„Weiß nicht, wen diese Eltern mehr hassen“: Brief an Nachbarn sorgt für Halloween-Zoff

Gurken und Paprika statt Schokolade: Brief an Nachbarn sorgt für Halloween-Zoff

Stand: 18.10.2026, 21:23 Uhr

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Gurken statt Süßigkeiten an Halloween: Das fordert eine Familie für ihre Kinder.

Gurken statt Süßigkeiten an Halloween: Das fordert eine Familie für ihre Kinder. © Screenshot/Threads

Ein Zettel im Briefkasten erhitzt vor Halloween die Gemüter. Darin bittet eine Familie die Nachbarn um gesunde Gemüsesticks statt Süßigkeiten.

„Süßes oder Saures“ gehört für viele Kinder am 31. Oktober fest zum Programm. Doch kurz vor dem Gruselfest sorgt ein Schreiben in einer Nachbarschaft auf den Social-Media-Plattformen Threads und Reddit aktuell für reichlich Gesprächsstoff. In einer Nachricht an die Anwohner stellt eine Familie klare Bedingungen auf: Die Nachbarn sollen am Halloween-Abend auf keinen Fall herkömmliche Süßigkeiten an die klingelnden Kinder verteilen.

Zettel an Nachbarn fordert Gemüsesticks und Nüsse an Halloween

Auf dem Zettel, der mit einem kleinen Kürbis- und Geister-Motiv verziert ist, wenden sich die Eltern direkt an ihr Wohnumfeld. „Wenn am 31. Oktober wieder unsere kleinen Halloweengeister unterwegs sind und bei Euch klingeln, dann denkt doch bitte daran, dass wir uns an einige Regeln halten wollen“, heißt es in dem Brief. Weiter stellen die Verfasser konkrete Forderungen: „Also bitte keine Süßigkeiten, sondern Gesundes wie Trauben, Paprika-, Gurken- oder Kohlrabisticks oder ein paar Nüsse bereit halten.“

Als Begründung nennt die Familie eine Erfahrung aus den Vorjahren. Man habe vor zwei Jahren „tütenweise ungesunden Kram entsorgen müssen, den die Kinder bekommen haben“. Die Echtheit des Fotos ist nicht endgültig zu verifizieren – es sieht aber auch nicht nach einem offensichtlichen Fake aus.

Netz reagiert mit Spott: „Endgegner Kohlrabisticks“

In den sozialen Netzwerken löst das Foto des Schreibens eine Welle von Reaktionen aus. Zahlreiche Nutzer äußern ihr Unverständnis: „Ich weiß nicht, wen diese Eltern mehr hassen: ihre Nachbarn oder ihre Kinder.“ Ein anderer User spottet: „Endgegner Kohlrabisticks.“

Andere stören sich an der Anspruchshaltung, den Anwohnern Vorschriften zu machen. „Liebs ja, wenn ich die Regeln anderer in meinem Zuhause einhalten soll“, schreibt eine Nutzerin sarkastisch. „Da kann man sich dann das Klingeln gehen doch auch gleich sparen“, resümiert ein weiterer. Andere Eltern weisen darauf hin, dass ein striktes Süßigkeitenverbot im Kindesalter erfahrungsgemäß oft das Gegenteil bewirke. „Letztes Jahr hatte jemand Bananen, aber nett als Geist ‚verkleidet‘. Fand meine Tochter wirklich super“, beschwichtigt eine Mutter hingegen.

Zucker-Verbot vs. Tradition: Das sagen Experten

Der Konflikt zwischen bewusster Ernährung und der US-amerikanischen Tradition ist nicht neu. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) empfehlen eine maximale Obergrenze von zehn Prozent der täglichen Gesamtenergiezufuhr für freien (zugesetzten) Zucker. Das schließt auch natürlich vorkommende Zucker aus Honig, Sirupen, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten ein. Laut Berufsverband für Kinder- und Jugendärzte sind das nicht mehr als 25 Gramm Zucker pro Tag.

Kinder sollten laut DGE außerdem nicht an eine hohe Zuckerzufuhr gewöhnt und deshalb möglichst nicht mit stark zuckerhaltigen, speziell für Kinder beworbenen Lebensmitteln ernährt werden. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass zu viel Zucker in den ersten zwei Lebensjahren negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben könne.

Ganz auf Zucker zu verzichten, sei allerdings auch nicht gesund, sagt Kinderarzt Martin Köhrer der Mobil Krankenkasse. Seine Empfehlung: „Ein sehr bewusster Umgang mit Zucker – Süßes muss etwas Besonderes sein, die absolute Ausnahme. Und das sollte man seinem Kind auch genau so klarmachen.“ Auf Süßigkeiten an Halloween müssen Kinder also nicht gänzlich verzichten. Aufgeschnittene Gemüsesticks an der Haustür bergen zudem die Gefahr von Keimen.

Haustür-Knigge an Halloween

Wer an Halloween keine Lust auf Gruselbesuch hat oder keine Süßigkeiten ausgeben möchte, muss dafür keinen Streit mit der Nachbarschaft riskieren. Nach den ungeschriebenen Knigge-Regeln für Halloween gilt: Nur an Häusern mit brennender Außenbeleuchtung oder erleuchteten Kürbissen vor der Tür wird geklingelt. Bleibt das Haus dunkel, ziehen die Kinder gewöhnlich weiter.

Wer Kindern dennoch eine gesunde Alternative zu zuckrigen Bonbons bieten möchte, sollte haltbare Kleinigkeiten wie Sticker oder Klebetattoos erwägen. Wer zu einer Halloween-Party eingeladen ist, kann auf kreative Rezeptideen für Grusel-Snacks zurückgreifen.