der dritte große Vorab-Leak zu „GTA 6“. Im September 2022 gelangten bereits über 90 interne Entwicklervideos an die Öffentlichkeit. Im Dezember 2023 tauchte zusätzlich eine niedrig aufgelöste Kopie des ersten offiziellen Trailers vorzeitig im Netz auf. Rockstar reagierte damals, indem der Trailer einige Stunden früher als geplant offiziell veröffentlicht wurde.
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