Guter Auftritt, aber keine Punkte im ersten Hessenligaspiel

Stand: 16.08.2026, 21:00 Uhr

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Abgeschirmt: Lütters beste Spielerin auf dem Platz, Emely Kuhnert, schirmt den Ball vor Lea Wagner ab. DFC Allendorf (rot) - TSG Lütter (grün) 0:2 (0:1) am 15.08.2026 erster Spieltag der Frauenfußball-Hessenliga Saison 2026/27 im Stadion Allendorf (Eder). Foto: Tina Paulus

Den Ball im Blick haben Lütters beste Spielerin auf dem Platz, Emely Kuhnert (rechts), und Lea Wagner. Hinten schaut Lena Hallenberger zu. © Tina Paulus

DFC Allendorf verliert durch zwei Tore in der Nachspielzeit und schöpft aus der Leistung dennoch Mut für die nächsten Aufgaben

Einen starken ersten Hessenligaauftritt hingelegt, aber nichts Zählbares mitgenommen – so lautet das Fazit der Fußballerinnen des DFC Allendorf nach dem ersten Spieltag. Das Team von Trainer Waldemar Schubert hielt stark ersatzgeschwächt – mit den Innenverteidigerinnen Lina Paulus und Charlotte Ludwig, Sechser Charlotte Ernst und der offensiven Flügelspielerin Pauline Schween fehlten Schubert vier Stützen – gegen den Vorjahresvizemeister TSG Lütter mit. Am Ende stand dennoch eine 0:2 (0:1)-Niederlage. Dabei fielen die Gegentore zu denkbar ungünstigen Zeitpunkten: in der Nachspielzeit der ersten und zweiten Halbzeit. „Wir bekommen zweimal in der Nachspielzeit das Gegentor, da müssen wir noch etwas lernen“, war auch Schubert enttäuscht.

Neues Innenverteidiger-Duo überzeugt

Von Beginn an legte der DFC den Fokus auf eine stabile Defensive und überließ dem Favoriten den Ball. Dabei überzeugte vor allem Hannah Schalk, die gemeinsam mit Friederike Koch die Innenverteidigung bildete. Auch Lea Wagner rückte von der Zehn eine Position zurück und besetzte Schalks Stammposition als Sechser. Für sie begann Bottendorf-Neuzugang Lina Schwerin als Stürmerin. Mit Thisa Garthe, die für Pauline Schween auf der rechten Seite startete, stand eine weitere Ex-Bottendorferin in der Startelf. In der Spitze des 4-4-2-Systems setzte Schubert zudem mit Theresa Werth auf die beste Torjägerin im Verbandsligameisterjahr.

Die Gäste aus Osthessen setzten von Beginn an auf viel Ballbesitz und waren um Spielkontrolle bemüht. Doch bereits nach sechs Minuten ging ein Raunen durch Allendorfer Stadion, denn der DFC hätte früh in Führung gehen können: Nach schnellem Umschaltspiel schickte Garthe ihre alte und neue Mitspielerin Schwerin auf die Reise. Diese ging alleine auf Torhüterin Lea Schaab zu, und schob den Ball an der Torhüterin, aber auch am langen Pfosten vorbei (6.). „Sie haben beide eine Riesenvorbereitung gemacht und hätten fast in Co-Kooperation unser erstes Hessenligator geschossen. Fußballerisch geht da noch was nach oben, aber die beiden geben immer alles“, lobte Schubert seine beiden Neuzugänge.

Rückstand mit dem Pausenpfiff

In der Folge blieben Torchancen Mangelware. Lütters Jana Bott zielte zu hoch (13.) und einen aufs Tor gedrehten Eckball von Vanessa Klaus entschärfte Torhüterin Sophia Lebedew in ihrem ersten Pflichtspiel für den DFC mit großer Mühe (14.). Die Gäste wurden nun ihrer Favoritenrolle gerecht und drückten auf die Führung, was auch Schubert erkannte: „Bis zur Trinkpause waren wir die bessere Mannschaft, danach wurde es schwerer.“

Vor allem Emely Kuhnert bereitete der Allendorfer Defensive immer größere Probleme, setzte ihre Mitspielerinnen stark in Szene und wurde von Minute zu Minute auffälliger. Nachdem ein Fernschuss von Maja Lorenz knapp am DFC-Tor vorbeistrich (30.), hatte Kuhnert ihre stärkste Phase. Nach einem starken Solo scheiterte sie sowohl im Eins-gegen-eins (39.) als auch per Fernschuss (42.) an Lebedew. Da auch Bott ihren Kopfball nach einer Ecke zu hoch ansetzte (40.), stellten sich die Zuschauer auf ein torloses Unentschieden zur Pause ein, doch stattdessen hatte Kuhnert ihre stärkste Szene: Mit Ball am Fuß tanzte der Neuzugang der TSG die Allendorfer Defensive aus und erzielte Sekunden vor dem Halbzeitpfiff aus zentraler Position die Führung.

Nach dem Seitenwechsel agiert der DFC offensiver

In der Halbzeitpause schien Schubert die richtigen Worte gefunden zu haben, denn seine Mannschaft wurde nun mutiger. Das Spielgeschehen verlagerte sich so mehr ins Mittelfeld, auch wenn die gefährlichen Chancen auf Seiten der Gäste verbucht wurden: Ein erneuter Alleingang von Kuhnert hätte fast das 0:2 bedeutet, doch ihr Lupfer flog nicht nur über Lebedew, sondern auch über die Querlatte (58.). Nur zwei Minuten später war es wieder Kuhnert, die sich stark durchsetzte, dabei fand ihre Ablage Bott, die jedoch drüber schoss.

Die Hoffnung auf Punkte lebte beim DFC also weiter und Schubert wechselte mutig: Er brachte mit der jungen Emma Born eine weitere Offensivkraft und stellte kurz vor Schluss sogar auf drei Stürmerinnen um. Doch das Tor machten, erneut in der Nachspielzeit, die Gäste: Einen Fernschuss konnte Lebedew nur an die eigene Latte abwehren und die eingewechselte Lina-Marie Maikranz schob die Kugel aus kurzer Distanz zum Endstand ein.

Auf der Gegenseite verpasste Theresa Werth den Anschlusstreffer, als sie eine Schween-Flanke knapp am langen Pfosten vorbeibugsierte. „Wir haben gesehen, dass wir mit dem Vizemeister mithalten können“, war Schubert dennoch zufrieden und hob Lena Hallenberger hervor: „Sie hat im Zentrum sehr viele Wege zugelaufen und war oft vor dem Gegner am Ball.“ Zufrieden mit der Leistung war auch Kapitänin Chantal Kaul: „Wir können heute zufrieden sein und viel mitnehmen. Wir haben gesehen, dass wir auch mit vielen Ausfällen in der Hessenliga mithalten können.“ Das Ziel sind nun die ersten Punkte.