Günters Sitzplatz: Warum dieser kuriose Ort gerade alle neugierig macht

Instagram-Hit

Günters Sitzplatz: Warum dieser kuriose Ort gerade alle neugierig macht

Günters Sitzplatz Töwer

Auf einmal wollen alle wissen, wo Günters Bank steht: Ein kurioser Google-Maps-Eintrag sorgt derzeit in den sozialen Medien für Aufmerksamkeit. Dahinter steckt eine regionale Tradition mit ungewöhnlicher Geschichte.

Michèle  Förster

RND Inhalte als bevorzugte Quelle markieren — dann erscheinen unsere Artikel häufiger in Ihren Google-Schlagzeilen.Inhalte in den Google-Schlagzeilen bevorzugen?

Wer ist Günter – und warum wollen plötzlich alle zu seiner Bank? Diese Frage beschäftigt nicht nur die reisereporter-Redaktion, sondern auch die Instagram-Community: Ein Reel zum kryptisch klingenden Google-Maps-Eintrag „Töwer Aslage – Günters Sitzplatz“ wird derzeit jedenfalls tausendfach gelikt und geteilt.

Weiterlesen nach der

Anzeige

Weiterlesen nach der

Anzeige

Hinter dem kuriosen Ort steckt Günter Dierker aus Ankum. Der 65-Jährige hat die besagte Sitzgelegenheit selbst gebaut. Doch die eigentliche Geschichte steckt im Begriff „Töwer“. Der bezeichnet nämlich eine regionale Besonderheit, die weit mehr ist als nur eine Bank am Wegesrand.

Was ist eigentlich ein Töwer?

Töwer bedeutet im Plattdeutschen und friesischen Sprachgebrauch Zauber oder Hexerei. Der Beiname „Töwerland“ für die Nordseeinsel Juist geht zum Beispiel darauf zurück.

Weiterlesen nach der

Anzeige

Weiterlesen nach der

Anzeige

In Teilen Niedersachsens hat der Begriff allerdings eine ganz andere Bedeutung: Dort werden Töwer als unterirdische Kühlschränke beziehungsweise „Hopfenhöhlen“ bezeichnet. Die Bierflaschen werden auf einer Art Etagere im kühlen Erdreich gelagert – damit sie für Ausflüglerinnen und Ausflügler, die unterwegs eine Rast einlegen wollen, die perfekte Erfrischung bieten.

Das können zum Beispiel in den Boden eingelassene Rohre sein, aber auch stillgelegte Brunnen oder Ähnliches. Der Kreativität der Erbauerinnen und Erbauer sind dabei keine Grenzen gesetzt. Bestückt sind die Naturkühlschränke traditionell mit Bier, aber mittlerweile finden sich auch Wein, alkoholfreie Getränke und sogar Eis darunter.

Zur Bezahlung der privat betriebenen Erfrischungsstationen steht eine kleine Vertrauenskasse bereit, in die man einen Euro pro Flasche einwirft.

Lesen Sie auch

So kommst du zu Günters Sitzplatz

Im Oldenburger Münsterland gibt es zahlreiche dieser Orte. Günters Sitzplatz, mit dem durch Instagram berühmt gewordenen „Töwer Aslage“, liegt im Örtchen Aslage bei Ankum im Landkreis Osnabrück.

Weiterlesen nach der

Anzeige

Weiterlesen nach der

Anzeige

Die selbstgebaute Sitzgelegenheit nebst im Boden verstecktem Töwer und Grillplatz befindet sich etwas abseits der größeren Straßen in der Natur und lässt sich gut mit dem Rad oder zu Fuß erreichen.

Wer gleich mehrere dieser ungewöhnlichen Erfrischungsstationen erkunden möchte, sollte sich auf den Töwerpfad begeben – auf der zugehörigen Karte sind alle Töwer im Oldenburger Münsterland samt Sortiment markiert.

Am besten lassen sich die Stationen, die teilweise nur wenige hundert Meter auseinanderliegen, per Rad entdecken. Damit die Verkehrstauglichkeit bei der Töwer-Tour nicht beeinträchtigt wird, sollte man nur das Zwischenwasser nicht vergessen.

Was müssen Reisende aktuell wissen? Alle wichtigen News für den Urlaub findest du beim reisereporter.