GTA 6: Take-Two kommentiert Netflix-Premiere und Code-in-a-Box statt Datenträger
Rund um „GTA 6“ gibt es einige Diskussionspunkte: keine physischen Datenträger, ein laufender Arbeitsrechtsstreit bei Rockstar und teurere Konsolen. Take-Two-Boss Strauss Zelnick hat sich zu diesen Themen geäußert und zeigt sich gelassen.
„GTA 6“ soll am 19. November 2026 den Markt erobern und gilt als einer der größten Unterhaltungsstarts überhaupt. Mehr als 13 Jahre nach „GTA 5“, das inzwischen 230 Millionen Mal verkauft wurde, wagt es kaum ein großes Studio, mit einem eigenen Release direkt gegen Rockstars Open-World-Titel anzutreten. Trotzdem ranken sich einige Diskussionen um den Start.
In einem Interview mit The Game Business sprach Take-Two-CEO Strauss Zelnick über drei Punkte, die zuletzt immer wieder aufkamen. Dazu gehören der Verzicht auf eine Disc-Version, ein Arbeitsrechtsstreit bei Rockstar und die schwierige Lage am Konsolenmarkt.
Streit mit ehemaligen Rockstar-Mitarbeitern
Rockstar hatte kürzlich mehr als 30 Angestellte entlassen. Der Vorwurf: Sie hätten Informationen online weitergegeben. Die Gewerkschaft Independent Workers of Great Britain wirft dem Studio dagegen vor, gegen Beschäftigte vorzugehen, die einer Gewerkschaft beitreten wollten. Der Fall landet vor einem Arbeitsgericht in Großbritannien.
Zelnick sieht darin keine Gefahr für den Verkaufserfolg von „GTA 6“. Er sei „nicht im Geringsten“ besorgt und betonte, dass die Entwicklung eines Spiels von einzelnen Arbeitsbeziehungen zu trennen sei. Take-Two beschäftige weltweit 13.000 Mitarbeiter und lege Wert auf faire Behandlung und Bezahlung. Nach seinen Angaben verzeichnet das Unternehmen die niedrigste Fluktuation der Branche, bei Rockstar liege sie sogar nur halb so hoch. „Wir sind stolz darauf, wie Menschen behandelt und wie sie entlohnt werden“, so Zelnick.
Kein Datenträger, dafür Code-in-a-Box
Auch die Entscheidung gegen eine Disc-Version stuft Zelnick als unproblematisch ein. Sein Argument: Ohne Internetverbindung lasse sich ohnehin kaum ein aktuelles Spiel mehr spielen und „jeder“ sei online.
Auf den Hinweis, dass der Einzelhandel für Marken wie „GTA“ lange ein wichtiger Vertriebs- und Marketingkanal war, verwies er auf die sogenannte Code-in-a-Box-Lösung. Käufer erhalten also eine Verpackung mit einem Download-Code statt eines Datenträgers. „Letztendlich sind aber weit über 90 Prozent unseres Geschäfts digital“, so der Publisher-Chef.
Ein weiteres Thema war der Konsolenmarkt. PlayStation, Xbox und Nintendo haben ihre Preise angehoben, was die Hardware-Verkäufe bremst. Das könnte auch auf den Rockstar-Blockbuster einen Einfluss haben. Denn „GTA 6“ erscheint in diesem Jahr nur für PS5 und Xbox Series X/S.
Zelnick geht aber davon aus, dass die installierte Basis der aktuellen Generation zur Weihnachtszeit etwa so groß sein wird wie damals beim Start von „GTA 5“. Sorgen um eine zu kleine Zielgruppe macht er sich deshalb nicht.
Langfristig sieht er sogar deutliches Wachstum. Durch die steigende Bedeutung des PCs und den erwarteten Aufschwung von Streaming-Diensten könnte das Publikum für die Konsolen- und PC-Spiele des Unternehmens „das Zehnfache oder mehr“ der heutigen Größe erreichen. Das bedeute aber nicht automatisch verzehnfachte Umsätze.
Nach Netflix-Premiere wohl noch „mehr Innovationen“
Die nächste große Präsentation von „GTA 6“ läuft am 27. August über Netflix. Es ist das erste Mal, dass der Streaming-Dienst ein Spiele-Reveal dieser Art ausrichtet. Zelnick verwies auf Rockstars Ruf, neue Wege zu gehen: „Rockstar ist dafür bekannt, neue Dinge auszuprobieren und zu innovieren. Und ich bin zuversichtlich, dass ihr noch mehr Innovationen sehen werdet.“
Die Aussagen fielen nach den Quartalszahlen von Take-Two, die dank „NBA 2K26“ und „Grand Theft Auto“ über den eigenen Prognosen lagen. Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit Net Bookings zwischen 8 und 8,2 Milliarden US-Dollar, getrieben vor allem von „GTA 6“.
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